| Karriereende

Olympia-Medaillen im Sprint und Bob: Alexandra Burghardt sagt Servus

© Theo Kiefner
Jetzt ist Schluss: Sprinterin Alexandra Burghardt beendet ihre Karriere. Sie gehört zu den wenigen Athletinnen und Athleten, die sowohl bei den Winterspielen als auch bei den Sommerspielen eine olympische Medaille gewannen.
Svenja Sapper / dpa

Nach Olympia-Silber im Zweierbob 2022 in Peking (China) und Bronze mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris (Frankreich) beendet Alexandra Burghardt (Cologne Athletics) nun ihre einzigartige Karriere. Die Sprinterin gehörte viele Jahre zur deutschen Spitzenklasse. Immer wieder wurde sie von Verletzungen ausgebremst. Immer wieder kämpfte sie sich zurück. "Ich habe mich am Anfang meiner Karriere nicht getraut, groß zu träumen", erzählte sie.

Die erste internationale Medaille mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel holte sie als U18-Athletin bei der U20-EM 2011 in Tallinn (Estland), 2012 folgte Silber bei der U20-WM in Barcelona (Spanien). Im Einzel trat sie bei bei der U18-WM 2011 in Lille (Frankreich; Platz 4) und bei der U20-WM (Halbfinal-Einzug) noch über 100 Meter Hürden an. 2015 feierte sie bei der Hallen-EM in Prag (Tschechien) über 60 Meter ihr internationales Debüt im Erwachsenenbereich. Zwei Jahre später jubelte sie mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel bei den World Relays in Nassau (Bahamas) über den Titel. 

Ihr bestes Sprintjahr erlebte Alexandra Burghardt 2021. Ihre acht schnellsten 100-Meter-Rennen absolvierte sie alle in diesem Jahr, zwei davon bei den Olympischen Spielen. In Tokio belegte sie mit 11,07 Sekunden im Halbfinale Platz elf. "Damit habe ich mir meinen Kindheitstraum erfüllt. Dieser Lauf hat mir am allermeisten bedeutet", sagte die Oberbayerin im Gespräch mit BR24Sport und fügte an: "Ich habe mir viele Gedanken gemacht, wann der perfekte Zeitpunkt ist. Du fühlst es irgendwann. Ich bin super zufrieden mit meiner Karriere."

Olympische Medaillen bei Sommer- und Winterspielen

Ihre Bestzeit von 11,01 Sekunden hatte Alexandra Burghardt wenige Wochen zuvor in Bulle (Schweiz) aufgestellt, auch über 200 Meter war sie im Sommer 2021 mit 23,00 Sekunden schnell wie nie. Ebenfalls 2021 errang sie bei der DM in Braunschweig ihre ersten beiden von insgesamt vier deutschen Meistertiteln im Einzel. Ein Jahr später war sie Teil des deutschen Bronze-Quartetts bei der WM 2022 in Eugene (USA). Bei der Heim-EM 2022 in München erreichte sie das 200-Meter-Finale und ließ sich mit der Staffel als Europameisterin feiern. 

Insgesamt viermal nahm Alexandra Burghardt an Olympischen Spielen teil: dreimal im Sommer und einmal im Winter. Und sowohl im Sommer- als auch im Wintersport gewann sie eine Medaille. Das schafften nur ganz wenige. 2022 folgte der Ausflug in den Eiskanal – und wurde belohnt. Als Anschieberin von Mariama Jamanka holte Alexandra Burghardt in Peking Silber im Zweierbob. Dann legte sie in Paris 2024 mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel und der Bronzemedaille nach. "Beide Medaillen haben einen ganz großen Wert für mich. Es gibt keine, die mir mehr bedeutet", sagte Burghardt.

"Es war eine fantastische Zeit voller unvergesslicher Momente, Erfahrungen und Begegnungen", blickt die 32-Jährige bei Instagram auf ihre Karriere zurück. "Danke für diese unglaubliche Reise. Jetzt freue ich mich auf ein neues Kapitel." 

Foto: 2025 wurde Alexandra Burghardt in Dortmund Deutsche Hallenmeisterin über 60 Meter. Es war ihr vierter und schlussendlich letzter deutscher Meistertitel im Einzel. 

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