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"München
ist eine schöne Stadt", sagt Karin Ertl.
Und die Hallen-Europameisterin im Fünfkampf
muss es wissen. Schließlich lebt sie seit
1994 hier. Trotz Großstadt hat sich die
bayerische Metropole einen ländlichen Charme
erhalten. Für die Mehrkämpferin ist
genau dies das gewisse Etwas, das die Stadt so
attraktiv macht. "Ich mag Ruhe und viel Grün.
Dann fühle ich mich richtig wohl", sagt die
27-jährige Athletin, die darüber hinaus
mit einem waschechten Münchener verheiratet
ist. Und beides hat sie in Hülle und Fülle.
Für die Leichtathletik-Redaktion bummelt Karin
Ertl durch die schönsten und interessantesten
Ecken der EM-Stadt, die vom 6. bis 11. August
2002 der Nabel der Leichtathletikwelt sein wird.
Auf ihrem Spaziergang präsentiert die hochgewachsene
blonde Athletin witzige Begebenheiten, imposante
Bauwerke, kulinarische Köstlichkeiten, gemütliche
Cafes, luftige Sitzgelegenheiten, traditionell,
bayerische Feiern und unterhaltsame Festlichkeiten.
Und entdeckt dabei auch noch selbst Neues und
Aufregendes in der Stadt, in der 1,3 Millionen
Menschen leben. Denn ein wenig Heimatkunde gibt
es dabei inclusive.
Eines der bekanntesten Wahrzeichen
der Innenstadt ist die Frauenkirche. Die 99 Meter
hohen Kuppelhauben-Türme an dieser gotischen
Domkirche ragen besonders heraus. Der südliche
bietet dabei einen einzigartigen Blick auf München
und die Alpen. "Da merkt man erst einmal wie schön
die Heimat ist", schwärmt Karin Ertl bei
ihrer Tour durch die Stadt, in der sie seit 1994
lebt. Die Bedeutung der Frauenkirche wird auch
dadurch hervorgehoben, dass die Helmstange des
nördlichen Turms der Zentralpunkt der bayerischen
Landesvermessung ist. Bei der Erbauung der Frauenkirche
im 15. Jahrhundert wurde Platz für 20.000
Menschen geschaffen, obwohl München zu diesem
Zeitpunkt erst 13.000 Einwohner hatte. 1944 wurde
der Dom völlig zerstört, er konnte jedoch
in mehreren Etappen wieder vollständig aufgebaut
werden.
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Als einer der kulinarischen Höhepunkte der
Stadt präsentiert sich der Viktualienmarkt.
Auch Karin Ertl könnte Stunden auf dem Platz
mit seinen rund 140 Ständen auf 22 000 Quadratmetern
Fläche verbringen. Herrliche Blumen, exotische
Planzen, frisches Obst, knackiges Gemüse
("Das ist besonders gut für uns Sportler"),
alle Arten von Geflügel, Eier, sahnige Butter,
Wild, herzhaften Käse, unzählige Wurstsorten
und leckeres Fleisch, südeuropäische
Oliven und fangfrischen Fisch, sowie alle Arten
von Gewürze und Kräuter, die einen Duft
verbreiten wie auf einem orientalischen Basar.
Dabei sind es nicht nur die Leckereien, die den
Viktualienmarkt so anziehend und attraktiv machen.
Sondern einfach die Atmosphäre, das Gewusel,
die Menschen, die Lebendigkeit, das ständige
Kommen und Gehen. Und wer Hunger hat, kommt natürlich
mit diversen bayerischen oder außerbayerischen
Snacks in den Genuss der marktfrischen Produkte.
Karin Ertl ist Stammkunde bei den Metzgern. Denn
eine traditionelle bayerische Köstlichkeit
liebt die Mehrkämpferin besonders: die Weißwürste!
Dabei verrät die junge Frau ein kleines Geheimnis:
"Der echte Münchener isst die Weißwurst
ja vor zwölf Uhr mittags, ich esse sie zu
jeder Zeit", meint die sympathische Athletin und
lacht. Manchmal darf man nicht alles so eng sehen.
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Das Geschehen auf dem riesigen Platz,
das Flair, der ureigene Charme und der Charakter
des Marktes spiegelt die Münchner Lebensart
wider. Sagt man. Der Viktualienmarkt entstand
bereits 1807. Damals wanderten die Händler
aus, als der Marienplatz für Getreide und
Agrarerzeugnisse zu klein geworden war. Nach dem
Zweiten Weltkrieg setzte sich die Stadtverwaltung
dafür ein, dass er nicht zugrunde ging, sondern
als großer Handelsschauplatz erhalten blieb.
Ein Gedenkbrunnen erinnert an die
großen bayerischen Komödianten Karl
Valentin, Liesl Karstadt und Weiss Ferdl. Und
fast sieht es so aus, als ob die Münchener
Originale der Mehrkämpferin beim Vorbeilaufen
zuzwinkern. So als wollten sie sagen: "Viel Glück
für die EM". Bei soviel Beistand kann im
August im benachbarten Olympiastadion eigentlich
fast nichts mehr schief gehen...
Text: Ursula Kaiser
Fotos: Christine Olma
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