14.01.2008 | Aktuell | Christian Fuchs
IAAF gibt Oscar Pistorius keine Starterlaubnis
Der Weltverband IAAF hat Oscar Pistorius die Starterlaubnis nach den eigenen Regeln verweigert. Der Südafrikaner, der beidseitig mit Prothesen läuft, strebte eine Olympia-Teilnahme bei den Spielen in Peking (China) über 400 Meter an.
Oscar Pistorius darf nicht nach IAAF-Regeln laufen (Foto: Chai)
Grundlage für die Entscheidung war eine biomechanische und physiologische Studie, die im vergangenen November von Prof. Peter Brüggemann an der Deutschen Sporthochschule in Köln durchgeführt wurde.
Als klares Ergebnis der Untersuchung schlug zu Buche, dass Oscar Pistorius durch die Prothesen weniger Körperenergie aufwenden muss als nicht-behinderte Läufer. Dabei spielt auch eine Rolle, dass durch die Prothese dreimal mehr Energie zurückkommt als bei gesunden Beinen.
Mechanischer Vorteil
Insgesamt kam man zu der Erkenntnis, dass der mechanische Vorteil, in dessen Genuss Oscar Pistorius in einem Wettkampf mit nicht-behinderten Athleten käme, bei mehr als dreißig Prozent liegen würde.
Aus diesen Gründen hat der Weltverband entschieden, dass die Prothesen von Oscar Pistorius, die auch als „Cheetahs“ bekannt sind, eine unerlaubte technische Hilfe im Sinne der Regel 144.2 darstellt und der Athlet deshalb nicht an Wettkämpfen nach IAAF-Regeln teilnehmen kann.