15.02.2009 | Young Athletics | Benjamin Schütz/Anja Herrlitz
Stimmen vom zweiten Tag der Jugend-Hallen-DM
In Neubrandenburg wurden an diesem Wochenende die Titel der Deutschen Jugend-Hallenmeister vergeben. leichtathletik.de hat sich für Sie unter den Stars von morgen umgehört. Wie liefen die Wettkämpfe, wer ist von seiner Leistung überrascht und wer sieht für die nächsten Wochen noch Verbesserungspotenzial?
Oliver Bräutigam siegte überlegen (Foto: Gantenberg)
Gordon
Wolf (SC Potsdam)
Sieger Diskuswurf (61,37 m)
„Es war kalt,
nass und es hat geschneit. Aber wir hatten perfekten Wind und der Ring war auch
gut. David Storl hat bis zum vierten Versuch geführt, was mich nicht unbedingt
überrascht hat, denn ich weiß, dass er weit werfen kann. Ich habe mich einfach
konzentriert und alles in meine Würfe gelegt, aber ich war nie sicher, den
Wettkampf noch zu gewinnen. Ich war voll unter Spannung, denn David hätte noch
kontern können. Ich hatte mir heute einfach nur vorgenommen, zu gewinnen. Von
der Weite bin ich etwas überrascht, denn im Training lief es zuletzt nicht so
gut.“
Martina Riedl
(SC Vöhringen)
Siegerin 200 m (24,36 sec)
„Nach
dem Lauf war ich fix und fertig und habe mich erstmal hingesetzt. Die Zeit
musste ich erstmal verdauen, meine Bestleistung lag vorher bei 24,74 Sekunden.
Vom Sieg bin ich total überrascht, ich dachte, ich wäre Dritte geworden. Das
Ergebnis war ja sehr knapp. Es war der perfekte Lauf. Den Hallen-Länderkampf in
zwei Wochen verpasse ich leider. Dann bin ich schon im Skiurlaub, wir hätten ja
nie gedacht, dass ich die Qualifikation schaffen könnte. Aber im Sommer habe
ich ja noch eine Chance.“
Oliver Bräutigam
(SC Potsdam)
Sieger
Hochsprung (2,12 m)
„Ich
ärger mich, weil der letzte Versuch über 2,20 Meter so knapp war. Vielleicht
hätte ich 2,18 Meter auflegen lassen sollen. Aber mit 2,20 Metern wollte ich
mich noch einmal pushen und mich auch schon mal an diese Höhe rantasten. Ich
bin mit Knie- und Kopfschmerzen in den Wettkampf gegangen und hatte letzte
Nacht auch nur wenig geschlafen. Am kommenden Wochenende springe ich noch bei
den Deutschen Meisterschaften der Erwachsenen.“
Sarah Mayer
(SC Potsdam)
Siegerin
Speerwurf (49,39 m)
„Ich
bin als Favoritin angereist, das ist immer nicht so einfach. Der Wettkampf war
recht schwierig, ich habe nur schlecht rein gefunden und dann war auch noch ein
weiter Wurf ungültig. Aber ich bin froh, dass es dann doch noch gereicht hat.
Eigentlich wollte ich ja 50 Meter werfen. Der Schnee war vielleicht ein Problem
für den Kopf, aber im Endeffekt war er nicht wirklich ein Problem.“
Lisa Steinkamp - Ohne Druck zum Sieg (Foto: Gantenberg)
Lisa Steinkamp
(VfL Sindelfingen)
Siegerin
Weitsprung (6,19 m)
„Ich
habe sonst immer Probleme in der Halle und bin noch nie richtig gut gesprungen.
Deswegen wollte ich heute einfach in den Endkampf. Ich habe mich nicht unter
Druck gesetzt. Dass ich dann mit 6,17 Metern gestartet bin, war natürlich
klasse. Ich war gut drauf und freue mich unheimlich über die Bestleistung.
Heute lief es einfach perfekt.“
Carolin Paesler
(Hallesche Leichtathletik-Freunde)
Siegerin Hammerwurf wJA
(58,30 m)
„Ich
war zwar als Beste gemeldet, habe mich dadurch aber nicht unter Druck gesetzt.
Ich wollte auf Weite werfen, was nicht so richtig geklappt hat. Die 60 Meter
hatte ich mir vorgenommen, daher bin ich schon ziemlich enttäuscht. Gold und
der Hallen-Länderkampf sind aber ein guter Trost. Beim Länderkampf werde ich
dann die 60 Meter noch mal angehen.“
Sascha Großheim
(Erfurter LAC)
Sieger
3.000 Meter (8:32,05 min)
„Eigentlich
lag mein Fokus auf den 1.500 Metern, da bin ich Zweiter geworden. Vielleicht
war das Rennen jetzt ein bisschen Wut, dass es da nicht geklappt hat. Über
3.000 Meter wollte ich eigentlich einfach nur mitlaufen und eventuell
irgendwann aussteigen. Aber dann lief es so gut. Ich hätte nicht gedacht, dass
ich Wurie Bah noch einhole, er war ja schon ein ganzes Stück weg.“
Thomas Bojanowski
(LG Rhein-Wied)
Sieger
800 m (1:54,27 min)
„Ich
wusste die ersten Minuten gar nicht, ob ich gewonnen habe. Die Kampfrichter
diskutierten, ob ich in den Innenraum getreten bin. In der vorletzten Runde
habe ich ein Hütchen umgetreten, aber ich bin nicht in den Innenraum gelaufen.
Ich wollte eigentlich nur ins Finale kommen. Ich bin schon öfters als einer der
Favoriten angereist und dann habe ich schlecht abgeschnitten. Toll, dass es nun
geklappt hat. Ich lag bei 500 Metern an Position zwei, bin dann nach vorne
gegangen und habe das Tempo kontinuierlich gesteigert. Der Vereinswechsel im
Winter hat sich also gelohnt. Ich habe noch den selben Trainer, aber eine neue
Gruppe, in der ich mich sehr wohl fühle.“
Carolin Paesler ließ sich von Gold trösten (Foto: Gantenberg)
Leo Lohre
(TSV Eltingen)
Sieger
Stabhochsprung (5,05 m)
„Ich
bin ohne große Erwartungen angereist, da es erst mein zweiter Saisonwettkampf
war. In der Vorbereitung konnte ich wegen einer Wadenverletzung acht Wochen
kaum trainieren. Deswegen kann ich mit dem Ergebnis vollauf zufrieden sein. Ich
wusste, dass ich über 5,00 Meter anbieten muss, um unter die ersten Drei zu
kommen. Mit Gold hätte ich nicht gerechnet. Beim Hallen-Länderkampf in zwei
Wochen will ich nun meine Bestleistung von 5,10 Meter angreifen.“
Robert Hering
(TuS Jena)
Sieger
200 m (21,22 sec)
„Das
ist der Hammer. Es war schon mein viertes Rennen heute, das machte sich schon
bemerkbar. Hatte nicht erwartet, so schnell laufen zu können. Es ist ja
schließlich persönliche Bestleistung für die Halle. Jetzt muss ich mich noch
ein wenig erholen und dann kommen die Staffeln. Dreifach-Gold wäre super.“
Jessica Zeidler
(LAC Berlin)
Siegerin
800 m (2:08,49 min)
„Ich
wollte mein eigenes Rennen und nur auf Zeit laufen. In der letzten Runde wurde
es ziemlich schwer. Der Vorlauf gestern war schon ziemlich schnell und steckte
mir noch in den Knochen. Mit der Zeit bin ich aber voll zufrieden, es ist
persönliche Bestleistung und mit Feld kann ich bestimmt noch etwas flotter
laufen. Nächste Woche werde ich versuchen, in Leipzig bei den Frauen ins Finale
zu kommen.“
Theresa Berles
(Erfurter LAC)
Siegerin
1.500 Meter (4:36,11 min)
„Ich
hatte mir den Sieg erhofft, aber war nicht sicher. Ich wusste, dass ich gut
drauf bin, aber nicht, wie die anderen in Form sind. Ich wusste allerdings,
dass einige krank und verletzt gewesen waren und hatte mir ausgerechnet, dass
es was werdenkann. Ich hatte mit Silber geliebäugelt, Jana Sussmann war
definitiv die Favoritin. Ich habe mir gesagt: Ich gehe mit und sehe, was daraus
wird. Es ist unglaublich, dass das aufgegangen ist.“
Martina Riedl flog am schnellsten über die Bahn (Foto: Gantenberg)
Till Wöschler
(LAZ Zweibrücken)
Sieger
Speerwurf (69,24 m)
„Die
Bedingungen waren nicht ganz so gut, wir hatten Gegenwind und es hat geschneit.
Eigentlich hatte ich mir 70 Meter vorgenommen, aber knapp drunter ist auch
okay. Mit dem Sieg gerechnet habe ich nicht, aber auf einen Platz unter den
besten Vier schon gehofft.“
Robert Hering
(TuS Jena)
Sieger
60 Meter (6,79 sec)
„60
oder 200 Meter - das ist für mich gleich wichtig. Über die 6,79 Sekunden freue
ich mich sehr, das ist neue persönliche Bestleistung. Dass das klappt war nicht
so sicher, denn ich bin gestern schon die Vorläufe über 60 und 200 Meter und in
der Staffel gelaufen und habe das heute in den Beugern gespürt.“
Yasmin Kwadwo (TV Wattenscheid 01)
Siegerin 60 Meter (7,40 sec)
„Ich
bin schon mit der Erwartung angereist, zu gewinnen und damit meinen Titel zu
verteidigen. Von den schnellen Zeiten der anderen habe ich mich nicht
irritieren lassen. Mein Trainer hatte mir gesagt, dass ich im 30er-Bereich
laufen kann. Nächste Woche starte ich auch in Leipzig und will dort ganz vorne
mitsprinten.“
Nico Sonnenberg (LG Eintracht Frankfurt)
Sieger 1.500 Meter (3:54,47 min)
„Sascha
Großheim war die ganze Saison über besser als ich. Immer wenn ich an seine
Bestleistung rangekommen bin, ist er noch einmal schneller gelaufen. Deswegen
hatte ich mir keine großen Chancen ausgerechnet. Letztes Jahr im Sommer war ich
noch Zwölfter bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften, aber jetzt bin ich in
einer super Trainingsgruppe. Ich wusste, dass ich im Sprint jeden schlagen kann,
wenn ich noch dran bin, deswegen bin ich immer an zweiter oder dritter Stelle
gelaufen. Aber ein bisschen wundert es mich, dass ich noch einmal ranlaufen konnte,
als Sascha angezogen hat.“
Alexander
Juretzko
(LG Hannover)
Sieger 400 m (47,64 sec)
„Ich
wollte hier gewinnen und Hallen-Bestzeit laufen, das habe ich beides erfüllt.
Das Wochenende ist also optimal gelaufen. Ich bin das Rennen schnell
angegangen, habe beim Einordnen aber einen Konkurrenten auf der Innenbahn
gesehen und musste dann noch mal Druck machen auf der zweiten Geraden. Dadurch
bin ich einer Karambolage entgangen. So konnte ich vorne weg laufen. Der Stoß
von hinten hat mich kaum gestört. Ich würde gerne noch ein Rennen laufen, um
meine Zeit von heute zu bestätigen oder vielleicht sogar zu verbessern. Ob ich
in Leipzig bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften oder in Metz beim Nachwuchs-Länderkampf laufe,
muss ich noch mit meinem Trainer besprechen.“
Christiane Klopsch hatte Grund zu jubeln (Foto: Gantenberg)
Christiane
Klopsch
(TSV Friedberg-Feuerbach)
Siegerin 400 m (54,68 sec)
„Ich
hatte vor dem Rennen viel Wut im Bauch. Ich war als eine der Favoritinnen
angereist, dann hat Inga Maria Müller im Vorlauf so eine grandiose Zeit
vorgelegt. Außerdem hatte ich eine Verhärtung im hinteren Oberschenkel und
wusste gar nicht, ob ich heute starten könnte. Als ich dann noch Bahn eins
bekommen habe, dachte ich nur: 'Alles egal, du gibt´s jetzt einfach alles.' Ich
wollte nicht wieder Zweite werden, wie so oft vorher. Die Zeit ist fantastisch,
vor zwei Jahren bin ich 55,10 Sekunden gelaufen.“
Manuel Ziegler (LG Telis Finanz Regensburg)
Sieger Dreisprung (15,72 m)
„Der
bayrische Landesrekord von 15,70 Meter war heute mein großes Ziel. Bei den
Landesmeisterschaften vor drei Wochen bin ich bis auf sieben Zentimeter
herangesprungen, heute hat es dann im zweiten Versuch geklappt. Danach wollte
ich zu viel und es hat im Kopf nicht gestimmt. Der Anlauf hat nicht gepasst und
ich konnte die Sprünge nicht halten. Als Nächstes möchte ich die 16 Meter
knacken. Vielleicht klappt das schon nächste Woche bei den Deutschen
Hallen-Meisterschaften in Leipzig. Mit 16 Metern könnte ich dann um die
Medaillen mitspringen. Sonst bleibt mir noch der Hallen-Länderkampf in zwei
Wochen.“
Julia Fischer
(SCC Berlin)
Siegerin
Diskuswurf wJA (53,14 m)
„Bei
einer Deutschen Meisterschaft geht es in erster Linie um den Titel, aber ich
hätte heute schon gerne weiter geworfen. Aber ich denke, ich kann angesichts
der Kälte und dem Schnee mit der Leistung zufrieden sein. Ich hatte eine
stabile Serie mit Würfen über 50 Meter. Den Wettkampf habe ich aus dem Training
bestritten, für uns zählt nur die U20-Europameisterschaft im Sommer. Ich hoffe
dennoch, dass ich in zwei Wochen beim Länderkampf noch einen draufsetzen kann.
Die Organisation an der Wettkampfanlage war sehr gut, wir hatten ein beheiztes
Zelt, so dass uns nicht kalt wurde.“
Richard Olbrich (SVG Grün-Weiß Bad Gandersheim)
Sieger Hammerwurf mJA (73,25 m)
„Das
hat heute gut gepasst, ich hatte mir 72 bis 73 Meter vorgenommen. Letztes Jahr
war im Winter sehr schwach, jetzt läuft es ganz ordentlich. Technisch habe ich
noch Fehler in der Drehung. Im Sommer sollte daher noch einiges drin sein. Die
Bedingungen waren nicht ideal, aber man konnte damit leben. Draußen war es
etwas zu kalt und im Zelt war mir dann schon zu warm. Wir hatten einen
Heizlüfter, das war fast wie in einer Sauna. Jetzt fahren wir mit dem Training
noch mal hoch und beim Länderkampf in zwei Wochen will ich meine Bestleistung
von 74,67 Meter angreifen.“
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