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16.09.2007 | Aktuell | Thorsten Eisenhofer

Carsten Eich muss sich nicht grämen

Zum Titelgewinn hat es nicht mehr gereicht. Bei den letzten nationalen Titelkämpfen seiner Laufbahn, den Deutschen Straßenlauf-Meisterschaften in Mannheim, musste sich Vorjahressieger Carsten Eich am Samstag mit Rang zwei bei den Deutschen Straßenlaufmeisterschaften hinter Alexander Lubina (TV Wattenscheid 01) begnügen.

Carsten Eich lässt seine Karriere ausklingen (Foto: Kiefner)

Letztes Jahr in Regensburg konnte der 35-Jährige, der für den Rheinmarathon Düsseldorf läuft, dem Angriff der Jüngeren noch standhalten. Diesmal reichte es immerhin noch, um auf dem letzten Kilometer Embaye Hedrit (LG Braunschweig) einzufangen und sich Silber zu sichern.

"Es hat die Spritzigkeit gefehlt", urteilte Carsten Eich, der am Sonntag gleich den nächsten Start in Tübingen absolvierte, nach dem Rennen und fügte an: "Ich wollte aggressiv laufen und die Gruppe sprengen. Es hat leider nicht geklappt." Doch der Ärger über den verpassten Sieg in seiner letzten Saison war schnell verflogen.

Karriere mit Höhepunkten

"Ich muss mich nicht grämen. Natürlich hätte ich gerne zum Abschluss noch mal gewonnen, aber ich kann mit dem, was ich in meiner Karriere erreicht habe, zufrieden sein", meinte der Routinier.

Teilnahmen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen über 10.000 Meter, Siege bei den Marathons in Köln, Düsseldorf und Leipzig, einige Deutsche Meistertitel über 10.000 Meter auf der Bahn und 10 Kilometer auf der Straße sowie im Halbmarathon und Marathon stehen in seiner Vita.

Dazu lief er 1993 beim Berliner Halbmarathon Europarekord. Heute sind die 60:34 Minuten immer noch die acht schnellste Zeit, die je ein Läufer vom alten Kontinent auf die Straße brachte. Ebenfalls 1993 rannte er deutschen Rekord über 10 Kilometer in 27:47 Minuten. Keine schlechte Bilanz für den jetzt 35-Jährigen, der 1981 seine Karriere als Mittelstreckenläufer bei der SG Dynamo Leipzig begann.

Mulmiger Blick in die Zukunft

"Ein bisschen mulmig ist mir aber doch", gab Carsten Eich auf Nachfrage dann doch mit Blick auf sein sportliches Karriereende zu, "ich bin aber auch gespannt, was in Zukunft kommen wird." Er nennt es einen "schleichenden Übergangsprozess", der in den vergangenen Monaten eingesetzt hat.

Der Schützling von Axel Krippschock veranstaltet nun Laufseminare, ist in die Organisation des Marathon in Düsseldorf eingebunden und wird für seinen Ausrüster unterwegs sein.

Abschiedslauf in Peuerbach

Nicht mehr geklappt hat es in diesem Jahr mit der angestrebten WM-Qualifikation. Empfehlen wollte er sich Carsten Eich beim Marathon in Düsseldorf. Dafür trainierte er hart zusammen mit Embaye Hedrit. Doch in der Rheinmetropole kämpfte er sich unter Oberschenkelschmerzen ins Ziel - hinter der geforderten Norm. Auch das ist mittlerweile verarbeitet.

Trotzdem wird Carsten Eich dieses Jahr noch bei zwei Marathons am Start sein – als Tempomacher in Köln und Frankfurt. Auf zwei weitere Straßenläufe folgt am 31. Dezember das Abschiedsrennen bei seinem Lieblingslauf in Peuerbach. In Oberösterreich ist er Stammgast und seit 1991 beim Silvesterlauf ununterbrochen dabei, sechs Mal war er bei 17 Teilnahmen siegreich. "Spätestens dann wird Wehmut aufkommen."

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