13.02.2012 | Aktuell | Christian Fuchs
Carolin Nytra - Comeback mit vielen Emotionen
Für Hallen-Europameisterin Carolin Nytra war es am Sonntag beim Hallen-Meeting in Karlsruhe ein bewegendes Comeback voller Emotionen. Erst brillierte die Hürdensprinterin im Vorlauf mit 7,97 Sekunden, dann wurde sie im Finale disqualifiziert. Doch gerade mit dieser Entscheidung war die Mannheimerin nicht einverstanden.
Für Carolin Nytra war der Auftritt in Karlsruhe eine emotionale Achterbahnfahrt (Foto: Chai)
„Es einfach absolut unfair, dass ich für diesen Fehlstart die rote Karte bekommen habe, da die Russin nach dem Fertig-Signal für mich ganz klar mit den Schultern reagiert hat“, stellt Carolin Nytra in einem Statement auf ihrer
Homepage fest. Ihrer Meinung nach hätte der Start deshalb wiederholt werden sollen. Stattdessen musste sie den bitteren Weg in die Katakomben antreten.
„Was mich aber mit am meisten trifft ist, dass ich mit dem Finallauf einigen Menschen gerne etwas davon zurückgegeben hätte, was sie in den letzten Monaten für mich getan haben“, beschreibt Carolin Nytra ihre Emotionen. „Es ist ein tolles Gefühl, wie viel Vertrauen mir gegeben wurde, dass ich zurückkomme und es ist mir fast schon peinlich, dass mein Comeback nun so enden musste.“
Vorlauf „einfach schön“
Umso erfreulicher verlief bei aller Aufregung der Anfang des Comebacks. Im Vorlauf war Carolin Nytra nicht zu bremsen und rannte nach fast einem Jahr Wettkampfpause ihren Gegnerinnen davon: „Der Vorlauf fühlte sich einfach rund und komfortabel an - anders kann man es nicht beschreiben. Einfach schön.“
Einfach schön kann es auch in zwei Wochen (25./26. Februar) bei der Hallen-DM an gleicher Stelle werden. Bis dahin will sich Carolin Nytra, die mit den 7,97 Sekunden national ihr Revier bereits wieder abgesteckt hat, noch etwas Ruhe gönnen und die momentan noch vorherrschenden Emotionen sortieren.
Befreiende Botschaft
Positiv gestimmt ist für die Hallen-Titelkämpfe bereits Trainer Rüdiger Harksen. Er zollt seiner Athletin, die momentan auch mit einer Erkältung kämpft, ein großes Lob: „Wir wussten vorher nicht genau, wo wir stehen. Der Vorlauf war ein klasse Lauf, auch technisch gut. Das Niveau ist bereits wieder vergleichbar mit dem letzten Jahr. Das ist die entscheidende und befreiende Botschaft.“
Die Disqualifikation ist für ihn abgehakt. Vielmehr richtet er den Blick nun auf den nächsten Wettkampf in Karlsruhe: „Wir werden uns konzentriert darauf vorbereiten. Vielleicht geht es dann noch ein bisschen schneller.“ Danach wird die Hallensaison aber bereits wieder abgeschlossen sein. Ein Start bei der Hallen-WM in Istanbul (Türkei; 9. bis 11. März) ist für Carolin Nytra kein Thema.
Den Vorlauf und auch das Finale mit der Disqualifikation sehen Sie auf leichtathletik.TV:
Carolin Nytra glänzt im Vorlauf