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03.01.2011 | Interview | Markus Kaserer

Irina Mikitenko - "Olympia 2012? Will gewinnen"

Der Jahresausklang beim internationalen Silvesterlauf BOclassic in Bozen (SĂŒdtirol) war fĂŒr Marathon-Ass Irina Mikitenko mit Platz sechs versöhnlich. Mit dem Jahr 2010 war sie ansonsten aber ĂŒberhaupt nicht zufrieden. Im Interview mit leichtathletik.de gesteht die 38-JĂ€hrige, dass sie es aber ruhiger angehen wollte. Der Grund: Ihr großes Ziel ist der Marathon bei den Olympischen Spielen 2012 in London (Großbritannien).

Irina Mikitenko beschloss das Jahr in Bozen (Foto: Mosna)


Irina Mikitenko, so viel Geld wie Sie hat noch keine deutsche LĂ€uferin gewonnen. Sie haben aber schon des öfteren erklĂ€rt, Geld sei fĂŒr Sie sekundĂ€r. Was hat Sie dann zum BOclassic nach Bozen gelockt anstatt Silvester zu Hause im Kreise der Familie zu verbringen?


Irina Mikitenko:
Die 5.000 Meter waren vor meiner Marathonzeit meine Lieblingsstrecke. Und Silvesterlauf bedeutet fĂŒr mich, noch einmal am Ende des Jahres etwas Schönes zu machen. Ich bin froh, dass es nach zwischenzeitlich familienbedingter Pause wieder mit einem Silvesterlauf geklappt hat.

Bevor Sie Leichtathletin geworden sind, waren Sie ja EiskunstlÀuferin. Sind Sie auch deswegen nach Bozen gekommen? Praktisch zeitgleich zum BOclassic findet jÀhrlich auch eine internationale Eiskunstlaufgala mit Welt- und Europameistern statt.

Irina Mikitenko:
Nein, das ging sich nicht aus, wÀre aber sicher schön gewesen, denn diese Sportart fasziniert mich immer noch.

ZurĂŒck zum Silvesterlauf. Sind Sie mit Ihrem sechsten Platz zufrieden?

Irina Mikitenko:
Obwohl die 5.000 Meter frĂŒher meine Lieblingsstrecke waren, sind sie fĂŒr mich zu kurz gewesen. Ich bin erst auf der letzten Runde so richtig in Schwung gekommen.

Andererseits waren auch die Gegnerinnen sehr stark.

Irina Mikitenko:
Absolut. Deshalb geht der sechste Platz auch in Ordnung. Da war wirklich die Weltklasse ĂŒber 5.000 Meter am Start. Die Stimmung beim Rennen war auch sehr gut. Ich hoffe, im nĂ€chsten Jahr wieder hier zu sein. Dann werde ich allerdings vorher den Volkslauf (5-km-Lauf im Vorfeld der Elite, A.d.R.) bestreiten, damit ich mich richtig warmlaufen kann. (lacht)

Olympia 2012 ist das große Ziel von Irina Mikitenko (Foto: Mosna)


2008 und 2009 waren fĂŒr Sie zwei sehr erfolgreiche Jahre. Als eine, die immer gewinnen will, dĂŒrften Sie demnach mit 2010 nicht ganz zufrieden sein.


Irina Mikitenko:
Überhaupt nicht! Es war schon geplant, dass wir 2010 nach den großen Belastungen der Jahre zuvor und im Hinblick auf Olympia 2012 ein bisschen ruhiger angehen, aber dass ich im FrĂŒhjahr verletzt war und danach nicht so schnell in Schwung gekommen bin, war natĂŒrlich nicht geplant. Aber 2010 ist abgeschlossen und ich kann schon auf meinen nĂ€chsten Marathon blicken.

Da haben Sie mir die nÀchste Frage schon vorweg genommen. Olympia 2012 ist also ein Fixpunkt in Ihrer Karriereplanung?

Irina Mikitenko:
Ja, ich hoffe es. Ich hoffe, verletzungsfrei zu bleiben, denn der Marathon bei Olympischen Spielen ist das GrĂ¶ĂŸte.

Eine Olympiamedaille haben Sie bei drei Teilnahmen ja nur knapp verpasst. Wollen Sie diese 2012 mit 40 als Krönung Ihrer Karriere nachholen?

Irina Mikitenko:
Wenn ein Sportler nicht von einer Medaille trÀumt, dann soll er besser gleich aufhören. Man muss immer im Kopf haben, dass man laufen und gewinnen möchte. Nur dann klappt es. Und ich möchte auf jeden Fall gewinnen!

Wie sieht Ihre mittelfristige Karriere-Planung aus?

Irina Mikitenko:
Im FrĂŒhjahr gehe ich wieder beim London-Marathon an den Start und im Herbst möchte ich mich schon fĂŒr die Olympischen Spiele qualifizieren, um mich dann in Ruhe auf Olympia vorbereiten zu können.

Welchen Marathon wollen Sie im Herbst bestreiten? Erstmals jenen von New York?

Irina Mikitenko:
Das weiß ich noch nicht.

Sie haben kĂŒrzlich Verein gewechselt vom TV Wattenscheid 01 zum SC Gelnhausen zum ehemaligen HĂŒrdenstar Harald Schmid. Welches waren die BeweggrĂŒnde?

Irina Mikitenko:
Zum einen wohne ich dort, zum anderen möchte ich nach meiner aktiven Laufbahn im Sport bleiben und meine Erfahrung weitergeben. Außerdem hat mein Mann dort als Trainer mehr Möglichkeiten.

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