www.leichtathletik.de

09.01.2011 | Aktuell | pm/ah

Birte Schütz beendet ihre Karriere

Nach mehr als 20 Jahren Leichtathletik beendet die Wattenscheider Langstreckenläuferin Birte Schütz ihre Leichtathletik-Karriere. Die mehrmalige Deutsche Meisterin blickt auf eine erfolgreiche Zeit zurück. In den letzten acht Jahren gewann sie allein sechs deutsche Meistertitel, vier Vizemeisterschaften und sechs Bronzemedaillen, neben zahlreichen Finalplatzierungen auf der Rundbahn, beim Cross- und Straßenlauf.

Birte Schütz hängt die Spikes an den Nagel (Foto: Kiefner)


„Die Entscheidung reifte im Herbst nach einer langwierigen Verletzung. Ich war müde im Kopf, die Verletzung dauerte zu lange. Nach Beratung mit meinem Ehemann Carsten und meinem Trainer Tono Kirschbaum habe ich mich schweren Herzens zu diesem Schritt entschieden“, erklärte die gebürtige Zevenerin.

„Durch die Leichtathletik habe ich von Japan bis Flagstaff in den USA viele Länder, Städte und interessante Menschen kennengelernt. Ich habe Erfolge gefeiert und Niederlagen weggesteckt. Das Schönste war natürlich, dass ich durch den Sport meinen Ehemann kennengelernt habe“, erklärt Birte Schütz (geborene Bultmann) zufrieden. Ihr Ehemann Carsten Schütz war selbst erfolgreicher Wattenscheider Marathonläufer und steht noch heute in der „ewigen deutschen Bestenliste“ über 10 Kilometer auf der Straße mit 29:00 Minuten auf Platz 10.

Von Zeven nach Wattenscheid

Ihr Talent entdeckte ihr Trainer Hans-Herrmann Neblung beim TUS Zeven. Relativ schnell entwickelte sie ihre Vorliebe für Cross-Läufe und die Langstrecke. Nach den sportlichen Stationen Wolfsburg und Braunschweig trainierte sie seit 2007 in der Trainingsgruppe von Tono Kirschbaum beim TV Wattenscheid 01. Die Jahre 2002 und 2009 waren ihre erfolgreichsten. 2009 gelang ihr ein Doppelschlag: bei den Deutschen Meisterschaften gewann sie über 5.000 Meter die Silbermedaille und bei den 10.000-Meter-Meisterschaften Bronze.

Uneingeschränkten Rückhalt erhielt die gelernte Industriekauffrau durch ihre Familie und einen sportfreundlichen Arbeitgeber. Reduzierte Stundenzahl und trainingsfreundliche Arbeitszeiten machten es der Zevenerin möglich, zwei Trainingseinheiten am Tag zu absolvieren. „Ohne die uneingeschränkte Unterstützung meines Arbeitgebers und meiner Eltern wäre es mir nicht möglich gewesen, Leistungssport in dieser Intensität durchzuführen. Mein Vater war Gott sei Dank auch ein wenig Leichtathletik-verrückt“, erklärt die Wattenscheiderin.

2008 bei der Cross-EM trug Birte Schütz das deutsche Nationaltrikot (Foto: Chai)


„Es ist schon bewundernswert, mit welcher Konsequenz Birte über Jahre hinweg das anspruchsvolle  Training durchgezogen hat. Bei Meisterschaften war sie stets ein Garant für Finalplatzierungen. Ihre Einstellung kann ich nur vorbildlich nennen“, beschreibt ihr Trainer Tono Kirschbaum seinen Schützling.

Hund Lesko war immer dabei

Ihr bisheriges Leben war straff durchorganisiert: trainieren - arbeiten - trainieren - erholen. Durchschnittlich 120 Kilometer pro Woche legte die Wattenscheiderin mit ihrem treuen Wegbegleiter, ihrem Hund Lesko, Jahr für Jahr zurück. Mit dem Abschied vom aktiven Leistungssport will und kann sie die Laufschuhe allerdings nicht an den Nagel hängen.

„Ich werde mit Lesko natürlich weiter meine Runden drehen, nur ohne Stoppuhr. Nun haben zunächst einmal andere Dinge Vorrang, die durch den Leistungssport nur eingeschränkt möglich waren. Wir kommen gerade von unserer verschobenen Hochzeitsreise zurück. Wer weiß, was als nächstes kommt“, erklärt die 36 Jahre alte Wattenscheiderin mit einem Augenzwinkern.

Unterstützt durch:

Top-Events

run up 2014
(29. März bis 27. April)