11.03.2010 | Aktuell | Peter Schmitt
Splitter rund um die Hallen-WM in Doha
Am Freitag (12. März) beginnen in Doha (Katar) die Hallen-Weltmeisterschaften der Leichtathleten. leichtathletik.de hat für Sie einige interessante News rund um die dreitägige Veranstaltung zusammengetragen.
Der Aspire Dome ist ein beeindruckendes Gebäude (Foto: Aspire)
Beindruckender Aspire Dome
Die Athleten, die bereits im Aspire Dome waren, kommen aus dem Staunen
nicht heraus. Eine Warm up-Halle mit Kunstrasen hatten sie bisher noch
nicht bei einer Hallen-WM erlebt. Alles ist in Doha eben eine Nummer
größer. Das Stadion Aspire Dome - acht Kilometer vom Stadtzentrum in
Doha entfernt - ist mit 120.000 Quadratmetern die weltweit größte Halle
für Hallen-Veranstaltungen und zählt zu den weltbesten Indoor-Arenen.
Der dafür zuständige Designer ist Roger Tallibert, der bereits das
Olympiastadion in Montreal (Kanada) kreiert hatte. In einem Jahr
Bauzeit wurde der faszinierende Aspire Dome auf drei Ebenen
verwirklicht.
2,3 Millionen Dollar Prämien
Bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Doha werden vom Weltverband IAAF rund 2,3 Millionen US-Dollar Prämien
gezahlt. Die Sieger erhalten jeweils 40.000 US Dollar (rund 29.300
Euro), für Platz zwei gibt es 20.000 US Dollar (14.700 Euro) und für
Platz drei 10.000 US Dollar (7.300 Euro). Für Platz vier, fünf und
sechs sind 8.000 (5.900), 6.000 (4.400) sowie 4.000 US Dollar (2.900)
vorgesehen. Bei einem Weltrekord erhält der Sieger 50.000 US Dollar
(36.700 Euro).
WM-Maskottchen Saham
Das Maskottchen der Hallen-WM heißt Saham. Nachdem Berlino zuletzt bei
den Weltmeisterschaften in Berlin in der Beliebtheitsskala ganz oben
lag, will das Maskottchen der Hallen-WM in Doha nachlegen. „Run Saham
run“ heißt der Slogan des Wüstenluchses.
Kreative Medaillensammlung
Das Symbol von Doha, der Aspire Tower, ist auf der Vorderseite der
begehrten WM-Medaillen eingraviert und zeigt gleichzeitig
Energie, Leidenschaft, Entschlossenheit und den Spirit aller
Athleten/innen. Auf der Rückseite symbolisieren drei Figuren „Laufen,
Springen, Werfen“.
Dritte Hallen-WM-Medaille für den Gastgeber?
Der in Nigeria geborene 22 Jahre alte Sprinter Samuel Francis, der seit
dem 24. April 2007 für Katar startet, ist vor der WM optimistisch. „Ich
bin sehr gut vorbereitet und bereit für den Wettkampf. Ich habe hart
trainiert und erwarte große Dinge.“ Seine Bestzeit über 60 Meter liegt
bei 6,54 Sekunden. „Um in Doha Gold zu holen, muss man unter 6,50
Sekunden laufen“, sagte Samuel Francis. Medaillen bei
Hallen-Weltmeisterschaften für Katar holten bisher Talal Mansour
(Bronze über 60 m in 6,57 sec) 1993 in Toronto (Kanada) und Saif Saeed Shaheen
(Silber über 3.000 m in 7:41,28 min) 2006 in Moskau (Russland).
Chinas Hürden-Superstar Liu bescheiden
Chinas Superstar über 60 Meter Hürden, Liu Xiang, gibt sich vor den
Titelkämpfen in Doha bescheiden. „Es wäre lächerlich zu glauben, dass
ich auf das Podium komme“, sagte der 26-Jährige, der sich nach seiner
Achillessehnen-Verletzung, die ihn bei den Olympischen Spielen in
Peking zur Aufgabe gezwungen hatte, international wieder zurückmeldet.
Zu den Goldfavoriten zählt der Kubaner Dayron Robles. „Mein Ziel“, so
Liu Xiang, „ist das Finale. Zurzeit gibt es keinen Zweifel, dass ich
gegen Dayron Robles sowohl über 60 Meter Hürden in der Halle als auch
über 110 Meter im Freien verlieren würde.“
Jennifer Meadows will eine Medaille
Englands Kapitän Jennifer Meadows, die bei der WM 2009 in Berlin über
800 Meter Bronze holte, könnte in Doha erneut auf dem Podium stehen.
Zumindest drücken ihr die Briten ganz fest die Daumen. Ihre Bestzeit in
der Halle hat die 28-Jährige am 20. Februar in Birmingham mit 1:59,11
Minuten aufgestellt. „Es ist ein enormer Druck für mich, aber was
soll‘s. Ich bin in einer sehr guten Ausgangsposition. Ich darf es eben
nicht als Druck sehen, sondern als Erfolg, dass viele von mir in Doha
eine Medaille erwarten.“
Kurze Historie der Hallen-WM
Die ersten Hallen-Weltmeisterschaften hat die IAAF 1987 in Indianapolis
(USA) mit 402 Athleten aus 84 Ländern ausgetragen. Bei der Premiere
holte sich damals Heike Drechsler zweimal Gold. Sie sicherte sich den
Weltrekord über 200 Meter und triumphierte im Weitsprung. Danach ging
es dann über Budapest (1989/Ungarn), Sevilla (1991/Spanien), Toronto
(1993/Kanada), Barcelona (1995/Spanien), Paris (1997/Frankreich),
Maebashi (1999/Japan), Lissabon (2001/Portugal), Birmingham
(2003/England), Budapest (2004/Ungarn), Moskau (2006/Russland) bis zur
Hallen-WM in Valencia (2008/Spanien). In Valencia vor zwei Jahren holte
die deutsche Mannschaft keine einzige Medaille. Dies soll sich bei der
WM in Doha (651 Athleten/innen aus 149 Ländern) ändern. Der letzte
deutsche Goldmedaillengewinner bei einer WM in der Halle war Berliner Mehrkämpfer André Niklaus 2006 in Moskau.
Austragungsort 2012 ist Istanbul
Bereits jetzt steht der Austragungsort für die nächsten
Hallen-Weltmeisterschaften 2012 fest. Die IAAF hat die Titelkämpfe nach
Istanbul (Türkei) vergeben. Der Gastgeber von 2012 will bei
verschiedenen Empfängen in Doha zeigen, wie gut die Türkei auf die
Top-Veranstaltung in zwei Jahren vorbereitet ist.
DLV-Mannschaftsbroschüre zur Hallen-WM