31.07.2010 | EM 2010 | Christian Fuchs
Frauenstaffel wahrt Medaillenchance
Mit einer überzeugenden Vorstellung im Vorlauf hat die deutsche 4x400-Meter-Staffel der Frauen am Samstagvormittag die Medaillenansprüche bei der EM in Barcelona (Spanien) unterstrichen. Mit einer Zeit von 3:28,67 Minuten belegte man Rang zwei hinter Italien (3:27,95 min) und erreichte damit souverän den Endlauf am Sonntagabend.
Die deutsche Frauenstaffel hielt sich schadlos (Foto: Kiefner)
Die Deutsche Meisterin Janin Lindenberg hatte für die schwarz-rot-goldenen Farben die Jagd eröffnet. Die Magdeburgerin übergab in guter Ausgangsposition, so dass sich die Wattenscheiderin Esther Cremer mit einem flotten Antritt die Spitzenposition sichern und den Grundstein zum Weiterkommen legen konnte.
An der Berlinerin Jill Richards, die im Vorlauf anstelle der Karlstädter Hürdenläuferin Fabienne Kohlmann zum Zug kam, war es dann die Führung zu verteidigen, ehe Claudia Hoffmann auf die letzten 400 Meter ging. Die Potsdamerin legte forsch los, musste dann auf der Zielgerade aber noch die WM-Vierte aus Italien, Libania Grenot, vorbei ziehen lassen.
Im ersten Vorlauf hatten die haushohen Favoritinnen aus Russland ihre Kreise gezogen und mit einer Zeit von 3:26,89 Minuten das Rennen erwartet klar vor den Britinnen (3:28,01 min) und den Französinnen (3:29,25 min) gewonnen. In der Summe hatte das DLV-Quartett die viertbeste Zeit erzielt.
Stimmen zum Wettkampf:
Jill Richards (SCC Berlin):
„Ich fand es grandios. Ich habe mich tierisch gefreut, dass ich im Vorlauf laufen darf. Ich habe versucht mein Bestes zu geben. Es war ein schönes Gefühl. Es war schön, dass ich von vorne weg laufen konnte. Mir fehlte aber so ein bisschen die Orientierung. Das nimmt man an der Spitze aber gerne in Kauf. Ich habe versucht locker und schnell anzugehen und das so lange wie möglich zu halten, um am Ende noch einmal Dampf zu machen, so dass man den Stab nicht zu langsam übergibt.“
Esther Cremer (TV Wattenscheid 01):
"Nachdem ich reingezogen bin, waren wir die ganze Zeit vorne. Am Ende hat Claudia rausgenommen, um sich zu schonen. Die ersten Drei waren sicher weiter. Ich bin glücklich, aber auch ein bisschen K.O. Deshalb fällt es schwer, zu strahlen. Außerdem sind wir morgen noch einmal dran, das heißt Spannung halten. Morgen können wir dann hoffentlich richtig feiern. Die Stimmung war noch nicht so toll wie in Berlin. Aber ich war überrascht, dass so viele Zuschauer bei der Vorstellung die deutsche Staffel bejubelt haben."
Claudia Hoffmann (SC Potsdam):
"Heute ging es darum, möglichst viel Kraft zu sparen und locker weiterzukommen. Wann hatten wir schon mal sechs Mädels auf diesem Leistungsniveau? Damit konnten wir es uns leisten, Fabienne (Kohlmann) zu schonen. Ich habe bis 300 Meter ordentlich Tempo gemacht und wollte dann schauen, wer hinter mir kommt. Leider haben sie auf der Leinwand gerade Diskus gezeigt. Aber ich bin locker weiter, erster oder zweiter Platz war egal. Morgen können wir mit Fabienne sicherlich noch einen draufpacken. Der Wunsch ist eine Medaille, klar. Nachhher esse ich ein Stück Marmorkuchen."
Janin Lindenberg (SC Magdeburg):
Wir haben unsere Aufgabe extrem gut gelöst. Claudia hatte am Ende noch Reserven. Als Startläuferin konnte ich mich nicht schonen, habe aber versucht, nicht zu viele Körner zu verlieren. Morgen werden wir uns große Mühe geben, eine Medaille zu erreichen. Die Form stimmt.
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