Nach einem Führungswechsel zu Beginn des zweiten Wettkampftags der Mehrkampf-DM in Hannover gab Elma Neumann Gold nicht mehr aus der Hand und krönte sich im Siebenkampf der W15 zur Deutschen Meisterin. In der M15 ging der Titel an Lukas Gallmeier. Während sich in der W14 Favoritin Anni Marcard durchsetzte, überraschte im Neunkampf der M14 Lukas Bruns mit Gold.
Mit nur sieben Punkten Abstand zwischen Platz eins und zwei nach vier Disziplinen versprach der zweite Tag im Siebenkampf der W15 eine spannende Entscheidung um den deutschen Meistertitel. Und direkt der Weitsprung brachte einen Führungswechsel. Im zweiten Versuch landete Elma Neumann (SC Potsdam) bei 5,65 Metern – so weit flog keine andere Starterin. In der Zwischenbilanz schob sie sich damit an die Spitze und hatte mit 2.855 Punkten nun 20 Zähler Vorsprung auf Lenya Wolf (LA-Team Alzenau; 2.835 pt), die als Führende nach Tag eins mit 5,39 Metern im Weitsprung auf Rang drei kam.
Beim Speerwurf war es dann Miriam Ertl (LG Sempt), die sich mit 40,36 Metern den Disziplinsieg holte und als einzige Athletin über 40 Meter warf. Lenya Wolf (34,37 m) und Elma Neumann (33,66 m) sortierten sich auf Rang acht und elf ein, an der Platzierung im Gesamtergebnis änderte dies allerdings nichts. Mit 3.386 Punkten ging die Potsdamerin als Führende in den abschließenden 800-Meter-Lauf, dahinter lauerte noch immer Lenya Wolf (3.372 pt) vor Lisa Bender (TSV Baltmannsweiler; 3.293 pt). Eine Attacke auf das Podium startete über die zwei Stadionrunden dann Ella Becker (LAV Kassel), doch obwohl sie in 2:20,93 Minuten als Erste ins Ziel lief, beendete sie den Siebenkampf als Vierte.
Die Medaillen wurden indes an das Trio vergeben, das schon nach sechs Disziplinen vorn lag. Über den Titel durfte sich Elma Neumann freuen, der über 800 Meter 2:42,55 Minuten reichten, um die Spitzenposition mit 3.833 Punkten zu verteidigen. Etwas schneller war Lenya Wolf (2:42,07 min), die sich mit 3.822 Punkten Silber sicherte. Bronze ging an Lisa Bender (3.755 pt). „Der Sieg bedeutete mir sehr viel. Ich habe viel dafür gearbeitet und bin stolz, dass ich es geschafft habe. Zu Beginn des Wettkampfes hätte ich es null erwartet, dass ich das noch rausholen kann. Ich bin über die Hürden schlecht reingekommen, aber der Hochsprung lief dann sehr gut und mit der Bestleistung im Kugelstoßen war es am Ende dann doch ein sehr toller Wettkampf. Ich bin sehr froh, dass es so gelaufen ist – ein großer Dank geht an meine Trainer und Familie sowie meine Freunde, die mich unterstützen“, sagt Elma Neumann.
Lukas Gallmeier gewinnt DM-Gold in der M15
Dass der Titel in der M15 heiß umkämpft war, hatte sich bereits an Tag eins gezeigt und setzte sich auch am zweiten Wettkampftag weiter fort. Mit einer beeindruckenden Vorstellung über 80 Meter Hürden startete Marik Julian Scholz (TSV Bayer 04 Leverkusen) in den Wettkampf. Mit 10,55 Sekunden hielt er die Konkurrenz deutlich auf Abstand und setzte sich in der Zwischenwertung nach fünf Disziplinen mit 3.108 Punkten an die Spitze. Gefolgt von Luc Emil Drews (SV Halle; 3.063 pt) und dem Halbzeitführenden Rafael Hesse (LAZ Soest; 3.043 pt).
Auch nach dem Stabhochsprung konnte Scholz sich noch an der Spitze halten – obwohl er mit 3,00 Metern auf Rang 15 ganze 90 Zentimeter unter der Tagesbesthöhe von Linus Totaro (LG Neckar-Enz) blieb. Rafael Hesse schob sich mit überquerten 3,40 Metern wieder einen Platz nach vorn, gefolgt vom höhengleichen Luis Karl Busch (LG Fichtelgebirge). An dieser Reihenfolge änderte sich auch nach dem Diskus nichts, den Lukas Gallmeier (SSV Ulm 1846; 44,64 m) gewann. Für Hesse, Scholz und Busch gingen jeweils 44,12 Meter, 43,82 Meter und 43,24 Meter in das Ergebnis ein.
Entscheidung um Gold fällt über 1.000 Meter
Im Speerwurf ging das einzige Ergebnis über 50 Meter aufs Konto von Colin Heimerl (LG Stadtwerke München (54,73 m), dahinter war es erneut Linus Totaro, der mit 47,88 Metern fleißig Punkte sammelte. Doch ein 13. Platz über 1.000 Meter ließ die Chancen auf Edelmetall wieder schmilzen - am Ende wurde es mit 5.301 Punkten Rang vier für ihn. Gold sicherte sich auch dank einer soliden Zeit von 2:58,52 Minuten über 1.000 Meter Lukas Gallmeier (SSV Ulm 1846). Mit 5.419 Punkten hatte er sich noch knapp vor Marik Julian Scholz (5.365 pt) gesetzt, der sich nach seinem fulminanten Hürdensprint in der Gesamtwertung mit Silber belohnte. Broze ging an Luis Karl Busch (5.356 pt).
"Es ist natürlich unglaublich. Das hätte ich mir in den letzten Jahren nie erträumen können. Ich habe das ganze Jahr über hart trainiert und bin einfach unglaublich froh, dass ich hier heute als Deutscher Meister den Titel nach Ulm holen konnte. Mein persönliches Highlight war gestern der Hochsprung, bei dem ich mich um sechs Zentimeter steigern konnte. In der Halle bin ich noch keine 1,60 Meter gesprungen und wie durch ein Wunder springe ich jetzt über 1,70 Meter - das war schon ein Highlight", sagte Lukas Gallmeier.
Favoritensieg für Anni Marcard
Wie zu erwarten, begann der zweite Wettkampftag für die deutsche Jahresbeste im Siebenkampf der W14 Anni Marcard (VfL Sindelfingen) genau so, wie sie der ersten beendet hatte. Zwar konnte sie im Weitsprung nicht ganz an ihre Bestleistung (5,92 m) anknüpfen, sicherte sich mit 5,47 Metern aber dennoch ihren insgesamt dritten Disziplinsieg. Im Speerwurf sortierte sie sich beim Sieg der einzigen 40-Meter-Werferin Lotte Schulze (SC Rönnau 74; 43,37 m) mit 33,21 Metern als Achte ein, konnte ihre Führung aber weiterhin behaupten und ging mit zwischenzeitlich 3.434 Punkten auf die abschließenden 800 Meter.
Erste Verfolgerin war zu diesem Zeitpunkt noch Victoria Otto (TV Kalkum-Wittlaer; 3.291 pt) vor Bella Mann (LG Sempt; 3.262 pt). Während Anni Marcard ihren Gesamtsieg als 14. über 800 Meter (2:38,91 min) ungefährdet nach Hause brachte und sich mit 3.899 Punkten nicht nur über eine neue Bestleistung, sondern auch über Gold freuen durfte, schob sich Bella Mann mit einer Zeit von 2:28,57 Minuten als Vierte im Gesamtergebnis mit 3.781 Punkten noch um einen Punkt an Victoria Otto (3.780 pt) vorbei und gewann Silber.
Glücklich über ihren deutschen Meistertitel sagt Anni Marcard: „Ich hatte mir etwas mehr erhofft, aber bei den Windverhältnissen hier war es richtig schwierig heute. Bei den 800 Metern habe ich noch einmal probiert, alles zu geben. Ich hatte auch gesehen, dass ich schon Vorsprung hatte, wusste aber zugleich, dass die anderen ebenfalls starke 800 Meter laufen können. Darum habe ich noch einmal alles reingelegt und am Ende hat es gereicht. Mein Highlight war heute der Speerwurf, weil es mich sehr gefreut hat, dass ich so nah an meine Bestleistung herangeworfen habe. Anfang des Jahres hätte ich niemals damit gerechnet und wusste auch nicht, ob ich den Siebenkampf überhaupt machen soll oder doch lieber nur auf Hürden und Weitsprung setze. Aber ich dachte mir dann, dass ich es einfach probiere und hätte nie damit gerechnet, dass es für den deutschen Meistertitel reicht.“
Lukas Bruns überrascht mit Titelgewinn
Der erste Startschuss am zweiten Wettkampftag der Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Hannover fiel bereits um 9:10 Uhr. Auf dem Programm standen die 80 Meter Hürden im Rahmen des Neunkampfes der M14. Hellwach präsentierte sich dabei vor allem Jakob Ening (Bredstedter TSV), der 11,55 Sekunden auf die Bahn brachte und sich damit auch im Gesamtranking auf Platz vier schob. Ebenfalls stark war Xeno Bredau (SV Halle; 11,59 sec) unterwegs.
Dahinter folgte schon Max Weber (USC Mainz; 11,86 sec), der als Jahresbester das Feld bereits nach Tag eins anführte und nach fünf Disziplinen mit 2.859 Punkten auch weiterhin an der Spitze lag. Doch in den folgenden drei Stationen wollte bei dem Mainzer nur wenig zusammenpassen – nach 1,59 Metern im Hochsprung, 29,23 Metern im Diskuswurf und 36,48 Metern mit dem Speer fiel der Favorit mit 4.423 Punkten in der Zwischenbilanz vor den abschließenden 1.000 Metern auf Rang drei zurück.
Mit starken Würfen an die Spitze
An die Spitze hatte sich indes Lukas Bruns (TSG Reken; 4.525 pt) geschoben, der vor allem in den zwei Wurfdisziplinen überzeugte und als jeweils Zweiter im Diskus- (38,38 m) und Speerwurf (44,36 m) punkten konnte. Mit starken Ergebnissen im Hochsprung (1,71 m) und mit dem Diskus (40,32 m) schielte Felix von Burski (TV Neustadt) nach acht von neun Disziplinen mit 4.508 Punkten auf Silber. Letztlich reichten dem als Deutschlands Nummer zwei angereisten Neustädter auch 3:04,87 Minuten über 1.000 Meter, um seinen zweiten Platz ins Ziel zu bringen und mit 5.049 Punkten Silber zu gewinnen.
Gold ging indes an Lukas Bruns (5.106 pt), der auf den zweieinhalb Stadionrunden noch einmal alle Kräfte mobilisierte und nach 2:58,06 Minuten als Vierter einlief. Für den Disziplinsieger Carl Buschkühle (MS Neuruppin; 2:51,87 min) reichte es indes am Ende nicht mehr für den Sprung auf das Podium, mit 4.843 Punkten wurde er Vierter. Bronze rettete Max Weber ins Ziel, für ihn standen in der Endabrechnung 4.975 Punkte im Protokoll.
„Ich hätte das niemals gedacht und freue mich extrem über den deutschen Meistertitel. Ich bin einfach glücklich, dass ich das jetzt so durchgezogen habe – auch wenn ich so gar keine Lust auf die 1.000 Meter hatte. Ein bestimmtes Highlight gab es für mich an den beiden Tagen nicht, ich fand alles super und es hat extrem Spaß gemacht. Mein Ziel war die Top Acht und dann hatte ich plötzlich die Chance, hier Deutscher Meister zu werden“, sagt Lukas Bruns.