| Disziplin-Check

DREISPRUNG FRAUEN | Neele Eckhardt-Noack dominiert nationale Szene

Deutschlands Leichtathleten sprinten, laufen, gehen, springen, werfen und stoßen wieder! Leider 2021 aufgrund der fortwährenden Corona-Pandemie oft noch ohne Zuschauer. Aber auf der Ebene des Kader- und Leistungssports schon wieder mit fast allen hochkarätigen Wettkämpfen. Und schließlich auch mit den Olympischen Spielen in Tokio, die unter ganz besonderen Bedingungen stattfanden. Wir blicken zurück und ordnen, jeweils eingeleitet durch Interviews mit den Leitenden Bundestrainerinnen und Bundestrainern der Disziplingruppen, die Leistungen ein. Heute: der Dreisprung der Männer.
Nicolas Walter

INTERVIEW MIT DEM LEITENDEN BUNDESTRAINER UWE Florczak

Das ist passiert in 2021

Auf nationaler Ebene führte in diesem Jahr kein Weg vorbei an Neele Eckhardt-Noack (LG Göttingen). Die 29-Jährige legte die bisher beste Saison ihrer Karriere hin und beendete diese mit dem deutschen Meistertitel sowohl in der Halle als auch im Freien. Bei den Hallen-Europameisterschaften gelang ihr zudem der erhoffte Ausreißer nach oben. Mit 14,52 Metern steigerte sie ihre Bestleistung um 17 Zentimeter, blieb lediglich sieben Zentimeter unter dem deutschen Hallen-Rekord und sprang damit zur Bronzemedaille. Auch im Freien erzielte sie mit 14,26 Metern die beste Leistung seit dem Jahr 2018.

Auch bei den Olympischen Spielen zeigte sie mit 14,20 Metern eine gute Leistung, wenngleich dies auch knapp nicht zum Einzug ins Finale reichen sollte. Die Finnin Kristiina Makela konnte sich mit nur einem Zentimeter mehr für die Finalrunde qualifizieren.

Zurück auf die Dreisprung-Bühne kehrte die Deutsche Rekordhalterin Kristin Gierisch (TSV Bayer 04 Leverkusen). Die 31-Jährige hatte zuvor verletzungsbedingt 14 Monate keinen Wettkampf bestritten. Dennoch knackte sie bei den Deutschen Meisterschaften die 14-Meter-Marke und flog meldete sich mit der Silbermedaille zurück. Bei den Olympischen Spielen hatte sie jedoch mit Problemen zu kämpfen und schied in der Qualifikation aus.

Die dritte deutsche Starterin bei einem internationalen Großereignis war Jessie Maduka (TV Wattenscheid 01). Nach ihrem Vize-Titel bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften verpasste sie das Finale bei der Hallen-EM. Maria Purtsa (LAC Erdgas Chemnitz), die Deutsche Meisterin 2020, konnte in diesem Jahr zwar keinen Titel feiern, mit 14,11 Metern konnte sie ihre Bestleistung aber deutlich steigern. Gleich sieben ihrer zehn weitesten Karrieresprünge erzielte sie in diesem Jahr.

Im Nachwuchsbereich konnte der DLV gleich drei Finalplatzierungen bei internationalen Meisterschaften erreichen. Die Deutsche U23-Meisterin Caroline Joyeux (LG Nord Berlin) sprang bei der U23-EM auf Rang fünf, Kira Wittmann (LG Göttingen) auf Platz sieben. Anna Gräfin Keyserlingk (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) wurde bei der U20-EM Zehnte.

Internationale Erfolge

  Medaille Finalplatzierung
Hallen-EM Bronze Neele Eckhardt-Noack (LG Göttingen)
U20-EM 10. Platz Anna Gräfin Keyserlingk (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen)
U23-EM

 
5. Platz Caroline Joyeux (LG Nord Berlin)
7. Platz Kira Wittmann (LG Göttingen)
Olympische Spiele

Unser "Ass des Jahres"

Neele Eckhardt-Noack (LG Göttingen)

Dritte Hallen-EM
Deutsche Meisterin
Deutsche Hallen-Meisterin
Führende der deutschen Jahresbestenliste

Unser "Talent des Jahres"

Caroline Joyeux (LG Nord Berlin)

Fünfte U23-DM
Deutsche U23-Meisterin
U23-Jahresbeste (13,63 m)

Die deutschen Top Ten 2021

Weite Name Jahrgang Verein
14,26 m Neele Eckhardt-Noack 1992 LG Göttingen
14,11 m Kristin Gierisch 1990 TSV Bayer 04 Leverkusen
14,11 m Maria Purtsa 1995 LAC Erdgas Chemnitz
13,85 m Jessie Maduka 1996 TV Wattenscheid 01
13,63 m Caroline Joyeux 2001 LG Nord Berlin
13,56 m Mara Häusler 1999 1. LAV Rostock
13,35 m Kira Wittmann 2000 LG Göttingen
13,32 m Imke Daalmann 1999 TSV Bayer 04 Leverkusen
13,20 m Anna Gräfin Keyserlingk 2003 LAV Bayer Uerdingen/Dormagen
13,08 m Sarah-Michelle Kudla 2002 SCC Berlin

Statistik – Das sagen die Zahlen

Das deutsche Top-Niveau: Dreisprung Frauen

Jahr Athletinnen > 14,10* Schnitt
Top 3
Schnitt
Top 5
Schnitt
Top 10
2005  – 13,66 13,49 13,28
2006  – 13,78 13,55 13,30
2007  – 13,60 13,48 13,30
2008  – 13,72 13,57 13,39
2009  1 14,02 13,87 13,68
2010  1 13,94 13,75 13,50
2011  1 13,97 13,72 13,33
2012  1 14,07 13,75 13,41
2013  1 13,82 13,62 13,40
2014  3 14,25 13,99 13,65
2015  2 14,03 13,75 13,42
2016  2 14,17 13,92 13,60
2017  2 14,15 13,88 13,46
2018  2 14,24 13,97 13,53
2019  2 14,23 13,89 13,49
2020 13,66 13,51 13,15
2021 3 14,16 13,99 13,65

Entwicklung Jahresbestleistungen

Jahr Deutschland Europa Diff Welt Diff
2005 13,93 (Otto) 15,11 (Lebedeva/RUS) 1,18 15,11 (Lebedeva/RUS) 1,18
2006 13,96 (Demut) 15,23 (Lebedeva/RUS) 1,27 15,23 (Lebedeva/RUS) 1,27
2007 14,09 (Demut) 15,14 (Lebedeva/RUS) 1,05 15,28 (Savigne/CUB) 1,19
2008 14,00 (Demut) 15,32 (Lebedeva/RUS) 1,32 15,39 (Mbango Etone/CMR) 1,39
2009 14,20 (Demut) 15,14 (Alekhina/RUS) 0,94 15,14 (Alekhina/RUS) 0,94
2010 14,31 (Demut) 15,25 (Rypakova/KAZ) 0,94 15,25 (Rypakova/KAZ) 0,94
2011 14,57 (Demut) 14,98 (Saladuha/UKR) 0,41 14,99 (Savigne/CUB; Ibargüen/COL) 0,42
2012 14,21 (Demut) 14,99 (Saladuha/UKR) 0,78 14,99 (Saladuha/UKR) 0,78
2013 14,12 (Elbe) 14,85 (Saladuha/UKR) 0,73 14,85 (Saladuha/UKR) 0,73
2014 14,31 (Gierisch) 14,89 (Koneva/RUS) 0,58 15,31 (Ibargüen/COL) 1,00
2015 14,38 (Gierisch) 15,04 (Koneva/RUS) 0,66 15,04 (Koneva/RUS) 0,66
2016 14,31 (Gierisch) 14,74 (Rypakova/KAZ) 0,43 15,17 (Ibargüen/COL) 0,86
2017 14,40 (Gierisch) 14,42 (Mamona/POR) 0,02 14,96 (Rojas/VEN) 0,56
2018 14,45 (Gierisch) 14,60 (Papahrístou/GRE) 0,15 14,96 (Ibargüen/COL) 0,51
2019 14,61 (Gierisch) 14,64 (Nidbaykina/RUS) 0,03 15,41 (Rojas/VEN) 0,80
2020 13,73 (Eckhardt) 14,38 (Petrova/BUL) 0,65 14,71 (Rojas/VEN) 0,98
2021 14,26 (Eckhardt-Noack) 15,01 (Mamona/POR) 0,75 15,67 (Rojas/VEN) 1,41

Das fällt auf:

  • Der Top Drei-Wert der deutschen Athletinnen bewegte sich 2021 in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. In der Breite kann dagegen eine Steigerung beobachtet werden: Der Top Fünf-Wert ist der Beste seit Einführung des Disziplin-Checks auf leichtathletik.de. Der Top Zehn-Wert war nur einmal besser.
  • Neele Eckhardt-Noack steht zum zweiten Mal in Folge an der Spitze der deutschen Jahresbestenliste.
  • Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen führt Portugal die europäische Jahresbestenliste an. Bei den Männern durch Pedro Pichardo, bei den Frauen durch Patricia Mamona. Mit 15,01 Metern erzielte Mamona das beste Resultat in Europa seit dem Jahr 2015.
  • Bei den Olympischen Spielen stellte Yulimar Rojas (Venezuela) mit 15,67 Metern einen neuen Weltrekord auf. Damit führt sie die Weltjahresbestenliste zum insgesamt vierten Mal an, zum dritten Mal in Folge.
  • Aufgrund der starken Leistungen der internationalen Konkurrenz ist der Abstand der deutschen Spitze zur Weltelite angewachsen.

leichtathletik.TV-Clips:

Dreisprung

Die Disziplin-Analysen im Überblick:

Sprint Frauen
Sprint Männer
Langsprint Frauen
Langsprint Männer
Hürdensprint Frauen
Hürdensprint Männer
Langhürden Frauen
Langhürden Männer
Mittelstrecke Frauen
Langstrecke Frauen
Langstrecke Männer
Hindernis Frauen
Hindernis Männer
Gehen Frauen
Gehen Männer
Marathon/Straße folgt im Dezember
Hochsprung Frauen
Hochsprung Männer
Weitsprung Frauen
Weitsprung Männer

* als Referenzwert dient die WM-Norm des Jahres 2017

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