Björn Otto fliegt in Izmir zu Gold
Auf den Punkt genau topfit präsentierte sich Björn Otto (Uni zu Köln) am gestrigen Donnerstag bei der Universiade in Izmir (Türkei). Der Stabartist sprang zum Saisonhöhepunkt 5,80 Meter und gewann damit die Gold-Medaille. Richard Spiegelburg (FH Köln) wurde Vierter mit 5,60 Metern. Auch Till Helmke (Uni Frankfurt) lief in 21,03 Sekunden über 200 Meter nur ganz knapp an einer Medaille vorbei.
Allen Grund zum Jubel hatte Björn Otto (Foto: Möldner)
"Ich will da weitermachen, wo ich in Daegu aufgehört habe", hatte Björn Otto vor seinem Wettkampf verkündet. Diese Taktik ging auf, denn nach der Bronze-Medaille bei den letzten Weltspielen der Studierenden, landete er nun den Gold-Coup. Bis 5,70 Meter lieferte er eine blitzsaubere Serie ab. Dann jedoch übersprang der erst 19-jährige Konstantinos Filippidis (Griechenland), der, wie Björn Otto prophezeit hatte, eine gute Vorstellung bot, 5,75 Meter. Doch der Deutsche zeigte starke Nerven, denn während Konstantinos Filippidis an 5,80 Metern scheiterte, übersprang er diese Höhe im dritten Versuch und flog damit so hoch hinaus wie noch nie in dieser Saison. Zudem stellte er den Universiade-Rekord, der seit 1991 von Istvan Bagyula (Ungarn) gehalten wird, ein. Dritter wurde Oleksander Korchmid (Ukraine) mit 5,70 Metern vor Richard Spiegelburg (5,60 m).
Um eine Hundertstel an Bronze vorbei
Das Unternehmen Titelverteidigung glückte Ignatius Leigh Julius. Der Südafrikaner siegte, wie schon vor zwei Jahren in Daegu (Südkorea), in 20,56 Sekunden über die halbe Stadionrunde vor Shinji Takahari (Japan; 20,93 sec) und dem Zweiten der Spiele 2003, Paul Hession (Irland; 21,02 sec). Till Helmke (21,03 sec), der im Halbfinale noch mit 20,84 Sekunden als Drittschnellster geglänzt hatte, verpasste das Podium um eine Hundertstel und wurde Vierter.
Schnellste Frau über 200 Meter war die Russin Natalia Ivanova in 23,28 Sekunden vor ihrer Landsfrau Elena Yakovleva (23,45 sec) und der Belgierin Elodie Ouedraogo (23,62 sec).
Taktische Rennen über 1.500 Meter
Nachdem der Ukrainer Ivan Heshko in Helsinki noch als Vierter über 1.500 Meter an einer Medaille vorgeschrammt war, lief er in der Türkei zu Gold. Der Hallen-Europameister setzte sich in 3:49,49 Minuten gegen Andrew Baddeley (Großbritannien, 3:50,90 min) und Vincent Rono (Kenia; 3:51,48 min) durch. Fünfter wurde Jonas Hamm (LG Wedel/Pinneberg) im Trikot Finnlands in 3:52,40 Minuten.
Im Finale der Frauen über 1.500 Meter wurden die Medaillen erst im Schlussspurt vergeben. Nachdem Tatyana Holovchenko (4:12,73 min) bis zur letzten Runde für das Tempo gesorgt hatte, wurde sie auf der Ziellinie noch von der Russin Olesya Syreva (4:12,69 min) abgefangen. Bronze ging an Qing Li (China; 4:12,76 min).
Peter Rapp enttäuscht
Volodymyr Zyuskov (Ukraine) sprang am Donnerstagabend im Atatürk Stadion am weitesten. Mit 8,06 Metern bestätigte er sein Resultat aus dem WM-Finale, das er als Achter beendet hatte. Issam Nima (Algerien) gewann Silber mit 8,02 Metern und der Italiener Stefano Dacastello sprang mit 7,95 Metern zu Bronze. Einen rabenschwarzen Tag erwischte Peter Rapp. Der Student der Uni Tübingen landete im ersten Versuch bei 5,34 Metern, die nächsten zwei Versuche trat er über und wurde mit dieser Weite Zwölfter.
Aleksander Walerianczyk (Polen) heißt der Sieger im Hochsprung. Mit übersprungenen 2,30 Metern sicherte er sich Gold vor Gennadiy Moroz (Weißrussland; 2,26 m) und dem Briten Martyn Bernhard (2,23 m).
Platz fünf für Sabine Rumpf
Die Universiade-Siegerin im Diskuswerfen kommt aus Polen. Wioletta Potepa schleuderte ihr Wurfgerät auf 62,10 Meter. Nur die WM-Zehnte Aimin Song (China) kam mit 61,74 Metern annähernd an diese Weite heran. Rang drei belegte Dragana Tomasevic (Serbien und Montenegro; 59,92 m). Die U23-Europameisterin Sabine Rumpf (Uni Frankfurt) erfüllte mit Platz fünf und 58,22 Metern die Erwartungen ihres Trainers Martin Rumpf. Jana Tucholke (Uni Leipzig) kam mit 57,37 Metern ebenfalls in den Endkampf und wurde Siebte.
Der Zehnkampf der Männer begann vielversprechend für Lars Albert (Uni des Saarlands). Nach den ersten vier Disziplinen (11,26 sec; 7,02 m; 15,81 m; 1,89 m; 3.167 Punkte) lag er auf Rang vier mit Kontakt zu den Medaillenplätzen, bevor er dann nach dem Hochsprung verletzungsbedingt den Wettkampf beenden musste. In Führung nach vier Disziplinen lag der Weißrusse Aliaksandr Parkhomenka mit 3.314 Punkten vor dem Belgier Francois Gourmet (3.234 Punkte) und Madis Kallas (Estland; 3.178 Punkte). Die Ergebnisse über 400 Meter, die den Abschluss des ersten Tages bilden, liegen vom Veranstalter noch nicht vor.
Tina Kron (Uni des Saarlandes) wird im Finale über 400 Meter Hürden die deutschen Farben vertreten. Mit 56,74 Sekunden qualifizierte sie sich als Vierte ihres Laufes, während Anja Neupert (TFH Berlin) nicht ins Ziel kam.