| Hallesche Werfertage

David Storl und Linda Stahl steigen ein

Vom U16-Nachwuchs bis zur Weltelite: Wer Kugel, Diskus, Hammer oder Speer besonders weit von sich weg befördern kann, versammelt sich am Wochenende (21./22. Mai) wieder in Halle. Kugelstoßer David Storl und Speerwerferin Linda Stahl greifen erstmals in diesem Jahr ins Geschehen ein, internationaler Stargast ist Hammerwurf-Weltrekordlerin Anita Wlodarczyk.
Jan-Henner Reitze

Im Sportzentrum Brandberge werden am Wochenende hundertfach Kugeln, Disken, Hämmer und Speere vom Himmel fallen. Die Halleschen Werfertage sind traditionell ein großes Familientreffen der Werfergemeinde, aber genauso eine der ersten großen Standortbestimmungen in Richtung der Saisonhöhepunkte des Jahres.

In den Wurfdisziplinen sind die DLV-Athleten international eine feste Größe. Die Zahl der Olympia-Kandidaten übersteigt in mehreren Disziplinen die Zahl der drei zur Verfügung stehenden Startplätze. Anspannung aber auch Motivation sind vor dem Hintergrund des großen Ziels Rio de Janeiro (12. bis 21. August) deshalb besonders groß. Das Wochenende bietet die nächste Gelegenheit, sich zu positionieren.

David Storl zurück im Ring

Einer der erfolgreichsten DLV-Medaillen- und Titel-Sammler der vergangenen Jahre wird in Halle erstmals in diesem Jahr den Wettkampf-Ring betreten: Der zweimalige Weltmeister und dreimalige Europameister David Storl (SC DHfK Leipzig) startet seine Mission Olympia. Diesem Ziel ordnet er alles unter. Auf die Hallensaison verzichtete der 25-Jährige, um seinem Knie Ruhe zu gönnen. Auch möchte er sich in diesem Sommer wieder mehr auf den Saisonhöhepunkt konzentrieren, nachdem er im vergangenen Jahr schon von Mai bis Juli reihenweise Weiten zwischen 21,70 Meter und 22,20 Meter abgeliefert hatte, bei der WM in Peking (China) dann aber nicht an Weltmeister Joe Kovacs (USA; 21,93 m) herankam.

Was wird beim ersten Wettkampf nach acht Monaten Pause herauskommen? Diese Frage stellte David Storl seinen <link https: www.facebook.com storl.david _blank>Facebook-Fans. Die Prognosen reichen von einer hohen 20er-Weite bis zu einer neuen Bestleistung von 22,22 Metern. Die Olympia-Norm (20,50 m) sollte nur Formsache sein.

Auf dem Papier stärkster Gegner ist U20-Athlet Konrad Bukowiecki (Polen), der die Nachwuchs-Rekorde von David Storl reihenweise verbessert hat. Tobias Dahm (VfL Sindelfingen) hofft, dass der 20-Meter-Knoten auch im Freien endlich platzt.

Wo reiht sich Linda Stahl ein?

Im Speerwurf der Frauen haben Christin Hussong (LAZ Zweibrücken), Katharina Molitor (TSV Bayer 04 Leverkusen) und Christina Obergföll (LG Offenburg) den Kampf um die Olympia-Tickets mit Weiten um die Olympia-Norm (62,00 m) eröffnet. In Halle greift Linda Stahl (TSV Bayer 04 Leverkusen) ein und kann sich im direkten Duell mit Christin Hussong und Christina Obergeföll beweisen. Katharina Molitor hatte bei ihrem zweiten Saison-Wettkampf am Mittwoch in Peking (China) 62,01 Meter erzielt.

Genauso umkämpft sind die Olympia-Tickets im Diskuswerfen der Frauen. Im ersten Aufeinandertreffen des Sommers hatte Julia Fischer (SCC Berlin; 66,59 m) in Wiesbaden die Nase vorn vor Nadine Müller (SV Halle; 65,42 m) und Shanice Craft (MTG Mannheim; 64,42 m). Die Olympia-Norm (61,00 m) übertrafen dort auch Anna Rüh (SC Magdeburg; 63,62 m), Claudine Vita (SC Neubrandenburg; 62,40 m) und Kristin Pudenz (SC Potsdam; 61,01 m). Alle steigen in Halle wieder in den Ring. Obendrauf gibt es mit Weltmeisterin Denia Caballero (Kuba) Spitzen-Konkurrenz.

Christoph Harting braucht gültigen Versuch

Bei den Männern konnte sich in Wiesbaden Martin Wierig (SC Magdeburg; 67,60 m) vor Daniel Jasinksi (TV Wattenscheid 01; 67,16 m) durchsetzen. Der Diskus von Christoph Harting (SCC Berlin) segelte zwar weit über die Olympia-Norm (65,00 m) hinaus, der WM-Achte konnte sich aber nicht im Ring halten. Das soll diesmal anders werden. Olympiasieger Robert Harting (SCC Berlin) fehlt wiederum verletzungsbedingt und steigt erst später in die Saison ein.

Im Speerwurf der Männer ist Johannes Vetter (LG Offenburg) der Favorit, nachdem er in Rehlingen 84,38 Meter erzielt hatte. Von den weiteren DLV-Olympiakandidaten sind Lars Hamann (Dresdner SC 1898), Bernhard Seifert (SC Potsdam) und Till Wöschler (TSV Bayer 04 Leverkusen) am Start.

Weltrekordlerin Anita Wlodarczyk (Polen) hat sich im Hammerwurf angekündigt. Nach ihrem Start in Ostrava (Tschechische Republik) am Freitag (20. Mai) will auch Kathrin Klaas (LG Eintracht Frankfurt) gleich wieder auf die Jagd nach 70-Meter-Weiten gehen.  

Nachwuchs auf dem Weg nach Bydgoszcz und Tiflis

In den Nachwuchs-Wettbewerben geht es um die Normen sowie eine gute Ausgangsposition für die U20-WM in Bydgosczc (Polen; 19. bis 24. Juli) und U18-EM in Tiflis (Georgien; 14. bis 17. Juli). In einigen Disziplinen haben schon drei Athleten die Quali-Weite abgeliefert.

Im Kugelstoßen der weiblichen Jugend U18 gibt es mit Hanna Meinikmann (TV Wattenscheid 01), Jule Steuer (SC Magdeburg), Amelie Döbler (LG Stadtwerke München) und Selina Dantzler (LG Stadtwerke München) sogar schon vier Kandidatinnen für Tiflis, die in Halle alle noch einen draufsetzen wollen.

Hallesche Werfertage

<link https: www.leichtathletik.de termine wettkampf-kalender veranstaltung detail hallesche-werfertage-1>Teilnehmerliste und weitere Infos

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