| Diamond League

Homiyu Tesfaye nutzt Doha-Express für EM-Norm

Beim ersten Diamond League-Meeting des Jahres in Doha (Katar) hat sich Homiyu Tesfaye über 1.500 Meter auf 3:33,33 Minuten gesteigert. In einem pfeilschnellen Rennen erfüllte der Frankfurter damit auch die Norm für die EM in Zürich (Schweiz; 12. bis 17. August). Im Hochsprung bezwang Olympiasieger Ivan Ukhov (Russland) starke Konkurrenz mit einem Sprung über 2,41 Meter.
Jan-Henner Reitze

Was für ein Auftakt in die neue Saison: Im 1.500-Meter-Rennen von Doha sind gleich sechs Athleten unter 3:31 Minuten geblieben. Olympiasieger und Weltmeister Asbel Kiprop (Kenia) hatte trotz des hohen Tempos den besten Endspurt und siegte in 3:29,18 Minuten. Landsmann Silas Kiplagat bliebt als Zweiter (3:29,70 min) auch noch unter 3:30 Minuten. Als Dritter stellte Ayanleh Souleiman (3:30,16 min) einen Landesrekord für Dschibuti auf, genau wie der Sechste Aman Wote für Äthiopien (3:30,86 min).

Homiyu Tesfaye lief in 3:33,33 Minuten als Elfter ins Ziel. Seine Bestleistung steigerte der WM-Fünfte um knapp eine Sekunde und verbesserte sich in der ewigen DLV-Bestenliste auf Rang vier. Zum knapp 34 Jahre alten deutschen Rekord von Thomas Wessinghage (USC Mainz; 3:31,58 min) fehlen noch knapp zwei Sekunden.

Die EM-Norm (3:37,70 min) hakte der Deutsche Hallenmeister im ersten Anlauf locker ab. Damit hat es sich für ihn mehr als gelohnt, dass er zu Gunsten des Laufes in Doha auf einen Start bei der Langstrecken-DM am vergangenen Wochenende verzichtete.

Starke Leistungen im Hochsprung und über 3.000 Meter

Dieser Sommer im Hochsprung wird heiß. Das hat schon das erste große internationale Meeting gezeigt. Ivan Ukhov flog über 2,41 Meter und versuchte sich noch an einem neuen Europarekord (2,43 m). Die beiden zweitplatzierten Derek Drouin (Kanada) und Erik Kynard (USA) floppten jeweils über 2,37 Meter, genau wie Hallen-Weltmeister Mutaz Barshim (Katar) auf Rang vier. Es deutet sich an, dass es in den nächsten Wochen - wie schon im Vorjahr - einige Versuche geben wird, den Weltrekord (2,45 m) zu verbessern.

Über 3.000 Meter lief Hellen Obiri (Kenia) in 8:20,68 Minuten auf Rang fünf in der Geschichte. Nur Läuferinnen aus China waren je schneller. Genzebe Dibaba (8:26,21 min) musste sich mit Rang sechs begnügen. In der Halle hatte die Äthiopierin über diese Strecke noch einen Weltrekord (8:16,60 min) aufgestellt und den WM-Titel geholt.

Linda Stahl auf Rang fünf

Beim Sieg von Dreifach-Weltmeisterin Shelly-Ann Fraser-Pryce (Jamaika; 11,13 sec) über 100 Meter stieg Verena Sailer (MTG Mannheim) in 11,40 Sekunden als Sechste in die Saison ein - bei 0,8 m/sec Gegenwind.

Als Dritte mit 4,43 Metern holte Kristina Gadschiew (LAZ Zweibrücken) einen Punkt im Diamond Race im Stabhochsprung. Höhengleich auf Rang fünf landete die Leverkusenerin Silke Spiegelburg, die in den vergangenen drei Jahren den Gesamtsieg im Rennen um 40.000 US-Dollar geholt hatte. Der Tagessieg ging nach Griechenland, an Nikoleta Kyriakopoulou (4,63 m) vor Hallen-Weltmeisterin Yarisley Silva (Kuba; 4,53 m).

Die Olympia-Dritte Linda Stahl (TSV Bayer 04 Leverkusen) landete im Speerwurf mit 60,95 Metern auf Rang fünf. Der Sieg ging an Martina Ratej (Slowenien; 65,48 m).

Adams unangefochten - Bestleistung für Craft

Mit 20,20 Metern entschied Valerie Adams das Kugelstoßen schon im ersten Versuch klar für sich. Die Konkurrenz hielt knapp anderthalb Meter Abstand zur Olympiasiegerin aus Neuseeland. Yuliya Leantsiuk (Weißrussland; 18,78 m) kam der Hallen-Weltmeisterin noch am nächsten.

Mit einer Freiluft-Bestleistung von 17,47 Metern ist Shanice Craft (MTG Mannheim) als Siebte in den Sommer gestartet. In der Halle ist die Kugel schon noch weiter geflogen (17,66 m). Im Diskuswerfen hat die 20-Jährige die EM-Norm (61 m) schon erfüllt.

Alyn Camara verzichtet

Der Vierte der Hallen-WM Louis Tsatoumas (Griechenland; 8,06 m) gewann im Weitsprung. Der Leverkusener Alyn Camara sagte kurzfristig ab - eine Vorsichtsmaßnahme. Der Rücken zwickt ein wenig. Unter diesen Umständen entschied sich der Deutsche Meister gegen eine Reise nach Doha.

Das Diskuswerfen dominierte Piotr Malachowski (Polen). Mit jedem seiner sechs Versuche hätte der Vize-Weltmeister gewonnen, der beste landete bei 66,72 Metern. Eine Weite, an der sich Olympiasieger Robert Harting (SCC Berlin) am Samstag (10. Mai) bei seinem Saisonauftakt in Wiesbaden orientieren kann.

Aman, Merritt und Kemboi stark

Weltmeister Mohamed Aman (Äthiopien) siegte über 800 Meter standesgemäß in 1:44,49 Minuten für Nijel Amos (Botswana; 1:44,54 min). Weltrekordler David Rudisha (Kenia) hatte sein für Doha geplantes Comeback verschoben.

Der dreimalige Weltmeister Ezekiel Kemboi (Kenia; 8:04,12 min) war der schnellste Läufer über 3.000 Meter Hindernis.

Über 400 Meter setzte sich Weltmeister Lashawn Merritt (USA; 44,44 sec) durch. Der Tscheche Pavel Maslak stellte als Dritter einen Landesrekord (44,79 sec) auf.

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

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