Patrick Domogala - "Außenseiter und Newcomer"
Patrick Domogala pirscht sich im deutschen Männersprint an die Spitze heran. Als „Außenseiter und Newcomer“ sieht sich der Mannheimer. In dieser Rolle fühlt er sich wohl. Mehr erfahren Sie im Interview.
Patrick Domogala, Sie sind am 26. Januar in Sindelfingen die 60 Meter in 6,71 Sekunden gelaufen. Haben Sie mit der Steigerung Ihrer Bestzeit um fünf Hundertstel gerechnet?Patrick Domogala:
Nein, überhaupt nicht. Ich hatte den ganzen Winter über etwas Probleme mit der Startbeschleunigung. Von daher war ich selbst überrascht, dass ich in Sindelfingen so schnell gelaufen bin.
In der Vergangenheit sind Sie schon des Öfteren von Verletzungen zurückgeworfen worden. Wie steht es aktuell um Ihre Gesundheit?
Patrick Domogala:
Da ist alles in Ordnung. Ich konnte den Winter über voll durchtrainieren und habe muskulär überhaupt keine Probleme.
Demnach laufen die Vorbereitungen auf die Deutschen Hallen-Meisterschaften nach Plan?
Patrick Domogala:
Ich denke schon. Ich hatte zwar in der vergangenen Woche drei Tage leichtes Fieber, aber diese kurze Trainingsunterbrechung hat mich nicht zurückgeworfen.
Spüren Sie nach Ihrer Leistung von Sindelfingen einen gewissen Erwartungsdruck?
Patrick Domogala:
Nein, das lasse ich gar nicht an mich heran. 2013 ist mein erstes Jahr bei den Männern. Ich denke, ich bin Außenseiter und Newcomer zugleich. Das sind beides Rollen, mit denen ich mich gut identifizieren kann.
Bis zur Norm für die Hallen-EM fehlen noch fünf Hundertstel. Haben Sie diese Zeit im Hinterkopf?
Patrick Domogala:
Nein. Es ist zwar schön, dass ich da so nah dran bin. Aber ich möchte mir da keinen Druck aufbauen.
Was fasziniert Sie am Sprinten?
Patrick Domogala:
Zum einen, dass der kleinste Fehler ein Rennen entscheiden kann und zum anderen der Adrenalinkick vor dem Start. Diesen Moment kann man mit Worten gar nicht beschreiben.
Welche Strecke laufen Sie eigentlich am liebsten?
Patrick Domogala:
Auch wenn über 200 Meter wohl das größere Potenzial in mir schlummert, fühle ich mich auch auf den kurzen Strecken, also auf den 60 und 100 Metern richtig wohl. Da kann ich keinen Favoriten ausmachen.
Was mögen Sie an Staffelrennen?
Patrick Domogala:
Den Zusammenhalt als Team. Das ist in der Leichtathletik ja sonst nicht so üblich. Wenn man sich gegenseitig zu Höchstleistungen antreibt - das ist etwas ganz Besonderes.
Haben Sie ein Vorbild?
Patrick Domogala:
In der Leichtathletik speziell eigentlich nicht. Im Sport allgemein fasziniert mich der Tennisspieler Rodger Federer. Er bringt seit Jahren konstant gute Leistungen und ist dabei ganz sympathisch und auf dem Boden geblieben.
Seit Ihrem Einstieg in die Leichtathletik trainieren Sie bei Michael Manke-Reimers. Was zeichnet Ihre Zusammenarbeit aus?
Patrick Domogala:
In den vergangenen knapp zehn Jahren hat sich einfach eine sehr große Vertrauensbasis aufgebaut. Wir sind zu einem tollen Team geworden und kennen uns gegenseitig in- und auswendig. Das ist, denke ich, der Grundstein für unseren Erfolg.
Sie trainieren lieber in der Gruppe als einzeln. Warum?
Patrick Domogala:
Ich brauche einfach dieses gegenseitige Antreiben im Training. Die Überwindung, den inneren Schweinehund doch noch zu besiegen, funktioniert einfach in der Gruppe viel besser. Wenn ich mal eine Einheit allein absolvieren muss, fällt mir das einfach viel schwerer.
Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Patrick Domogala:
Mit meiner Freundin und meinen Freunden.
Haben Sie das Gefühl, durch Ihren Sport auf etwas verzichten zu müssen?
Patrick Domogala:
Nein, eigentlich nicht. Ich gehe zwar abends nicht so oft weg wie vielleicht andere Jungs in meinem Alter, aber das macht mir nichts aus. Dafür ermöglicht mir mein Sport schließlich auch viele tolle Erlebnisse.
Was war Ihr bislang schönster sportlicher Moment?
Patrick Domogala:
Der Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Jugendspielen 2010 in Singapur.
Was sind Ihre Ziele für 2013?
Patrick Domogala:
Gesund zu bleiben! Das ist erst einmal das Wichtigste. Und dann möchte ich mich in der Männerklasse etablieren und vielleicht die ein oder andere Bestzeit aufstellen.
Haben Sie einen sportlichen Traum?
Patrick Domogala:
Wie wohl jeder Leistungssportler möchte auch ich einmal an Olympischen Spielen teilnehmen. Diesem großen Ziel ordne ich alles andere unter.
Quelle: leichtathletik - Ihre Fachzeitschrift