| Düsseldorf Marathon

Pfeiffer wird zum Einzelkämpfer – Sanga mit Kampfansage

Von ursprünglich gar fünf Läufern, die am Sonntag (24. April) beim Düsseldorf Marathon die Olympia-Norm angreifen wollten, ist einer übrig geblieben: Hendrik Pfeiffer wagt bei seinem Marathon-Debüt ein "großes Abenteuer". An der Spitze wird vom Kenianer Philipp Sanga ein Angriff auf den Streckenrekord erwartet.
Jörg Wenig

Drei Läufer, drei verschiedene Ziele: der Kenianer Philipp Sanga, der rumänische Titelverteidiger Marius Ionescu und der deutsche Debütant Hendrik Pfeiffer (TV Wattenschied 01) peilen am Sonntag beim Metro Group Marathon Düsseldorf drei ganz unterschiedliche Zeiten an. Während Sanga den Streckenrekord von 2:07:48 Stunden angreifen möchte, will Ionescu den rumänischen Rekord von 2:12:30 Stunden brechen. Für Pfeiffer geht es währenddessen um eine Zeit unter 2:13:57 Stunden, mit der er sich für Olympia qualifizieren würde.

Bei den Frauen gehört Beverly Ramos (Puerto Rico) zu den Favoritinnen beim Metro Group Marathon Düsseldorf, bei dem alles zusammen rund 16.000 Läufer erwartet werden. „Ich denke, wir werden ein sehr interessantes Rennen erleben und hoffe, dass das Wetter mitspielt“, sagte Race Direktor Jan Winschermann.

Pfeiffer: "Großes Abenteuer"

„Es ist ein großes Abenteuer für mich, aber ich freue mich auf mein Marathon-Debüt und bin zuversichtlich“, sagte der 23-jährige Hendrik Pfeiffer, der eigentlich sein erstes Rennen über die 42,195 km erst für 2017 geplant hatte. Nachdem der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) jedoch im Januar die Olympia-Norm von 2:12:15 auf 2:14:00 Stunden entschärfte, entschloss sich Pfeiffer es zu versuchen.

Ursprünglich wollten fünf deutsche Athleten in Düsseldorf in einer Art Ausscheidungsrennen die Rio-Norm angreifen. Übrig ist letztlich nur noch Hendrik Pfeiffer. Während André Pollmächer (Rhein Marathon Düsseldorf) mangels Form seine Karriere beendete und nun am Sonntag nur die letzten 10 Kilometer als Abschiedsrennen joggen wird, fiel Steffen Uliczka (SG TSV Kronshagen/Kieler TB) ebenfalls schon vor längerer Zeit aufgrund eines Ermüdungsbruches im Beckenbereich aus. Vor wenigen Tagen musste Manuel Stöckert (SC Ostheim/Rhön) aufgrund einer Erkältung passen, am Donnerstag fiel dann auch noch Falk Cierpinski (SG Spergau) mit Muskelproblemen aus.

„Es ist bitter für Manuel. Wir wollten uns gegenseitig unterstützen, nachdem wir viel zusammen trainiert hatten. Wir hatten uns beim Trainingslager in Kenia gesagt, dass wenigstens einer von uns durchkommen muss - ich werde nun am Sonntag alles geben und es versuchen“, sagte Hendrik Pfeiffer, der bei seinem Debüt die erste Hälfte in knapp unter 67 Minuten laufen möchte und auf ein durchgehend gleichmäßiges Tempo setzt. Vor einer Woche bekam Pfeiffer ein leichtes muskuläres Problem im Unterschenkel, er hofft jedoch, dass dies ihn am Sonntag nicht behindern wird.

Sanga: Düsseldorf statt Hannover

Ein schnelles Rennen plant Philipp Sanga. Der Kenianer wollte ursprünglich zwei Wochen vorher beim Hannover-Marathon starten. „Doch als ich beim Check-In auf dem Flughafen in Nairobi war, stellte sich heraus, dass mein Visum falsch ausgestellt worden war. Ich konnte nicht rechtzeitig nach Hannover fliegen und dachte, meine Frühjahrssaison ist hinüber. Es ist schon extrem ärgerlich, wenn man sich lange auf einen Marathon vorbereitet und dann nicht laufen kann - danach war ich sehr froh, dass ich in Düsseldorf noch eine Chance bekam“, erzählte der 32-Jährige, der mit einer Bestzeit von 2:06:07 Stunden der schnellste Läufer auf der Startliste ist.

„Ich möchte am Sonntag den Streckenrekord brechen“, sagte Philipp Sanga. Diese Bestzeit stellte der Äthiopier Dereje Debele vor drei Jahren mit 2:07:48 Stunden auf. Voraussichtlich wird die Spitzengruppe eine Halbmarathon-Zwischenzeit von 64:00 Minuten anpeilen. Die Kenianer Cosmas Kigen (Bestzeit: 2:09:43), Mathew Bowen (2:10:57) und Jackson Rutto (Debüt) könnten dieses Tempo mitlaufen.

Ramos: Von den Hindernissen auf die Straße

Einen anderen Rekord peilt Titelverteidiger Marius Ionescu an. Der Rumäne, der sich im vergangenen Jahr in Düsseldorf auf 2:13:19 steigerte, will seinen Landesrekord brechen. Vor 38 Jahren, 1978 in Prag, lief Catalin Andreica eine Zeit von 2:12:30 Stunden. „Ich bin schon für Rio qualifiziert, daher ist hier eine neue persönliche Bestzeit das Ziel“, sagte Ionescu.

Bei den Frauen gilt Beverly Ramos (Puerto Rico) als Favoritin, obwohl sie bei ihrem Marathon-Debüt im vergangenen November in New York nicht über 2:41:56 Stunden hinauskam. Die frühere 3.000-Meter-Hindernisläuferin zeigte aber in diesem Frühjahr beim Halbmarathon in New York mit einer Zeit von 72:09 Minuten gute Form. „Es ist mein Ziel, eine Zeit um 2:33 Stunden zu erreichen. Verglichen zu New York ist die Strecke in Düsseldorf natürlich richtig flach“, sagte die 28-jährige Beverly Ramos.

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