| Hallen-WM 2016

Renaud Lavillenie magnifique – 6,02 Meter und Gold

Erst der neue Weltrekord von 6,17 Meter war zu hoch. Renaud Lavillenie (Frankreich) hat am Donnerstag den Stabhochsprung der Hallen-Weltmeisterschaften in Portland (USA) dominiert und sich mit zwei Sprüngen Gold sowie mit dem dritten über 6,02 Meter den Meisterschaftsrekord gesichert.
Silke Morrissey

Als die 14 Stabhochspringer um 19:00 Uhr Ortszeit ihren Wettbewerb starteten, wussten sie noch nicht, dass ein Mammut-Programm von mehr als drei Stunden vor ihnen liegen würde. Einen ließ das komplett kalt: Renaud Lavillenie. Der Franzose stieg bei 5,75 Metern ein und erhöhte auf 5,90 Meter – damit hatte er Hallen-WM-Gold Nummer zwei in der Tasche. Dann ließ er bei seinem dritten Versuch des Tages 6,02 Meter unter sich – Meisterschaftsrekord.

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht ging er anschließend zum Kampfgericht und kündigte die nächste Höhe an, begleitet von „World Record“-Rufen des Publikums. Während er sich einen neuen Stab aus der Stabhülle holte, wurde die Latte mit sorgfältigem Nachmessen auf 6,17 Meter gelegt.

Was für Kräfte bei dieser Höhe mit dem gewählten Stab wirken, zeigte wohl am besten der zweite Versuch, den Renaud Lavillenie kopfüber Richtung Einstichkasten rutschend beendete. Glücklicherweise konnte er lachend wieder aufstehen. „Als ich den Kasten direkt vor mir gesehen habe, habe ich schon ein bisschen Angst bekommen“, sagte er später, „aber ich habe es geschafft, sicher zu landen.“ Aus dem neuen Weltrekord wurde am Donnerstag nichts.

Carlo Paech wird Zehnter

Mithalten konnte in diesen Sphären kein Konkurrent. Doch auch der Vize-Titel ging an einen würdigen Springer: Der US-Amerikaner Sam Kendricks, in der Vorwoche im Oregon Convention Center mit Gold bei den US-Hallenmeisterschaften dekoriert,  wahrte bis einschließlich 5,80 Meter eine weiße Weste. Damit holte er ungefährdet Silber. Bronze ging an den Polen Piotr Lisek, der 5,75 Meter im ersten Versuch meisterte und damit die Nase vorn hatte vor den höhengleichen Jan Kudlicka (Tschechische Republik) und Freiluft-Weltmeister Shawn Barber (Kanada).

Carlo Paech (TSV Bayer 04 Leverkusen) startete mit einem ungültigen Versuch über 5,40 Meter, flog dann aber problemlos über diese Höhe und nahm auch 5,55 Meter im ersten Anlauf. Dann war der Wurm drin. Mehrmals brach er bei der darauf folgenden Höhe von 5,65 Metern seine Sprünge ab. Im dritten Versuch lief die Zeit ab, bevor er zurückgehen und ein zweites Mal Anlauf nehmen konnte. Einen ernsthaften Sprung brachte er nicht zustande. Damit blieb Rang zehn und ein Abschneiden außerhalb der erhofften Top Acht.

STIMME ZUM WETTBEWERB

Carlo Paech (TSV Bayer 04 Leverkusen; 5,55 m)

Am Anfang lief alles nach Plan, die 5,55 Meter waren ein guter Sprung. Danach haben sich ein paar Kleinigkeiten eingeschlichen, die schon während der gesamten Hallensaison immer mal wieder aufgetaucht sind. Und dann war der Wurm drin. Bei 5,45 Metern ging es ja schon so los, dann bin ich trotzdem noch mal abgehoben, das war okay. Aber irgendwie war das Gefühl für den Stab in der Hand nicht mehr da. Und dann ist es ganz schwer, sich zu überwinden trotzdem abzuspringen. Ich hoffe, das Gefühl kommt in den nächsten Trainingseinheiten wieder. Die Hallen-WM war sehr spät, das hat sich nach den letzten Wettkämpfen ziemlich hingezogen. Trotzdem konnte ich es kaum erwarten hier zu springen. Daher bin ich schon enttäuscht, dass ich die bis hierhin gute Hallensaison nicht mit einer Kirsche obendrauf beenden konnte. Aber ich habe in diesem Winter viele gute Sprünge gemacht, die technischen Umstellungen, die wir vorgenommen haben, haben hin und wieder schon ganz gut geklappt. Es ist noch viel, viel Luft nach oben. Ich hoffe, ich kann das im Sommer abrufen. Morgen fliegen wir wieder zurück nach Deutschland und trainieren dann weiter in Leverkusen, dort haben wir alles, was wir brauchen, ins Trainingslager fahren wir nicht. Ich will schon Ende April in den USA die ersten Wettkämpfe bestreiten, den ersten am 21., und dort möglichst früh die Olympia-Norm abhaken.

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