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U20-EM: Die DLV-Talente in den Finals (Tag 2)

Die deutschen Nachwuchsathleten kämpfen am zweiten Tag der U20-Europameisterschaften in Boras (Schweden; 18. bis 21. Juli) in den Finals um gute Platzierungen und Medaillen. Hier lesen Sie, wie sich die Talente behauptet haben.
Pamela Lechner

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mU20: Weitsprung Finale

Bennet Vinken verpasst den Endkampf

Die Qualifikation war für Bennet Vinken aussichtsreich verlaufen. Mit zwei Sprüngen über 7,50 Meter hatte der Athlet vom Hamburger SV Konstanz auf hohem Niveau bewiesen. Aber das Finale begann mit zwei übertretenen Sprüngen nicht optimal – davon einer, der sehr weit war. Im dritten Durchgang musste ein Sicherheitssprung her, um im Wettbewerb zu bleiben. Diesen konnte er zwar bei 7,10 Metern landen, doch er verpasste damit den Endkampf als Neunter um acht Zentimeter.

An der Spitze sorgten der Franzose Jules Pommery mit neuer Bestleistung von 7,83 Metern trotz reichlich Gegenwind (-2,7 m/sec) und der Schweizer Jarod Biya mit nationalem U20-Rekord von 7,78 Metern für die weitesten Sätze. Bronze ging mit 7,53 Metern an den Rumänen Andreas-Samuel Bucsa.

wU20: Diskuswurf Finale

Sandy Uhlig bleibt der Regen erspart

Bei noch gutem Wetter war das Finale der Diskuswerferinnen mit Sandy Uhlig (LG Mittweida) gestartet. In den ersten beiden Würfen flog ihr Diskus auf 46,56 und 46,46 Meter. Im dritten Durchgang hätte für das Erreichen des Endkampfes der Top Acht und damit weiterer drei Versuche eine Steigerung hergemusst, die nicht klappen wollte (44,16 m). Als Zehnte musste die 50-Meter-Werferin die Anlage vorzeitig verlassen und den Rest des Wettkampfes als Zuschauerin verfolgen.

Die DLV-Werferin hatte insofern Glück, als dass ihr Auftritt vor Einsetzen eines starken Regenschauers beendet war. Den Showdown im Regen entschied die junge Niederländerin Alida van Daalen mit nationaler U18-Bestleistung von 55,92 Metern vor der Türkin Özlem Becerek (54,17 m) und der Französin Amanda Ngandu-Ntumba (53,22 m) für sich.

mU20: Kugelstoßen Finale

Platz sechs: Timo Northoff deutlich besser als in der Quali

Für das Finale hatte sich Timo Northoff mehr Lockerheit vorgenommen, in der Qualifikation war die Kugel nur auf 18,45 Meter geflogen. Das lief am Freitag deutlich besser. Im zweiten Versuch wuchtete der Athlet vom TV Wattenscheid 01 sein Wurfgerät auf 19,16 Meter. Das sollte seine beste Weite des Tages bleiben und sie war am Ende Platz sechs wert.

Überragender Stoßer an der Spitze war der Weißrusse Aleh Tamashevich, der im fünften Durchgang 21,32 Meter auspackte. Silber sicherte sich der Pole Marok Wojciech mit 20,07 Metern. Eng war es im Streit um Bronze. Hier setzte sich der Türke Alperen Karahan (19,76 m) mit drei Zentimetern Vorsprung auf den zweiten Weißrussen Aliaksei Aleksandrovich (19,73 m) durch.

STIMME ZUM WETTBEWERB

Timo Northoff (TV Wattenscheid 01):
Ich habe versucht, es besser als in der Quali zu machen. Ich hatte auch einen ungültigen Versuch, der noch weiter war. Ich bin nicht der Typ dafür, auf Sicherheit zu stoßen. Ich habe es in jedem Stoß versucht. Aber sechster Platz ist auch nicht so schlecht, würde ich sagen. Ich fand das super, wie mich die anderen Deutschen angefeuert haben. Schon als ich vorgestellt wurde, habe ich sie gehört. Auf der Tribüne habe ich gefühlt nur Team-Kollegen gesehen.

mU20: 100 Meter Finale

Lucas Ansah-Peprah schrammt an Bronze vorbei

Drei deutsche Sprinter standen bei der Vorstellung der Athleten an der Startlinie und sorgten für ein starkes Team-Ergebnis, das vor allem für die Staffel Hoffnungen schürt. Mit dem stärksten Endspurt des DLV-Trios stürmte Lucas Ansah-Peprah (Hamburger SV) bei Windstille in 10,55 Sekunden auf Rang vier. Zum Bronzerang fehlten nur zwei Hunderstel. Den dritten Podestplatz holte sich der Brite Chad Miller (10,57 sec) hinter Antoni Plichta (Polen; 10,52 sec) und dem Italiener Loreno Paissan (10,44 sec).

Nach Lucas Ansah-Peprah folgten geschlossen die weiteren DLV-Sprinter: Simon Wulff (Dresdner SC 1898; 10,57 sec) und Nick Kocevar (TSV Bad Endorf; 10,62 sec) kamen auf den Plätzen fünf und sechs ins Ziel. Ein Drama spielte sich bei Europas aktueller Nummer eins ab: Der Brite Jeremiah Azu wurde gegen Ende des Rennens von einer Verletzung gestoppt und verließ weinend den Innenraum.

STIMMEN ZUM WETTBEWERB

Nick Kocevar (TSV Bad Endorf):
Ich bin nicht ganz zufrieden, ich hatte mir ein bisschen mehr erhofft. Ich bin neben dem verletzten Briten gelaufen und habe das auch kurz realisiert, dass er raus ist, habe aber nicht groß darüber nachgedacht. Ich hatte anfangs ein Zucken in den Beinen. Das Team-Ergebnis war sehr gut. Darauf lässt sich für die Staffel aufbauen.

Lucas Ansah-Peprah (Hamburger SV):
Ich habe mein Bestes gegeben. Es war klar, dass mein Start nicht das Maß aller Dinge sein wird, aber ich habe danach alles versucht. Mit dem vierten Platz kann ich immernoch zufrieden sein. Für die Staffel haben wir Jungs jetzt noch eine Rechnung offen und werden den Briten und Italienern zeigen, dass auch deutscher Sprint geil ist.

wU20: 100 Meter Finale

Chiara Schimpf jubelt über Bestzeit im richtigen Moment

Erster internationaler Einsatz, erstes internationales Finale und trotz nasser Bedingungen eine Bestzeit aufgestellt. Chiara Schimpf (Dresdner SC 1898) hatte nach dem 100 Meter-Finale genug Grund zur Freude. Die 18-Jährige rannte die Distanz in 11,63 Sekunden (+0,8 m/sec) und wurde Sechste. Wie kurz zuvor bei der männlichen Jugend ging der Sprint-Titel an Italien. Vittoria Fontana lag im Foto-Finish zeitgleich hauchdünn vor N'ketia Seedo (Niederlande) und erzielte mit 11,40 Sekunden einen nationalen U20-Rekord. Bronze gewann die Spanierin Jael Bestue (11,59 sec).

STIMME ZUM WETTBEWERB

Chiara Schimpf (Dresdner SC 1898):
Ich hatte das Ziel ins Halbfinale zu kommen, und der Rest war jetzt Zugabe. Ich habe das Rennen einfach genossen. Der erste internationale Start war etwas Neues, von dem man viel Erfahrung mitnehmen kann. Dass es eine Bestzeit wird, hätte ich aufgrund des Wetters nicht gedacht. Der Start war gut, von 30 bis 60 Metern sollte ich ballern, das habe ich gut hinbekommen. Und hintenraus ist es dann nur noch drücken und ziehen und alles geben.

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