| DM 2018 Nürnberg

Vier unter 46 Sekunden: Langsprinter feiern Bestzeit-Party

Die schnellste DM-Siegerzeit seit zehn Jahren. Sieben persönliche Bestzeiten. Und dazu vier Zeiten unter 46 Sekunden. Die deutschen 400-Meter-Asse liefen im DM-Finale zur Höchstform auf. Allen voran der alte und neue Deutsche Meister Johannes Trefz.
Martin Neumann

Für Patrick Schneider war eine Stadionrunde im Höchsttempo nicht genug. Der Langsprinter vom LAC Quelle Fürth startete im Ziel des 400-Meter-Finals gleich auf die Ehrenrunde durch. Dazu hatte er als Deutscher Vize-Meister auch allen Grund. Schließlich hatte er kurz zuvor mit 45,82 Sekunden endlich die 46-Sekunden-Marke geknackt. „Die Zeit ist der absolute Wahnsinn“, strahlte der 25-Jährige über das ganze Gesicht. Denn gleichzeitig blieb er damit auch erstmals unter der EM-Norm von 46,00 Sekunden.

Während der Fürther schon angeregt mit Journalisten und Freunden plauderte, musste sich Johannes Trefz in den Katakomben des Max-Morlock-Stadions noch ein wenig erholen. In 45,70 Sekunden hatte der Zwei-Meter-Mann von der LG Stadtwerke München seinen Titel erfolgreich verteidigt und seine Bestzeit um sechs Hundertstel gesteigert.

Sieben Bestzeiten in einem Rennen

Apropos Bestzeit: Sieben von acht Finalisten jubelten in Nürnberg über einen neuen Hausrekord. Drei blieben erstmals unter der prestigeträchtigen 46-Sekunden-Marke. Neben Patrick Schneider auch Fabian Dammermann (LG Osnabrück; 45,94 sec) und der knapp geschlagene Marvin Schlegel (LAC Erdgas Chemnitz; 45,95 sec) als Vierter.

Speziell Fabian Dammermann konnte seine Steigerung um 76 Hundertstel kaum begreifen. Immer wieder schüttelte der DM-Dritte den Kopf: „Ich habe mir vergangene Woche vorgestellt, wie es ist, eine 45er-Zeit zu laufen. Nun ist es Realität. Wahnsinn!“ Speziell auf der Zielgeraden machte der Niedersachse Boden gut und sicherte sich neben DM-Bronze die Einzelnorm für die EM in Berlin.

Fabian Dammermann steigert sich in einem Jahr um 1,31 Sekunden

„Ich hätte vielleicht mit einer 46,4 gerechnet. Aber nicht mit einer Steigerung auf unter 46 Sekunden“, jubelte Fabian Dammermann. Der 20-Jährige hat sich damit binnen eines Jahres um 1,31 Sekunden verbessert. Eine kleine Ewigkeit über 400 Meter.

Angeführt werden die deutschen 400-Meter-Läufer bei der EM von Johannes Trefz, der in Nürnberg seinen Titel-Hattrick perfekt machte. Ganz nebenbei lief der Münchner die schnellste DM-Siegerzeit seit zehn Jahren. Damals war an selber Stelle Simon Kirch (SV Schlau.com Saar) 45,57 Sekunden gelaufen. In ähnliche Bereiche will der Deutsche Meister bei der „Heim-EM“ in Berlin vorstoßen. „Eine Steigerung Richtung 45,5 Sekunden halte ich für realistisch“, schaute Johannes Trefz voraus.

Meister Johannes Trefz fiebert der EM-Staffel entgegen

Und dann kommt natürlich noch die Staffel. Das deutsche Team kann vier Läufer mit Saisonbestzeiten von unter 46 Sekunden ins EM-Rennen schicken. Eine solche Breite gab es lange nicht bei den deutschen Viertelmeilern. „Wir wollen mit der Staffel vorn mitmischen. Wenn wir im Feld mitlaufen, kann es sogar Richtung Medaillen gehen“, sagte Johannes Trefz.

Eine deutsche 4x400-Meter-Staffel mit Medaillen-Ambitionen am späten Samstagabend (11. August) würde natürlich das Olympiastadion in Berlin zum Kochen bringen. Einen Vorgeschmack darauf haben die deutschen Langsprinter im Nürnberger DM-Finale jedenfalls schon einmal abgeliefert.

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