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Wolf-Dieter Poschmann wird 65 – Ruhestand nach Olympia

Wolf-Dieter Poschmann hat in seiner langen Karriere als ZDF-Sportreporter viele Höhen, aber auch einige Tiefen erlebt. Mit 65 verabschiedet er sich nun vom Bildschirm - allerdings erst nach den Olympischen Spielen im August.
dpa/sim

Die Stimme von Wolf-Dieter Poschmann erkennt der sportinteressierte Fernsehzuschauer auf Anhieb. Seit 30 Jahren kommentiert und moderiert Poschmann nun schon Sportsendungen im ZDF. In dieser Zeit hat er viele Meriten erworben, sich aber nicht nur Freunde gemacht. An diesem Sonntag wird der gebürtige Kölner 65 Jahre alt - und freut sich auf seinen Abschied vom Bildschirm nach den Olympischen Spielen in Rio.

"Ein wunderbarer Abschluss. Ich habe so viel Spannendes und Großartiges erlebt, durfte ein kleiner Teil von großen Sportmomenten sein, habe Generationen von Sportlern kommen und gehen sehen, habe die deutsche Einheit, die im Sport ja irgendwie immer noch nicht richtig vollzogen ist, begleitet", sagte Poschmann unlängst in einem Interview des Bonner "General-Anzeiger" über seine wechselvolle TV-Karriere.

Vom erfolgreichen Leichtathleten zum Anchorman des ZDF

Eigentlich wollte Poschmann ja Profifußballer werden. Als daraus nichts wurde, versuchte er sich mit Erfolg als Leichtathlet. Nach dem Ende seiner aktiven Sportlerlaufbahn heuerte Poschmann 1986 beim Zweiten Deutschen Fernsehen als freier Mitarbeiter an. Sieben Jahre später wurde er festangestellter Redakteur und stieg schnell zum Anchorman auf. 1994 moderierte er erstmals das "Aktuelle Sportstudio", 1995 wurde er Chef der ZDF-Sportredaktion. Ein Aufstieg wie im Bilderbuch.

Künftig war Poschmann stets dort, wo sich die Stars tummelten. Ob im Stadion, auf der Tartan- und Eisbahn oder dem Roten Teppich. Er berichtete von Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften im Fußball und diversen Titelkämpfen in der Leichtathletik und im Eisschnelllauf.

Mehrfach wurde Poschmann zum TV-Journalisten des Jahres gewählt. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) zeichnete ihn 2011 mit dem DLV-Medienpreis aus. Poschmanns Ära als Sportchef endete jedoch vorzeitig. Offiziell wurde dies mit der notwendigen Trennung von administrativen und journalistischen Aufgaben begründet.

"Nicht schwer loszulassen"

Als Chefreporter versorgte er die TV-Konsumenten auch danach mit News und Anekdoten aus der Sportwelt. 2011 folgte nach 230 Auftritten der Abpfiff im "Aktuellen Sportstudio". Bei den Olympischen Spielen 2012 in London (Großbritannien) geriet er – aus seiner Sicht zu Unrecht – heftig in die Kritik, weil er den ehemaligen Dopingsünder Justin Gatlin (USA) beim 100-Meter-Finale in Schutz nahm und das Kontrollsystem als unangemessen und ineffizient bezeichnete.

Zuletzt sorgte Poschmann für Aufsehen, als er die ZDF-Sondersendung zum Rücktritt von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach barfuß moderierte. Im Netz war sein Auftritt ein Topthema, für Poschmann selbst nur eine unbedeutende Fußnote. "Dass daraus eine solche Welle wurde, ist einerseits amüsant, aber auch bezeichnend für den Zustand unserer Medienlandschaft", sagte er verwundert dem "General-Anzeiger".

Mit dieser Entwicklung kann er sich kaum noch identifizieren. "Die Berichterstattung im Allgemeinen ist braver, geschmeidiger und weniger kontrovers geworden", kritisierte Poschmann. Auch deshalb freut er sich auf den bevorstehenden Ruhestand: "Es fällt mir nicht schwer loszulassen."

Quelle: Deutsche Presse-Agentur (dpa)

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