Das ist ein Traumstart in die neue Saison der Diamond League. Beim Meeting in Keqiao hat Mohamed Abdilaahi am Samstag die 3.000 Meter dominiert. Der Athlet von Cologne Athletics pulverisierte den deutschen Rekord* und lief der internationalen Konkurrenz in 7:25,77 Minuten auf und davon. Starke Siegesweiten gab es im Kugelstoßen der Frauen und Diskuswurf der Männer.
Die deutschen Rekorde über 5.000 Meter und 10.000 Meter hat sich Mohamed Abdilaahi (Cologne Athletics) auf der Bahn wie auf der Straße schon geholt und den Anschluss an die internationale Spitze hergestellt. Am Samstag in Keqiao (China) machte der 27-Jährige noch einen weiteren großen Schritt und gewann sein erstes Diamond League-Rennen, als erster DLV-Athlet überhaupt auf einer Langstrecke. Über 3.000 Meter nahm er selbstbewusst die Position hinter den Pacemakern ein, die 60er-Runden abspulten und damit Kurs auf eine Endzeit von 7:30,00 Minuten nahmen.
In der Schlussphase war der DLV-Athlet auf sich allein gestellt, zum Feld war eine Lücke entstanden, aber Mohamed Abdilaahi konnte das Tempo nicht nur halten, sondern in der Abschlussrunde sogar noch einmal steigern. Nach 7:25,77 Minuten lief er souverän als Sieger ins Ziel. Die deutsche Rekordmarke von Dieter Baumann aus dem Jahr 1998 (7:30,50 min) ist damit Geschichte. Aus Europa waren im Freien in der jemals nur zwei Athleten noch schneller, weltweit 14.
„Ich hatte vor dem Rennen an den deutschen Rekord gedacht, aber man weiß natürlich nie, wie stark die Konkurrenz ist“, erklärte Mohamed Abdilaahi nach seinem Coup. „Es war mein drittes Rennen in diesem Jahr, mein dritter nationaler Rekord und jetzt 7:25 Minuten über 3.000 Meter – unglaublich!“ Der Kenianer Reynold Cheruiyot (7:26,11 min) kam dem Sieger noch am nächsten. 5.000-Meter-Europarekordler Andreas Almgren (Schweden) wurde mit Landesrekord (7:26,48 min) Dritter. 14 Athleten blieben in dem pfeilschnellen Rennen unter 7:30,00 Minuten, 16 Athleten liefen Bestzeit, inklusive zwei kontinentalen und drei weiteren Landesrekorden.
Peruth Chemutai besiegt Faith Cherotich
Ebenfalls ein schnelles Rennen mit gleich vier Athletinnen unter 9:00,00 Minuten gab es über 3.000 Meter Hindernis der Frauen. Im Schlussspurt um den Sieg setzte sich die Olympiasiegerin von 2021 Peruth Chemutai (Uganda; 8:51,47 min) mit nur einer Hundertstel Vorsprung gegen Weltmeisterin Faith Cherotich (Kenia; 8:51,48 min) durch.
Die WM-Vierte Marwa Bouzayani (Tunesien) steigerte ihren Landesrekord als Dritte um gut drei Sekunden auf 8:58,09 Minuten vor der Äthiopierin Kena Tufa (8:59,66 min). Olivia Gürth (Silvesterlauf Trier) ging das Tempo der Spitze von Beginn an nicht mit und beendete das Rennen vorzeitig.
Außerhalb der Diamond League-Wertung gab es auch über 5.000 Meter einen Spurt um den Sieg. Nicht zu schlagen war 1.500-Meter-Weltrekordlerin Faith Kipyegon (14:24,14 min), die Likina Amebaw (14:24,21 min) und Senayet Getachew (beide Äthiopien; 14:24,71 min) hinter sich ließ. Über 1.500 Meter blieben angeführt von Birke Haylom (Äthiopien; 3:55,56 min) elf Athletinnen unter vier Minuten.
Jessica Schilder haut 21,09 Meter raus
Im Kugelstoßen der Frauen kratzte ein Trio bis zum vierten Versuch an der 20-Meter-Marke. Hallen-Weltmeisterin Chase Jackson (USA; 19,97 m) führte vor Sarah Mitton (Kanada; 19,95 m) und Freiluft-Weltmeisterin Jessica Schilder (Niederlande; 19,90 m). Und dann ging es erst richtig los. In Runde fünf feuerte Jessica Schilder ihr Arbeitsgerät auf 21,09 Meter zum Sieg. Ihren Landesrekord (20,69 m) steigerte die 27-Jährige um 40 Zentimeter. „Ich kann es nicht fassen. Das ist so eine gewaltige Sache“, erklärte die Niederländerin. Die Vier-Kilo-Kugel zuletzt über die Marke von 21 Metern gestoßen hatte die zweimalige Olympiasiegerin Valerie Adams im Juli 2012 in Luzern (Schweiz; 21,11 m).
Und auch Chase Jackson (20,46 m) und Sarah Mitton (20,42 m) legten noch Top-Weiten hin. Ein Auftakt nach Maß in die neue Saison. Zur Vierten Fanny Roos (Schweden; 19,26 m) klaffte schon eine Lücke. Olympiasiegerin Yemisi Mabry (MTG Mannheim) startete als Achte mit 18,55 Metern in den Sommer.
Mit gleich drei 70-Meter-Würfen und einer Tagesbestweite von 70,58 Metern sorgte Kristjan Ceh (Slowakei) auch im Diskuswurf der Männer für ein Top-Resultat. Der Australier Matthew Denny (67,54 m) und Weltmeister Daniel Stahl (Schweden; 66,71 min) komplettierten das Podest. Auf einen starken fünften Platz kam Steven Richter (LV 90 Erzgebirge; 65,49 m), der die Zwei-Kilo-Scheibe gleich dreimal über die Marke von 65 Metern schickte.
Armand Duplantis klar vorn, Karsten Warholm geschlagen
Der Stabhochsprung der Männer war eine klare Angelegenheit für Armand Duplantis (Schweden). Der Überflieger stand schon als Sieger fest, als er noch über 6,00 Meter und den Meeting-Rekord von 6,12 Meter flog. Zur Freude der Zuschauer ließ der Weltmeister und Olympiasieger dann noch die neue Weltrekordhöhe von 6,32 Metern auflegen, scheiterte aber dreimal. Auf den zweiten Platz kam Kurtis Marschall (Australien), der als einziger weiterer Springer 5,80 Meter meisterte.
Über 300 Meter knapp geschlagen geben musste sich Karsten Warholm (Norwegen), der in 33,05 Sekunden auf die Hundertstel genauso schnell war wie im Vorjahr in Xiamen (China). Noch vier Hundertstel schneller war diesmal der Weltmeister von 2022 Alison dos Santos (Brasilien; 33,01 sec). Weitsprung-Weltmeister Mattia Furlani (Italien) legte mit einer Steigerung auf 8,43 Metern einen Einstand nach Maß in seine Sommersaison hin.
Den Hürdensprint der Frauen entschied Olympiasiegerin Masai Russell (12,25 sec) für sich, Hallenweltrekordlerin Devynne Charlton (Bahamas) steigerte ihren Landesrekord über die 100-Meter-Hürden-Strecke dahinter auf 12,38 Sekunden. Über 200 Meter meldeten sich zwei Topstars zurück, die in den vergangenen Jahren nicht mehr ganz vorne an der Weltspitze standen. Die Weltmeisterin der Jahre 2022 und 2023 Shericka Jackson (Jamaika; 22,07 sec) setzte sich vor der zweimaligen 400-Meter-Olympiasiegerin Shaunae Miller-Uibo (Bahamas; 22,26 sec) durch.
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*vorbehaltlich Ratifizierung