| Diamond League Chorzów

Merlin Hummel wieder als Zweiter auf dem Podium, auch Henrik Janssen und Steven Richter überzeugen

© Jens Priedemuth
Beim Diamond League-Meeting am Sonntag in Chorzów haben drei DLV-Werfer besonders überzeugt. Hammerwerfer Merlin Hummel belegte Rang zwei, die Diskuswerfer Henrik Janssen und Steven Richter kamen auf die Plätze vier und fünf. In einer Reihe von Disziplinen waren internationale Top-Stars am Start, nicht alle standen am Ende ganz oben auf dem Podium.
Jan-Henner Reitze

Diese Disziplin gehört nicht zum Diamond League-Programm, am Sonntag in Chorzów (Polen) hat der Hammerwurf dennoch einen hochklassigen Leichtathletik-Nachmittag eröffnet. Vor allem der Wettbewerb der Männer bot den Zuschauern die versammelte Weltelite. Und es war Olympiasieger und Weltmeister Ethan Katzberg (Kanada), der die 80-Meter-Marke sicher in Griff hatte und mit seiner Tagesbestweite von 82,92 Metern einmal mehr nicht zu schlagen war. 

Wie schon bei den Welt- und Europameisterschaften auf Platz zwei bewies Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt), dass er sein Topniveau abrufen kann. Mit 81,25 Metern kam der 24-Jährige dem Sieger am nächsten. Europameister Bence Halász (Ungarn), der sich bei seinem Sieg in Birmingham (Großbritannien) auf 84,25 Meter gesteigert hatte, landete auf Rang drei (79,44 m). Bei den Frauen gewann Camryn Rogers (Kanada) mit 77,09 Metern.

Henrik Janssen und Steven Richter mit starken Weiten auf Plätzen vier und fünf

Auf den Rängen vier und fünf lieferten die Diskuswerfer Henrik Janssen (SC Magdeburg) und Steven Richter (LV 90 Erzgebirge) ebenfalls starke Leistungen ab. Der EM-Dritte aus Magdeburg schleuderte die Zwei-Kilo-Scheibe auf 68,19 Meter, der Deutsche Meister aus Chemnitz steigerte sich im fünften Durchgang noch auf 67,81 Meter. Das Podium war nicht weit entfernt. Weltmeister Daniel Stahl (Schweden) erzielte als Dritter 68,25 Meter. Europameister Kristjan Ceh (Slowenien; 68,93 m) wurde Zweiter. Eine Klasse für sich war diesmal Weltrekordler Mykolas Alekna (Litauen; 72,58 m), der viermal weiter als 71,00 Meter warf. 

Über 3.000 Meter Hindernis ging Karl Bebendorf (Dresdner SC) das hohe Tempo der Spitze mit. In der Schlussphase konnte der EM-Dritte nicht mehr ganz vorne mitmischen und lief als Siebter in 8:10,40 Minuten dennoch zu einer starken Zeit. Ganz vorne musste sich der zweimalige Olympiasieger Soufiane El Bakkali (Marokko), wie zuletzt im vergangenen Sommer bei der WM in Tokio (Japan), mit Rang zwei zufrieden geben (8:04,61 min). Auf der Zielgeraden zog Afrikameister Gemechu Godana (Äthiopien; 8:02,74 min) deutlich davon. Niklas Buchholz (Franconia Athletics) lief als 13. (8:20,39 min) ein.

100-Meter-Siege für Melissa Jefferson-Wooden und Oblique Seville 

Weltmeister Oblique Seville (Jamaika) stürmte in 9,83 Sekunden zum Sieg über 100 Meter vor Kenneth Bednarek (USA; 9,87 sec). Auch der neuntplatzierte Emmanuel Eseme (Kamerun, 9,99 sec) blieb unter 10,00 Sekunden. Das Finale ging ohne europäische Beteiligung über die Bühne. 10,07 Sekunden waren für die Qualifikation in den Vorläufen nötig, die der EM-Dritte Owen Ansah (Hamburger SV; 10,22 sec) oder auch Europameister Romell Glave (Großbritannien; 10,14 sec) an diesem Nachmittag nicht zeigen konnten.

Bei den Frauen konnte Weltmeisterin Melissa Jefferson-Wooden (USA; 10,78 sec) Olympiasiegerin Julien Alfred (St. Lucia; 10,83 sec) hinter sich lassen. Wie schon in London (Großbritannien) gelang Hürdensprinter Ja'kobe Tharp (USA; 13,05 sec) ein Diamond League-Sieg. Der 20-Jährige hatte bei den US-College-Meisterschaften in 12,75 Sekunden den Weltrekord (12,80 sec) von Aries Merritt (USA) unterboten.

Armand Duplantis meistert 6,20 Meter

Im Stabhochsprung tat sich Überflieger Armand Duplantis (Schweden) zu Beginn des Wettkampfes schwer, flog dann aber doch im zweiten Anlauf über 6,10 Meter und im ersten Versuch über 6,20 Meter. Dreimal vergeblich an dieser Höhe versuchte sich Emmanouil Karalis (Griechenland), der sich mit 6,00 Metern Rang zwei mit dem Norweger Sondre Guttormsen teilte.

Dreispringerin Saly Sarr (Senegal) flog bei ihrem Sieg (15,08 m) erstmals in ihrer Karriere über die 15-Meter-Marke. Im Hochsprung setzte sich Weltrekordlerin Yaroslava Mahuchikh (Ukraine) mit einem Sprung über 2,00 Meter durch.

Alison dos Santos wieder vor Karsten Warholm

400-Meter-Hürden-Europameister Karsten Warholm (Norwegen) musste sich trotz Saisonbestzeit (46,52 sec) wieder dem Weltmeister von 2022 Alison dos Santos (Brasilien; 46,43 sec) geschlagen geben. Landsmann Matheus Lima steigerte sich als Dritter auf 47,26 Sekunden. Die 400 Meter der Frauen entschied Olympiasiegerin Marileidy Paulino (Dominikanische Republik; 48,87 sec) mit einer starken Zielgeraden für sich. Bei den Männern lief Weltmeister Collen Kebinatshipi (Botswana; 43,59 sec) wieder vorne weg. Dahinter unterbot 400-Meter-Hürden Olympiasieger Rai Benjamin (USA; 43,83 sec) erstmals die 44,00 Sekunden.

In einem engen Finish über 1.500 Meter der Frauen triumphierte Tsige Duguma (Äthiopien; 3:55,06 min) vor Jessica Hull (Australien; 3:55,20 min) und Dorcus Ewoi (Kenia; 3:55,58 min). Nur eine Hundertstel dahinter lief die EM-Zweite Klaudia Kazimierska (Polen; 3:55,59 min) zur Freude ihrer Landsleute als Vierte polnischen Landesrekord. Bei den Männern gewann der US-Amerikaner Ethan Strand (3:30,77 min). In seinem ersten 1.500-Meter-Rennen der Saison belegte Jakob Ingebrigtsen (Norwegen; 3:31,19 min) Rang vier.

Die Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik.

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