Zwei erfahrene Bergläufer sind am Sonntag in Breitungen/Werra zum DM-Titel gestürmt. Während bei den Männern Tobias Ulbrich den Sieg im finalen Bergaufstück klarmachte, spielte Hanna Gröber ihre Downhill-Stärken im entscheidenden Augenblick aus. In der U20 zeigte Weltmeisterin Julia Ehrle ein ganz starkes Rennen.
Die Starterinnen und Starter bei der Berglauf-DM in Breitungen/Werra (Thüringen) mussten am Sonntag nicht nur 13 Kilometer mit 750 Höhenmetern bergauf und 430 Höhenmetern bergab meistern, sondern sich auch gegen Wind und Wetter behaupten. Kalter Wind und Regenschauer machten es ihnen nicht einfacher. Bei den Männern fiel die Entscheidung um den Sieg erst auf den letzten 500 Metern. Die frischeren Beine hatte kurz vor dem Ziel auf dem Pleßberg Tobias Ulbrich (LG Region Landshut). Der WM-15. des vergangenen Jahres im „Vertical“ machte einen Rückstand von 20 Metern noch wett und setzte sich mit 50:37 Minuten knapp vor Dominik Notz (LAV Stadtwerke Tübingen; 50:41 min) durch.
„Das Rennen war härter als gedacht. Zunächst lag ich in Führung, aber auf der Bergabpassage kam Dominik herangeflogen. Danach hat die Führung immer wieder gewechselt. Die letzten 500 Meter habe ich bergauf dann voll durchgezogen und konnte mich noch ein wenig absetzen“, sagte Tobias Ulbrich nach dem Rennen. Bronze ging mit 51:43 Minuten an Maximilian Zeus (LG Telis Finanz Regensburg).
Ihre Stärke im Downhill spielte Hanna Gröber (LAV Stadtwerke Tübingen) auf den zwei längeren Abschnitten aus. Bergab konnte sie zunächst die schnell gestarteten Laura Hottenrott (Düsseldorf Athletics), die kurzfristig nachgemeldet hatte, und Nadine Hübel (TV Dipperz) einholen und sich im späteren Rennverlauf absetzen. Im Ziel hatte sie mit 57:49 Minuten exakt 1:01 Minuten Vorsprung auf Laura Hottenrott, Nadine Hübel folgte acht Sekunden später auf dem Bronzerang.
Hanna Gröber macht Rückstand wett
„Es ist so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Obwohl Laura und Nadine zu Beginn des Rennens schon etwas Vorsprung rauslaufen konnten“, erklärte Hanna Gröber. Dass ihre Form – nicht nur bergab – passt, hatte die 29-Jährige bereits im März mit einer neuen Halbmarathon-Bestzeit von 73:07 Minuten unter Beweis gestellt. Auch Laura Hottenrott war mit Silber nicht unzufrieden: „Mein Training war zuletzt auf die Marathon-DM ausgerichtet. Darum ging es zunächst darum, auf den Bergabstücken nicht zu stürzen.“
Im selben Rennen wurden auch die Deutschen U23-Meister ermittelt. Bei den Frauen hatte Julia Rath (TSV Penzberg) nach 68:28 Minuten als Siegerin einen großen Vorsprung auf Lisa Maisch (KSG Gerlingen; 70:03 min). Bei den U23-Junioren fiel die Entscheidung um den Sieg etwas knapper aus. Mit 53:30 Minuten machte Arvid Lösel (LG Region Karlsruhe) das Rennen vor Lennart Rössler (SC Ostheim/Rhön; 54:21 min).
Bei der Berglauf-DM ging es für die Starterinnen und Starter nicht nur um Titel und Medaillen. Sie konnten sich auch für die „Off-Road-Running-EM“ vom 5. bis 7. Juni in Kamnik (Slowenien) empfehlen. So nutzte Laura Hottenrott die DM als Leistungsnachweis. Die U20-Siegerin und der U20-Sieger qualifizierten sich im Rennen über 7,2 Kilometer (415 hm) sogar direkt für die EM.
Nur drei U20-Läufer vor Julia Ehrle
Dass sie im Berglauf national eine Klasse für sich ist, bewies Julia Ehrle (LG Farbtex Nordschwarzwald). Die U20-Weltmeisterin des Vorjahrs zog den Konkurrentinnen vom Start weg auf und davon. Im Ziel lief sie mit 30:57 Minuten einen Vorsprung von fast vier Minuten heraus und musste nur drei U20-Läufern den Vortritt lassen.
„Die Strecke war superschön und abwechslungsreich. So hat das Rennen großen Spaß gemacht, zumal ich immer Läufer um mich herum hatte“, sagte Julia Ehrle nach ihrem dritten U20-DM-Titel des Jahres. Hinter der Schwarzwälderin gewann die Thüringerin Gloria Herold (Race Erfurt; 34:40 min) die Silbermedaille. Bronze ging an Hannah Lösel (Eintracht Frankfurt; 35:06 min).
Bei der männlichen Jugend wurde das Rennen zum Schaulaufen des SSC Hanau-Rodenbach. Tom Knauer setzte sich mit 29:45 Minuten vor seinem Teamkollegen Tim Völker (30:09 min) durch. Der drittplatzierte Matteo Bianchin (Dresdner SC; 30:56 min) war eine Sekunde vor Julia Ehrle im Ziel. „Es war mein erster Titel im Berglauf. Darum freue ich mich sehr. Das Rennen war super, aber der Schlussanstieg ziemlich hart“, sagte Tom Knauer. Auch der schnellste U18-Läufer trug das SSC-Trikot: Moritz Knauer belegte im U20-Gesamteinlauf mit 31:32 Minuten Rang fünf.
Zu den Ergebnissen.
Foto: Die Deutschen Berglaufmeister Tobias Ulbrich und Hanna Gröber.