| Prävention und Intervention

Safe Athletics: DLV veröffentlicht weiterentwickeltes Schutzkonzept

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat sein Schutzkonzept „Safe Athletics“ umfassend weiterentwickelt und veröffentlicht nun die aktualisierte Fassung, die insbesondere Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Leichtathletik berücksichtigt. Ziel ist es, die Präventions- und Interventionsarbeit gegen interpersonale Gewalt in der Leichtathletik weiter zu stärken und aktuelle Entwicklungen im organisierten Sport sowie neue rechtliche und gesellschaftliche Anforderungen zu berücksichtigen.
DLV

Das weiterentwickelte Schutzkonzept gegen Gewalt ist online: Grundlage der neuen Fassung ist ein umfangreicher Beteiligungsprozess. Im vergangenen Jahr führte der DLV Gespräche mit zahlreichen Personengruppen aus dem Leistungssport und der Verbandsarbeit, darunter Athletinnen und Athleten, Trainerinnen und Trainer, Athletensprecher, Bundesstützpunktleitende, Verbandsärztinnen und -ärzte, Sportpsychologinnen und -psychologen, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie Mitarbeitende der DLV-Geschäftsstelle. Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus diesen Gesprächen sind in die Weiterentwicklung des Schutzkonzepts eingeflossen.

„Mit der Veröffentlichung des weiterentwickelten Schutzkonzepts gehen wir den nächsten wichtigen Schritt, um sichere Rahmenbedingungen in der Leichtathletik zu schaffen und diese kontinuierlich zu verbessern“, sagt DLV-Vorständin Dr. Kristin Behrens. „Die Weiterentwicklung war bereits bei der Entstehung des ersten Schutzkonzepts vor einigen Jahren vorgesehen. Im vergangenen Jahr haben wir uns intensiv mit den Erfahrungen und Perspektiven aller relevanten Akteure auseinandergesetzt – von Athletinnen und Athleten über Trainerinnen und Trainer bis hin zu Ärztinnen, Ärzten und weiteren Fachpersonen. Diese Rückmeldungen haben maßgeblich dazu beigetragen, das Schutzkonzept praxisnah weiterzuentwickeln und an aktuelle Anforderungen anzupassen.“

Strukturen für Betroffene gestärkt

Eine wichtige Neuerung: Die Strukturen für den Umgang mit Meldungen durch Betroffene und Hinweisgeber sind weiter gestärkt worden. Das Interventionsteam des DLV, das über eingehende Meldungen und das weitere Vorgehen berät, wurde erweitert. Neben den offiziellen Ansprechpersonen für interpersonale Gewalt, Inga Serfort und Elke Bartschat, gehören dem Team künftig auch eine Sportpsychologin sowie ein DLV-Verbandsarzt an. So soll eine noch umfassendere fachliche Bewertung von Fällen und eine bestmögliche Unterstützung Betroffener gewährleistet werden. Schon vor einigen Monaten hatte der DLV die Sichtbarkeit der Ansprechpersonen erhöht und unter anderem den Web-Auftritt optimiert.

Zu den zentralen Neuerungen im Schutzkonzept gehört auch die Ausweitung des Blicks von bislang „sexualisierter Belästigung und Gewalt“ auf sämtliche Formen interpersonaler Gewalt. Das Schutzkonzept berücksichtigt nun ausdrücklich physische Gewalt, seelische Gewalt, sexualisierte Gewalt, Vernachlässigung sowie Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung. Letztere werden nun vom DLV als eigenständige Gewaltform ausdrücklich benannt. Ergänzt wurde daher auch der verbindliche E-Learning-Kurs „Anti-Rassismus“. Darüber hinaus wurde das Schutzkonzept an die Vorgaben des Safe Sport Code des DOSB angepasst.

„Der DLV bekräftigt mit der Weiterentwicklung des Schutzkonzepts sein klares Bekenntnis zu einem respektvollen, diskriminierungsfreien und sicheren Umfeld für alle Menschen in der Leichtathletik. Interpersonale Gewalt hat im Sport keinen Platz“, sagt Dr. Jörg Bügner, DLV-Vorstand Leistungssport: „Wir danken allen, die in den vergangenen 18 Monaten intensiv an der Weiterentwicklung des Schutzkonzepts mitgewirkt haben.“

DLV-Schutzkonzept Safe Athletics

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