Drei Stunden Sprint-Action satt – mit Owen Ansah, Gina Lückenkemper & Co.: Bei „Fast Arms, Fast Legs“ in Wetzlar geben sich die deutschen Sprint-Stars die Ehre. Über 200 Meter der Männer kommt es zum Aufeinandertreffen zweier Deutscher Rekordler mit dem Europameister und einem Olympiasieger.
„Fast Arms, Fast Legs“ (schnelle Arme, schnelle Beine) – der Name, den das alljährlich stattfindende Sprintmeeting in Wetzlar trägt, passt. Denn am Freitag versammelt sich (fast) alles, was im deutschen Sprint, Rang und Namen hat, im enwag-Stadion. Im Fokus stehen die hochkarätig besetzten Wettbewerbe über 100 und 200 Meter. Darüber hinaus werden Para-Wettbewerbe über 100 und 200 Meter durchgeführt, unter anderem mit Para-Weltmeister Felix Streng, der das Trikot des Ausrichtervereins Sprintteam Wetzlar trägt.
Über die halbe Stadionrunde hat sich bei den Männern ein Starterfeld der Extraklasse angekündigt: Der Deutsche 200-Meter-Rekordler Joshua Hartmann (ASV Köln). Der Deutsche 100-Meter-Rekordler Owen Ansah (Hamburger SV). Der amtierende Europameister Timothé Mumenthaler aus der Schweiz. Und Eseosa Fausto Desalu, der 2021 in Tokio (Japan) mit der italienischen 4x100-Meter-Staffel Olympia-Gold holte.
Die stärkste Bestzeit des Quartetts bringt mit 20,02 Sekunden Joshua Hartmann mit, der Schnellste in diesem Jahr war bislang Owen Ansah (20,29 sec), der die EM-Norm von 20,45 Sekunden als einziger deutscher Sprinter schon abgehakt hat.
DLV-Sprinter gegen internationale Konkurrenz
Zu den vier genannten Athleten gesellen sich der Deutsche Meister Lucas Ansah-Peprah (Hamburger SV) und der Deutsche Hallenmeister Robin Ganter (MTG Mannheim) hinzu, die beide ebenso wie Desalu und Mumenthaler auch über 100 Meter gemeldet sind. Auf der kürzeren Sprintdistanz zählen darüber hinaus die Lokalmatadoren Heiko Gussmann und Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar) zu den Favoriten.
Beiden fehlen nur wenige Hundertstel zur Norm (10,15 sec) für die EM in Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August), die Ansah und Ansah-Peprah ebenso wie Yannick Wolf (Cologne Athletics), der nicht in Wetzlar startet, bereits erfüllt haben.
Der Deutsche Rekordler Owen Ansah verzichtet bei „Fast Arms, Fast Legs“ auf den 100-Meter-Start. Mit Retshiditswe Mlenga aus Südafrika (PB 9,99 sec) und Enoch Adegoke aus Nigeria (PB 9,98 sec) sind dennoch Sub-10-Sekunden-Sprinter dabei. Auch Deniz Almas (TV Wattenscheid 01) und Marvin Schulte (ASV Köln), die schon häufig ihren Teil zu deutschen Staffel-Erfolgen beigetragen haben, sind mit von der Partie.
Gina Lückenkemper eine von zwei Sub-11-Sprinterinnen
Bei den Frauen kommt es zum Duell zweier Sprinterinnen, die schon unter elf Sekunden geblieben sind: Imani Lansiquot (Großbritannien) und Gina Lückenkemper (SCC Berlin), die Europameisterin von München 2022. Die 29-Jährige könnte das Rennen nutzen, um ihre Saisonbestzeit um die drei Hundertstel nach unten zu schrauben, die noch zur EM-Norm (11,18 sec) fehlen.
Auch Sina Mayer (LAZ Zweibrücken) und Sophie Junk (LG Rhein-Wied) hatten zu Saisonbeginn noch mit Verletzungsproblemen zu kämpfen und hoffen nun in Wetzlar auf schnelle Beine. Mit Jolina Ernst (TV Wattenscheid 01) und Lokalmatadorin Chelsea Kadiri können zwei U23-Athletinnen die Etablierten herausfordern.
Über 200 Meter starten fünf Athletinnen mit Bestzeiten unter 23 Sekunden. Neben WM-Halbfinalistin Sophia Junk und den EM-Teilnehmerinnen von 2024 Jessica-Bianca Wessolly (VfL Sindelfingen) und Talea Prepens (TV Cloppenburg) dürfte auch U20-Europameisterin Judith Bilepo Mokobe (USC Mainz) zu beachten sein. Die 19-Jährige kürte sich am vergangenen Wochenende in Bochum-Wattenscheid zur Deutschen U23-Meisterin.
Foto: Kevin Kranz und Joshua Hartmann zählen zu den bekanntesten Startern bei „Fast Arms, Fast Legs“
Sprint-Action live: sporteurope.TV überträgt das Meeting „Fast Arms, Fast Legs“ am Freitag ab 17:30 Uhr im Livestream.