Für Hammerwerferin Aileen Kuhn war am Mittwoch im Finale der EM in Birmingham frühzeitig Endstation: Der Hammer der U23-Europameisterin flog diesmal nicht über die 70-Meter-Marke. Mit 68,24 Metern wurde sie Zehnte.
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In der Qualifikation am Montag war der erste Wurf von Aileen Kuhn noch ungültig gewesen. Das konnte die Frankfurterin zwei Tage später im Finale vermeiden: In Runde eins schlug der Hammer bei 67,71 Metern ein. Eine solide Weite, aber noch nicht gut genug für den Endkampf der Top Acht. Der zweite Versuch war mit 64,05 Metern etwas kürzer. So war vor dem dritten Durchgang klar: Die U23-Europameisterin muss ein paar Meter draufpacken. Platz acht hatte zu diesem Zeitpunkt die Dänin Katrine Koch Jacobsen mit 68,70 Metern inne.
Auch der dritte Versuch von Aileen Kuhn war gültig – und sah besser aus. Als die Weite aufleuchtete, war jedoch klar: Das hatte leider nicht gereicht, 68,24 Meter waren ein Stück zu kurz. Zunächst reihte sich die WM-Neunte im EM-Finale ebenfalls auf Platz neun ein, dann gelang der Polin Aleksandra Smiech eine Steigerung auf 69,07 Meter, wodurch die Deutsche Meisterin wieder auf Rang zehn zurückrutschte. Die 22-Jährige hat aber in den vergangenen beiden Jahren stetig Fortschritte gemacht und wird hoffentlich noch einige Jahre in der europäischen Spitze vor sich haben.
Silja Kosonen erstmals bei den Erwachsenen ganz oben
Zur Europameisterin krönte sich Aileen Kuhns Vorgängerin als U23-Europameisterin, Silja Kosonen. Den Gold-Wurf auf 76,28 Meter zeigte die Finnin, die seit 2021 mit 73,43 Metern den U20-Europarekord hält, im dritten Durchgang. Es war nach vierten und fünften Plätzen bei Welt- und Europameisterschaften sowie den Olympischen Spielen ihr erster großer Titel im Erwachsenenbereich. Die 23-Jährige sprang mit ihrem Sieg für ihre Landsfrau Krista Tervo in die Bresche, die mit 77,35 Metern als europäische Jahresbeste angereist war, aber im Finale mit nur einem gültigen Wurf auf 67,74 Meter auf Platz elf landete. Silber ging an Titelverteidigerin Sara Fantini (Italien; 74,35 m) vor der Norwegerin Beatrice Nedberge Llano (72,88 m).
Auf Rang vier reihte sich mit 72,37 Metern Anita Wlodarczyk ein. Die mittlerweile 41 Jahre alte Weltrekordlerin aus Polen hatte von 2012 bis 2018 viermal bei Europameisterschaften triumphiert, 2010 Bronze und vor zwei Jahren in Rom (Italien) noch einmal Silber gewonnen. Zu ihrer siebten EM-Medaille fehlte nur rund ein halber Meter.
Stimme zum Wettbewerb
Aileen Kuhn (Eintracht Frankfurt):
"Es ist auf jeden Fall schade, weil es super knapp war und die Weite auf jeden Fall nichts ist, was ich nicht drauf habe. Ich hatte mir eine Top-Acht-Platzierung vorgenommen, weil ich ja bei der WM den neunten Platz belegt habe. Aber ich habe alles gegeben. Ich war im Vorhinein ein bisschen angeschlagen seit den Deutschen Meisterschaften. Ich habe nächstes Jahr die nächste Chance und bin jetzt umso hungriger. Den Ring fand ich an sich super und die Stimmung war heute ein bisschen besser dadurch, dass in der Kurve die Zehnkämpfer hochgesprungen sind. Das konnte man auf jeden Fall gut aufsaugen. Ich bin ein bisschen hin- und hergerissen, was diese Saison angeht. Ich habe dieses Jahr ein bisschen mit der 70-Meter-Marke gekämpft, diese Weite war nicht selbstverständlich für mich. Das hat mich schon ein bisschen traurig gemacht."