| EM 2026

Shanice Craft jubelt über Silber im Diskuswurf

© Jan Papenfuß
Shanice Craft ist zurück auf dem EM-Podium! Die Diskuswerferin schleuderte ihre Scheibe am Freitag bei der EM in Birmingham auf 65,72 Meter und gewann damit Silber. Es war ihr bestes Resultat bei Europameisterschaften. Die zweite deutsche Finalistin Kristin Pudenz wurde Fünfte.
Svenja Sapper

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Als Zweite hatte sich Shanice Craft (SV Halle) bei der EM in Birmingham (Großbritannien) für das Diskuswurf-Finale qualifiziert und sich selbstbewusst eine Medaille zum Ziel gesetzt. Im Finale am Freitagabend präsentierte sich die 33-Jährige von Anfang an hellwach. Mit 64,49 Metern meldete sie gleich im ersten Durchgang Medaillen-Ambitionen an. Lediglich die niederländische Favoritin Jorinde van Klinken startete noch besser: Sie drückte dem Wettkampf mit 67,67 Metern im ersten Versuch ihren Stempel auf. Dieser Wurf sollte schon Gold wert sein. 

Hinter van Klinken und Craft reihten sich mit 63-Meter-Weiten Vanessa Kamga (Schweden), Alida van Daalen (Niederlande) und Marija Tolj (Kroatien) ein. Im zweiten Durchgang rückte Kamga Shanice Craft mit 64,39 Metern auf die Pelle. Doch Shanice Craft fand in Runde drei die passende Antwort: Ihre Scheibe flog auf 65,72 Meter. Zur Saisonbestleistung, die sie bei den Deutschen Meisterschaften auf 66,18 Meter geschraubt hatte, fehlte nicht viel. 

Der zweite Wurf sollte für Shanice Craft der weiteste an diesem Tag gewesen sein – und er bescherte ihr die Silbermedaille. Mit sechs gültigen Würfen, die alle mit Weiten zwischen 62,34 und 65,72 Metern gemessen wurden, zeigte die Hallenserin auch eine starke Serie. Dafür belohnte sie sich mit dem besten EM-Resultat ihrer Karriere: In den Jahren 2014 bis 2018 hatte sie jeweils Bronze gewonnen, 2022 und 2024 war sie als Siebte beziehungsweise Sechste leer ausgegangen. Nun ist die 33-Jährige zurück auf dem EM-Podium. 

Kristin Pudenz nach schwieriger Saison Fünfte

Jorinde van Klinken, die auch als Jahresbeste angereist war, ist nun die Nachfolgerin von Sandra Elkasevic, die zwischen 2010 und 2024 alle EM-Titel abgeräumt hatte und in diesem Jahr eine Wettkampfpause einlegt. Bronze ging an Vanessa Kamga. Die Schwedin steigerte sich noch auf 64,61 Meter und hielt damit Alida van Daalen, die 64,22 Meter warf, in Schach.

Als Fünfte folgte Kristin Pudenz (OSC Potsdam). Sie konnte im Vergleich zur Qualifikation, als sie nur 60,48 Meter angeboten hatte, deutlich zulegen: Ihr dritter Wurf wurde mit 63,27 Metern gemessen, damit fehlte ihr rund ein Meter zur Saisonbestleistung (64,28 m). Nach einer schwierigen Saison, in der sie durch einen Bandscheibenvorfall ausgebremst worden war, konnte die EM-Zweite von 2022 beweisen, dass sie trotz der Probleme in der Vorbereitung weiterhin einen festen Platz in Europas Spitze hat. 

Stimmen zum Wettbewerb

Shanice Craft (SV Halle): 
"Eine Medaille war das Ziel. Ich bin sehr glücklich. Silber ist für mich heute Gold wert, weil ich viele Jahre warten musste, um wieder an den Punkt zu kommen, an dem ich jetzt bin. Das ist ein Meilenstein für die nächsten zwei Jahre in Richtung Los Angeles. Mein Vorteil war heute die Erfahrung, dass ich schon viele, viele Jahre dabei bin. Ich konnte mich gut in den Wettkampf reinsteigern. Ich habe mir ein Team aufgebaut mit meiner Trainerin Katja Schreiber. Wir haben Top-Physiotherapeuten und einen Chiropraktor, das ist extrem wichtig. Ich habe vor zwei Jahren mit Ballett angefangen, was mich körperlich extrem fordert. Das sind alles kleine Schritte, mit denen man das Ganze optimiert. Wie heute gefeiert wird? Ich denke, wir werden zumindest noch anstoßen." 

Kristin Pudenz (OSC Potsdam): 
"Eigentlich könnte ich zufrieden sein. Aber der dritte Platz war jetzt nicht weit weg und das ist irgendwie ärgerlich. Aber andererseits: Am Anfang der Saison wusste ich gar nicht, ob ich überhaupt eine Saison machen kann. Und von daher ist Platz fünf in Europa eigentlich super. Darauf lässt sich aufbauen. Ich bin froh, dass ich die Saison so durchgezogen habe. Wenn ich im nächsten Jahr gesund durchkomme, sieht das hoffentlich wieder ganz anders aus. Ich habe aus dieser Saison gelernt, nicht den Kopf in den Sand zu stecken und mir selbst und meinem Trainer mehr zu vertrauen. Mein Körper kann es und das muss man zulassen. Ich werde nächste Saison fleißig weiter Stabi-Training betreiben, da habe ich eine super Trainerin – liebe Grüße an Josie, sie macht das super mit mir."

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