| Vorschau Anhalt Meeting

Dessau freut sich auf Lückenkemper, Mihambo, Röhler und weitere Stars

Porträt von Weitspringerin Malaika Mihambo © Gladys Chai von der Laage
Weltklasse live in Dessau. Das verspricht das 28. Internationale Leichtathletik-Meeting „Anhalt 2026“ am Freitagabend im Paul-Greifzu-Stadion. Erwartet werden mehr als 130 Sportlerinnen und Sportler aus der ganzen Welt – allen voran die Olympiasieger Malaika Mihambo und Thomas Röhler, Europameisterin Gina Lückenkemper und die schnellen deutschen Hürden-Asse wie Rosina Schneider und Franziska Schuster.
Sandra Arm

Perfekte Bedingungen, internationale Stars und ein energiegeladenes Publikum machen Dessau am Freitag (19. Juni) erneut zum Zentrum der Leichtathletik. Erwartet werden beim Anhalt Meeting mehr als 130 Athletinnen und Athleten aus mehr als 30 Nationen. Im Hauptprogramm des Meetings, das zur WA Continental Tour Bronze gehört, stehen Entscheidungen in 13 Disziplinen an.

Zu Saisonbeginn wurde Sprinterin Gina Lückenkemper (SCC Berlin) noch von einer Erkältung „gebremst“. Dennoch stellte sich der Fan-Liebling beim Goldenen Oval in Dresden der Konkurrenz und feierte Platz zwei (11,23 sec). Nun ist die 29-Jährige wieder fit und sprintet am Dienstag (16. Juni) beim Golden Spike-Meeting im tschechischen Ostrava gegen internationale Konkurrenz. Nur drei Tage später startet sie zum zweiten Mal in dieser Saison in Deutschland. In Dessau trifft sie über 100 Meter auf Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar), die aktuell mit 11,04 Sekunden an der Spitze der deutschen Bestenliste steht. 

Eine weitere Herausforderin für Gina Lückenkemper ist die Schweizerin Salomé Kora, die im Winter bei den Olympischen Spielen im Eiskanal Geschichte schrieb. Die Sprinterin wurde im Zweierbob zur ersten Schweizerin, die nach Sommer- auch an Winterspielen an den Start ging. An der Seite von Debora Annen belegte sie den starken siebten Rang. Nur wenige Tage nach ihrem winterlichen Olympia-Debüt meldete sie sich zurück auf der Leichtathletikbahn, wo der Fokus nun wieder liegen soll. Sie reist mit einer Bestzeit von 10,95 Sekunden an. Dahinter wollen Sophia Junk (LG Rhein-Wied) und Sina Mayer (LAZ Zweibrücken) eine Schippe auf ihre bisherigen Saisonbestzeiten von 11,40 und 11,47 Sekunden drauflegen. 

Deutscher Hürdensprint weiter im Aufwind

Noch hat keine deutsche Sprinterin die EM-Norm über 200 Meter (22,85 sec) geknackt. Wenngleich Jessica-Bianca Wessolly (VfL Sindelfingen), Sophia Junk und Talea Prepens (TV Cloppenburg) mit Bestzeiten unterhalb der 23-Sekunden-Marke wissen, wie sich solche Zeiten anfühlen. Das DLV-Trio plant sogar mit einem Sprint-Doppelstart. In Regensburg näherte sich Svenja Pfetsch (Munich Athletics) der magischen Marke mit 23,14 Sekunden an. Angeführt wird das Feld von einer schnellen Amerikanerin: Die 22-jährige Jayla Jamison, zweifache U20-Vize-Weltmeisterin von 2022, reist mit einer Bestzeit von 22,26 Sekunden an. 

Sie sorgen weiterhin für reichlich Freude: die deutschen Hürdensprinterinnen um die Jahresschnellste Rosina Schneider (TV Sulz), die in Dresden und St. Pölten mit 12,87 Sekunden für Furore sorgte. Auf eine Zeit unter 13 Sekunden darauf arbeiten Franziska Schuster (TSV Bayer 04 Leverkusen), für die 13,01 Sekunden in der Bestenliste stehen, und Amira Never (LAC Erdgas Chemnitz) mit aktuell 13,17 Sekunden hin. Mit schneller internationaler Unterstützung wie durch die US-Amerikanerinnen Amber Hughes und Rayniah Jones könnte das Vorhaben gelingen. 

Zu den Publikumslieblingen in Dessau zählt zweifelsohne Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz), die ihre Siegesserie gern ausbauen möchte. Die 32-Jährige zeigte sich früh in der Saison bereits gut drauf und glänzte beim Goldenen Oval in Dresden mit 6,87 Metern.  Als weitere DLV-Starterinnen gemeldet sind unter anderem Helena Börner (LAC Erdgas Chemnitz), Mikaelle Assani (Karlsruher SC) und Maryse Luzolo (Königsteiner LV), die im Sommer 2024 ihre letzten Wettkämpfe bestritt und nach gesundheitlichen Rückschlägen vor ihrem Comeback steht. 

Jagd nach EM-Normen

International stark besetzt ist das Feld über 1.500 Meter, in dem Verena Meisl (TV Wattenscheid 01), Vera Petrykowski (Cologne Athletics) und Hindernis-Ass Olivia Gürth (Silvesterlauf Trier) auf gute Zeiten hoffen. Verena Meisl konnte ihre Bestzeit in Pfungstadt deutlich auf 4:06,17 Minuten drücken. Bei den Männern wartet auf den Mittelstrecken sowie über die Hindernisse internationale Top-Konkurrenz auf die DLV-Starter um 800-Meter-Läufer Malik Skupin-Alfa (Königsteiner LV), Marvin Heinrich (Eintracht Frankfurt) und Tobias Tent (LG Stadtwerke München) über 1.500 Meter sowie Hindernis-Ass Robin Müller (LG Ohra Energie).

Drei DLV-Sprinter haben bereits die EM-Norm von 10,15 Sekunden erfüllt. Dazu zählt Yannick Wolf (Munich Athletics), der sich zuletzt sehr konstant in seinen Leistungen zeigte, aber gern noch eine Schippe drauflegen möchte. Die 10,13 Sekunden sollen keinesfalls das Ende sein. Ein EM-Ticket haben ebenso Heiko Gussmann, Kevin Kranz (beide Sprintteam Wetzlar) und Deniz Almas (TV Wattenscheid 01) im Visier. An der Spitze des Feldes steht der Pole Dominik Kopéc, der seine Bestzeit von 10,05 Sekunden 2023 in Dessau lief.

Die Langsprinter Manuel Sanders (TV Wattenscheid 01), Thilo Traue (LG Stadtwerke München) und Thorben Finke (SV Sigiltra Sögel) nutzten die Top-Bedingungen in Regensburg für 45er Zeiten. In Dessau könnte es sogar noch schneller werden. Die Top Drei mit dem 20-jährigen Justice Oratile aus Botswana an der Spitze reisen mit Hausrekorden von unter 45 Sekunden an. 

Weitsprung verspricht Flugshow

Drei technische Disziplinen stehen bei den Männern im Programm: Weitsprung, Stabhochsprung und Speerwurf. Die Meldeliste im Weitsprung verspricht weite Flüge, gemeldet sind vier Acht-Meter-Springer unter anderem mit dem Olympia-Dritten von 2021 Maykel Massó aus Kuba.

Immer wieder ein gern gesehener Gast in Dessau ist Stabhochspringer Piotr Lisek aus Polen, der mit 6,02 Metern den nationalen Rekord hält. In Lauerstellung befinden sich die drei US-Amerikaner Cole Walsh, Hunter Garretson und Olen Tray Oates. Mit Gillian Ladwig (Schweriner SC) und Louis Pröbstle (MTG Mannheim) heben der zweit- und drittbeste Deutsche der Saison ab. Vor seinem Saisoneinstieg steht Fabio Wünsche (SC Potsdam).

Vor seinem Start in Dessau greift Thomas Röhler (LC Jena) beim Golden Spike-Meeting in Ostrava zum Speer. Mit 83,33 Metern hat der 34-Jährige zum Saisonstart in Nairobi (Kenia) zu alter Stärke zurückgefunden und bisher als einziger deutscher Speerwerfer die EM-Norm von 83,00 Meter abgehakt. Aber darauf ausruhen möchte er sich nicht.

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