| DM 2020

Stimmen vom ersten Tag in Braunschweig

Am ersten Tag der Deutschen Meisterschaften 2020 in Braunschweig ist in 20 Finals die Entscheidung gefallen. Wir haben die Stimmen der Sieger und weiteren Platzierten eingefangen. Hier lesen Sie, wie die Athleten die Titelkämpfe unter den besonderen Bedingungen erlebt haben.
Pamela Lechner / Birte Grote

Alina Kenzel (VfL Waiblingen)
Siegerin Kugelstoßen (17,96 m)
Die Wettkämpfe zuletzt waren größtenteils Trainingswettkämpfe. Deswegen war das heute der erste Wettkampf der Saison, in dem Spannung war. Und dementsprechend lief es dann auch besser. Mein erster deutscher Meistertitel bedeutet mir sehr viel. Ich war schon oft kurz davor und diesmal habe ich mich endlich durchgesetzt. Schade, dass einige Konkurrentinnen nicht da waren, das wäre wirklich ein Kampf geworden. Ich werde jetzt erstmal zu Hause eine Pause machen und meine Rückenprobleme auskurieren. Ich wohne mit Simon Bayer in einer Kugel-WG. Ich will gesund werden und nächstes Jahr wieder angreifen.

Lisa-Marie Kwayie (Neuköllner SF)
Siegerin 100 Meter (11,30 sec)
Es tut schon ein bisschen weh, dass es dieses Jahr keinen internationalen Höhepunkt gibt, aber ich kann die Form auch nächstes Jahr nochmal zeigen und es noch besser machen. Ich sehe das positiv. Es ist für mich eigentlich ziemlich untypisch im Vorfeld zu sagen, dass ich den Titel holen will. Aber ich hatte dieses Jahr wirklich das Gefühl, es stimmt alles. Wir haben viel dafür getan, mein Körper zeigt mir, dass das möglich ist. Und warum sollte man seine Wünsche nicht auch mal aussprechen. Alle, die dort stehen, wollen natürlich den Titel. Aber ich habe mir diesmal gesagt: 'Komm hol dir den Sieg. Komme, was wolle, es muss einfach klappen. Es läuft so gut, es geht gar nicht anders.' Mir sind die Starts heute sehr viel besser gelungen, damit bin ich sehr zufrieden. Das hilft mir fürs nächste Jahr, wo es darauf ankommt, abzuliefern. Die 200 Meter laufe ich auch noch.

Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar)
Zweite 100 Meter (11,34 sec)
Ich freue mich über Silber. Nach vielen Problemen und einer langwierigen Verletzung mit einem Vizemeister-Titel wiederzukommen, ist schon cool. Hätte mir jemand im Januar gesagt, ich werde über 100 Meter Vize-Meisterin, hätte ich gesagt: 'Nehme ich sofort.' Also bin ich damit erstmal glücklich. Der Lauf war in Ordnung, ein schönes Rennen ist nochmal etwas anderes. Ich kann noch nicht hundertprozentig stabil die Trainingsleistung abrufen, deswegen laufen wir so viele Wettkämpfe wie möglich. Damit ich die Routine wieder bekomme. Es geht Schritt für Schritt in die richtige Richtung. Die 200 Meter laufe ich auch noch, ich will einfach noch ein paar schöne Rennen zeigen. Über die Strecke weiß ich dieses Jahr noch gar nicht so richtig, wo ich stehe.

Deniz Almas (VfL Wolfsburg)
Sieger 100 Meter (10,09 sec)
Ich bin super happy. Ich habe es mir fest vorgenommen zu gewinnen. Ich habe das nach außen jedoch nicht so kommuniziert. Es war eine ganz andere Situation als sonst. Die Rolle des Favoriten fällt mir immer leichter, weil ich duch meine guten Zeiten Selbstbewusstsein gesammelt habe. Ich weiß jetzt, was ich kann. In der letzten Zeit habe ich auch bei Drucksituationen einen kühlen Kopf bewahrt. Es war mir wichtig zu zeigen, dass ich die Zeit von Weinheim noch einmal bestätigen kann, um Zweifel zu beseitigen. Ich fand die Temperaturen super. Ich glaube, ich brauche diese Hitze. Ich habe eine super Trainingsgruppe und ein tolles Trainingsteam in Leipzig. Das ist ein richtiger Glücksgriff, würde ich sagen. Der Titel aus der Halle hat mir unheimlich viel Rückenwind für den Sommer gegeben.

Joshua Hartmann (ASV Köln)
Zweiter 100 Meter (10,23 sec)
Ich bin sehr zufrieden mit dem zweiten Platz. Ich habe viel besser ins Rennen gefunden als im Vorlauf. Herzlichen Glückwunsch an Deniz [Almas] für sein starkes Rennen. Ich werde morgen noch 200 Meter laufen und in dieser Saison noch an einigen Meetings teilnehmen, um weiterhin Erfahrungen zu sammeln. Die 400 Meter laufe ich wohl erst nach dem Olympiajahr wieder.

Julian Reus (LAC Erfurt Top Team)
Dritter 100 Meter (10,26 sec)
Mein Rennen war okay. Deniz [Almas] war heute wohl unschlagbar. Vor seiner Leistung kann ich wirklich nur den Hut ziehen. Bei mir hätte es schneller sein können, aber es zieht sich schon durch die ganze Saison, dass ich den richtigen Rennrhythmus und das richtige Rennen noch nicht ganz gefunden habe.

Ricarda Lobe (MTG Mannheim)
Siegerin 100 Meter Hürden (13,24 sec)
Es war wichtig, hier bei der DM laufen zu können. Wichtig wäre auch eine gute Zeit gewesen, das hat jetzt nicht so geklappt. Daher zählt der Titel und der ist Gold wert. Dieses Jahr ist alles ein bisschen verrückt und anders, daher war es wichtig rennen zu können. Es waren zwar nicht alle hier am Start, aber das Finale war trotzdem gut besetzt. Ich hatte mich gefreut, dass Pamela [Dutkiewicz] auch am Start ist. Das war hart für sie, dass sie im Halbfinale ausgeschieden ist.

Pamela Dutkiewicz (TV Wattenscheid 01)
DNF, 100 Meter Hürden Halbfinale
Ich weiß nicht genau, was passiert ist. Ich arbeite gerade an einer neuen Startposition, die im Training mal wunderbar klappt, mal gar nicht, mal semioptimal. Das war glaube ich die schlechteste Version, die ich heute auf die Beine gestellt habe. Ich hatte einfach keinen Speed, keine Geschwindigkeit. Ich habe noch versucht, das über die dritte, vierte, fünfte Hürde aufzubauen, habe aber gemerkt es fehlt einfach. Dann war ich zu weit weg von der Hürde und dann war es vorbei. Vor der DM dachte ich mir, meine Präsenz ist vor allem wichtig, aber ich wäre keine Leistungssportlerin, wenn ich es trotz des so anderen Jahres nicht so gut wie möglich machen wollen würde. Gerade für den TV Wattenscheid tut es mir leid, ich trage das Trikot des Vereins, der mich unterstützt, seit über zehn Jahren. Das ärgert mich schon. Ich habe die Meisterschaften nicht so abgeschlossen, wie ich wollte.

Mohamed Mohumed (LG Olympia Dortmund)
Sieger 5.000 Meter (14:02,75 min)
Ich bin sehr glücklich über den Titel. Ich hatte damit ein bisschen geliebäugelt, weil ich über 1.500 Meter mit europäischer Jahresbestzeit sehr gut in die Saison eingestiegen bin. Da ich mich aber auch eher auf den Langstrecken sehe, war ich glücklich, dass ich die 5.000 Meter laufen konnte. Die Bedingungen waren sehr hart, normalerweise finden die langen Strecken abends statt. Ich habe 37 Grad auf der Anzeigetafel gesehen. Mein Trainer und ich hatten abgesprochen, dass ich das Renngeschehen abwarte und dann eingreife, wenn es passt. Florian Orth hat dann eine Attacke gesetzt und ich bin direkt mitgegangen. Ich hoffe, dass ich mich diese Saison noch weiter verbessern kann. Nächstes Wochenende möchte ich zuhause beim Jump'n'Run-Meeting in Dortmund noch einmal meine Bestzeit angreifen.

Christin Hussong (LAZ Zweibrücken)
Siegerin Speerwurf (63,93 m)
Der Siegeswurf war schon in Ordnung. Für den deutschen Meistertitel, der heute zählt, ist die Weite okay. Wir haben das Training komplett umgestellt, als wir wussten, wir haben im Mai keine Wettkämpfe. Da haben wir an Sachen gearbeitet, für die wir normal nicht die Zeit haben. Von daher haben wir die Zeit bestmöglich genutzt im Hinblick auf kommendes Jahr. Die Wettkämpfe jetzt nehmen wir noch mit, um Sicherheit in der Technik zu gewinnen. Ich habe schon noch das Ziel weiter zu werfen. Ohne Zuschauer war es schon komisch. Für dieses Jahr habe ich mich damit abgefunden, dass es einfach so ist. Ich bin froh, dass wir Deutsche Meisterschaften haben und ich meinen Titel verteidigen konnte. In zwei Wochen starte ich in Thum, die restliche Planung muss man abwarten. Von Mitte September bis Ende Oktober mache ich sechs Wochen Pause und beginne dann die Saisonvorbereitung.

Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald)
Siegerin 3.000 Meter Hindernis (9:50,31 min)
Ich bin mit der Mentalität an den Start gegangen, dass es eine Meisterschaft ist und eine Meisterschaft will man gewinnen. Ich habe mir gesagt, ich probiere einfach alles oder gehe mit wehenden Fahnen unter. In dem Fall hat es funktioniert. Ich habe versucht, mich nicht umzudrehen, sondern habe auf meinen Trainer gehört. Der Titel ist für mich extrem wichtig. Ich hatte ein schwieriges Jahr hinter mir, ich war letztes Jahr lange verletzt. Es ging lange auf und ab, ich hatte mehrere kleine Baustellen. Ich bin froh wieder verletzungsfrei laufen zu können und dass wir überhaupt hier laufen dürfen. Das ist etwas ganz Besonderes. Olympia nächstes Jahr ist der ganz große Traum, daran halte ich fest. Und wenn ich gut durchkomme, werde ich das auch schaffen.

Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier)
DNF, 3.000 Meter Hindernis
Es fällt mir gerade schwer, das, was passiert ist, in Worte zu fassen. Es ist natürlich erstmal eine große Enttäuschung. Ich hatte hier vorgehabt, meinen nächsten Titel zu holen, meinen Titel zu verteidigen. Ich muss ehrlich gestehen, es ging von Anfang an wenig. Wir waren nicht schnell unterwegs, aber selbst das Tempo fiel mir verhältnismäßig schwer. Was nicht zu meinem Training passt. Ich glaube, wenn ich nicht fit gewesen wäre, wäre ich nicht hergekommen. Ich kam erst vor einigen Tagen aus der Schweiz. Ich habe kurz mit meinem Trainer gesprochen. Klimawechsel, heiße Temperaturen, schwere Beine vom Training. Es kam heute alles zusammen. Das ist unschön, zum Höhepunkt nicht fit zu sein. Das war definitiv nicht mein Tag und die Form, die ich von mir erwartet habe und die man von mir kennt. Aber ich bin auch nur ein Mensch. Ich habe mich nicht verletzt, es sind eher meine Oberschenkel, die heute nicht so wollten, wie ich. Ich hatte keinen Forttrieb, keinen Speed. Die Beine wurden nach unten gedrückt, von muskulären Problemen, der Hitze, was auch immer. Ich habe eigentlich sehr gut trainiert und hoffe, dass ich das bei anderen Wettkämpfen, die noch kommen, unter Beweis stellen kann.

Christina Honsel (TV Wattenscheid 01) 
Siegerin Hochsprung (1,90 m)
Ich bin sehr zufrieden mit dem Titel. Ich wäre natürlich gerne noch 1,93 Meter gesprungen, weil das eine neue persönliche Bestleistung gewesen wäre, aber mit 1,90 Meter habe ich einen sehr guten Wettkampf gemacht. Ich freue mich über den Sieg. Ich komme immer ganz gut mit der Hitze klar, aber zum Ende hin war es schon ziemlich heiß. Es war toll, wie wir uns beim Wettkampf gegenseitig unterstützt und für die anderen mitgeklatscht haben. Ich mache noch einen Wettkampf in Bydgoszcz und beende dann schon meine Saison.

Clemens Prüfer (SC Potsdam)
Sieger Diskuswurf (62,97 m)
Ich bin super zufrieden. Es war eine Deutsche Meisterschaft, es ging nur um den Titel. Die Weite spielt da keine große Rolle. Es war heute für uns alle ein schwieriger Wettbewerb, glaube ich. Meine Beine haben sich nicht wirklich gut angefühlt bei den Temperaturen. Dadurch war es technisch nicht sauber. Ich habe physisch mehr drauf gehabt und konnte dadurch noch einen einigermaßen guten Wurf zeigen. Ich habe das Beste daraus gemacht. Mit einem technisch sauberen Wurf kann ich viel weiter werfen. Ich hoffe, dass ich das dieses Jahr noch zeigen kann.

Matthias Bühler (TV Haslach)
Sieger 110 Meter Hürden (13,62 sec)
Ich bin überglücklich. Dass ich jetzt Deutscher Meister bin, ist der absolute Wahnsinn. Man kann davon träumen, aber ob es dann wirklich klappt, ist immer fraglich. Es war wieder ein sehr enges Rennen zwischen Erik [Balnuweit] und mir. Keiner von uns hat dieses Jahr viel Rennerfahrung sammeln können. Ich habe Lust, diese Saison noch 100 und 200 Meter zu laufen, weil es mir unheimlich Spaß macht. Ich bin ja erst seit einem Jahr wieder im Training. Es hat wieder gekribbelt und meine Eltern haben mir ihre Unterstützung zugesagt, deswegen konnte ich mich jetzt ein Jahr voll auf das Training konzentrieren. Mein Fokus liegt auf Tokio 2021. Dafür möchte ich die Hallensaison gut vorbereiten, damit ich da gute Rennen laufen kann. Denn die Ranglistenpunkte werden für mich wichtig sein.

Maria Purtsa (LAC Erdgas Chemnitz)
Siegerin Dreisprung (13,65 m)
Es ist wirklich unglaublich, es ist mein erster deutscher Meistertitel. Für mich hat Corona bedeutet, sieben Wochen Training auf dem Feldweg. Ich habe in der Zeit gute Absprache mit meinem Trainer gehalten. Ich freue mich immens über den Titel. Wir haben in unserer Trainingsgruppe mit Kristin Gierisch und Max Heß viel Spaß am springen und können uns gegenseitig gutes Feedback geben. Jeder profitiert von den Stärken des anderen. Ich bin so dankbar, in dieser Gruppe zu sein, und in Chemnitz zu sein. Das ist großartig. Meine Mama kommt aus Bulgarien, mein Papa aus Griechenland und ich studiere in Chemnitz. Ich wusste, dass heute was geht und habe mir gesagt: 'Vertraue einfach auf dich. Glaube an dich und lasse dich vom Erfolg einholen.' Und das ist passiert. Ich hoffe allerdings, dass die Weite noch nicht das letzte Wort war.

Neele Eckhardt (LG Göttingen)
DNS, Dreisprung
Ich hatte mich auf die Deutschen Meisterschaften sehr gefreut. Ich habe mir beim Einspringen im letzten Versuch einen im Oberschenkel reingezogen. Damit hatte ich schon vor zwei Wochen Probleme. Jetzt werde ich mein Bein auskurieren und dann stärker als letztes Jahr in die Vorbereitung auf Olympia starten.

Max Heß (LAC Erdgas Chemnitz)
Sieger Dreisprung (16,58 m)
Der Wettkampf verlief etwas durchwachsen. Ich bin nur schwer reingekommen und musste mich mit dem Anlaufsteg erst einmal zurechtfinden. Das war schon eine Umstellung. Zum Schluss wurde es dann besser. Wenn der letzte Versuch gültig gewesen wäre, wäre das vielleicht eine Weite von 17 Metern gewesen. Das Training verlief die letzten Monate wieder schmerzfrei und ich konnte mich optimal vorbereiten. Die Saison werde ich im September ausklingen lassen. Es stehen wohl noch drei Wettkämpfe für mich an. Da würde ich gerne die Olympianorm von 17,14 Meter springen. Das würde mir ein gutes Gefühl geben. Die Vorbereitung für die nächste Saison wird nach einer Pause wohl auch zeitnah stattfinden.

Ria Möllers (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Siegerin Stabhochsprung (4,40 m)
Der Gewinn des Titels ist für mich sehr überraschend. Im Winter habe ich gut angefangen, in der Corona-Zeit haben wir ganz viel Home-Training gemacht. Dass ich die Saison mit doppelter Bestleistung beende, hätte ich nicht gedacht. Ich hatte meine Bestleistung vor eineinhalb Wochen um vier Zentimeter gesteigert. Sich dann beim Höhepunkt nochmal zu steigern, ist das Schönste, was einem passieren kann. Mein vierter Platz aus dem letzten Jahr war schon phänomenal. Diese Saison war es komisch, man konnte die Konkurrenz schwer einschätzen. Man wusste nicht, wie gut die anderen drauf sind. Ich wusste, dass ich trotz der Situation gut vorbereitet war und konstant 4,30 Meter springen kann. Dass es hier zum Titel, zusammen mit Steffi [Stefanie Dauber] reicht, hätte ich nie erwartet. Das dauert noch, bis ich das realisiert habe. Ich trainiere in Leverkusen bei Christine Adams mit Bo Kanda Lita Baehre, Torben Blech und Philip Kass, eine ganz witzige, turbulente, laute Gruppe. Das tut gut, von den Jungs gefordert zu werden. Die Trainingsgruppe möchte ich nicht missen. Ich schaue, dass ich weiter Spaß habe und verletzungsfrei bleibe. Das war das größte Problem in den letzten Jahren. Mit so einer Weltklasse-Trainingsgruppe kann es nur positiv weitergehen.

Stefanie Dauber (SSV Ulm 1846)
Siegerin Stabhochsprung (4,40 m)
Ich habe noch gar nicht ganz begriffen, dass ich gewonnen habe. Ich freue mich sehr, ich bin bei der DM meine Saisonbestleistung gesprungen. Die 4,45 Meter wäre ich natürlich auch noch gerne gesprungen. Aber Deutsche Meisterin ist Deutsche Meisterin, von daher bin ich mega happy. Ich bin keine Kaderathletin, deshalb durfte ich in der Corona-Zeit nicht so früh trainieren wie die Kaderathleten. Dadurch fehlen mir jetzt relativ viele Sprünge. Ich bin normal jemand, der sehr viele Wettkämpfe in der Saison macht. Ich glaube, ich habe in einem Jahr noch nie so wenig Wettkämpfe bis August gemacht. Aber ich fühle mich gut und fit und hoffe, es kommen noch ein paar Wettkämpfe. Vielleicht komme ich durch meine Leistung noch in ein paar Wettkämpfe rein, etwas Genaues kann ich noch nicht sagen. Wenn das Timing noch besser stimmt, kann es noch höher gehen. Ria [Ria Möllers] und ich haben gemeinsam den Titel gewonnen. Darüber freue ich mich genauso, als wenn ich den Titel alleine geholt hätte. Geteilte Freude ist doppelte Freude.

Tristan Schwandke (TV Hindelang)
Sieger Hammerwurf (70,85 m)
Ich habe das Adrenalin für den letzten Versuch vielleicht wirklich gebraucht. Ich habe gemerkt, dass ewig keine Wettkampfsaison war. Deswegen war das sehr lethargisch, wie der Wettkampf verlaufen ist. Ich hatte zudem vor drei Wochen eine schwere Rückenverletzung und bin froh, dass ich überhaupt hier bei den Deutschen Meisterschaften starten konnte. Ich habe es nur knapp über die Ziellinie geschafft, aber knapp ist gewonnen. Ich plane jetzt noch eine Saison bis Oktober, weil ich bis zu der Verletzung in einer Topform mit über 75 Metern war. Die ist zwar jetzt völlig abhanden gekommen, aber ich bin zuversichtlich, dass die Form wiederkommt, wenn ich mehr Trainingseinheiten habe, statt nur drei.

Merlin Hummel (UAC Kulmbach)
Zweiter Hammerwurf (69,53 m)
Der Wettkampf war natürlich etwas anderes als sonst. Ich war leicht geschwächt, weil es mir die Vortage nicht so gut ging. Der Wettkampf hat sich in der Hitze sehr gezogen, damit kam ich aber ganz gut klar. Das sollte man auch immer von einem Athleten erwarten. Über den letzten Versuch bin ich stolz, dass ich mich dort noch einmal steigern konnte. Ich habe mir gedacht, dass ich die Großen ein bisschen aufmischen möchte. Ich konzentriere mich nach diesem Wettkampf aber wieder auf mein Gerät, weil ich jetzt im ersten U20-Jahr bin. Dort liegt zunächst der Fokus.

Christina Hering (LG Stadtwerke München)
Siegerin erstes 800 Meter-Halbfinale (2:06,76 min)
Ich bin zufrieden mit meinem Vorlauf, ich bin auf jeden Fall fit. Ich konnte letzte Woche schon nah an meine Bestzeit laufen. Deswegen bin ich für das Finale sehr zuversichtlich. Die Temperaturen sind für uns alle sehr herausfordernd. Wir konnten uns im Schatten aufwärmen, aber auf der Bahn stand die Hitze. Jetzt heißt es, schnell regenerieren für morgen. Ich habe mir schon eine Taktik zurechtgelegt, die ich aber nicht verraten werde. Es wird eine spannende Entscheidung. Ich hoffe, dass ich auf der Zielgeraden meinen Endspurt wieder auspacken kann und das dann reicht, um Erste zu werden. Dadurch, dass es dieses Jahr um keine Norm oder schnelle Zeit geht, ist es morgen ein offenes Rennen. In den vergangenen Jahren hatten Kathi [Katharina Trost] und ich uns dann doch auch mal abgesprochen, um eine Norm anzugreifen. Deswegen wird es diesmal aufregend. Ich freue mich auf das Finale.

Katharina Trost (LG Stadtwerke München)
Siegerin zweites 800 Meter-Halbfinale (2:04,40 min)
Es war im Stadion wärmer, als ich dachte. Die Mädels haben ganz schön gedrückt, damit hatte ich nicht gerechnet. Aber es hat sich gut angefühlt. Ich wollte einen Tick langsamer loslaufen, aber als die anderen so nah an mir dran waren, bin ich die erste Runde doch schneller gelaufen. Ich wollte den Vorlauf auf jeden Fall gewinnen. Ich freue mich aufs Finale morgen. Die Taktik werde ich natürlich nicht verraten. Dieses Jahr geht es um keine Norm, also wird jeder sein Ding machen. Ich will auf jeden Fall gewinnen. Ich finde, dass die Stimmung mit der Musik im Stadion doch ganz gut ist. Da haben die Veranstalter wirklich alles gegeben. Klar, die Zuschauer fehlen. Aber ich hätte es mir viel ruhiger vorgestellt und dachte, dass es superkomisch wird, aber es geht eigentlich beim Laufen.

Marc Reuther (LG Eintracht Frankfurt)
Sieger 800 Meter-Halbfinale (1:49,27 min)
Der Lauf hat sich gut und sehr locker angefühlt. Ich war nur zu Beginn etwas verunsichert, weil ich jetzt seit Monaten keine Wettkämpfe mehr gelaufen bin und verletzt war. Ich wollte mich nicht verstecken, sondern zeigen, dass ich noch da bin. Ich bin zuversichtlich, dass meine Form gut ist und ich im Finale eine gute Chance habe, den Titel zu verteidigen. Trotz des eingeschränkten Jahres habe ich die Ambitionen, alles aus mir herauszuholen. Ich möchte dieses Jahr auch noch meine Bestzeit steigern, dafür habe ich in der Reha und im Training alles gegeben.

Corinna Schwab (LG Telis Finanz Regensburg)
Siegerin 400 Meter-Halbfinale (52,09 sec)
Es war sehr heiß, aber besser zu warm als zu kalt. Man musste sich vorher gut runterkühlen, damit man im Stadion nicht überhitzt. Wenn man das gut vorbereitet und im Griff hat, kann man hier schon richtig schnell rennen. Vor dem Start bin ich immer im Tunnel. Während dem Lauf habe ich meinen Trainer schreien hören, das hat motiviert. Wir sind dankbar, dass wir überhaupt hier rennen können. Da nimmt man es auch in Kauf, dass keine Zuschauer da sind. Als Vorlaufschnellste hat man für das Finale natürlich große Ambitionen. Ich will versuchen an meine Bestzeit ranzulaufen und mich gut präsentieren. Die Konkurrenz ist gut, es gab heute viele 52er-Zeiten. Ich hoffe auf ein schönes Finale mit schnellen Zeiten.

Carolina Krafzik (VfL Sindelfingen)
Siegerin Halbfinale 400 Meter Hürden (56,82 sec)
Es war der Plan, das Rennen schnell zu machen. Es hätte auch noch etwas schneller gehen können, aber die sechste Hürde hat nicht ganz gepasst. Aber ich bin zufrieden, ich konnte meinen Lauf laufen. Saisonbestleistung bei der Meisterschaft und als Schnellste ins Finale, das passt. Ich hoffe, dass ich für das Finale noch ein bisschen Luft nach oben habe und ich vielleicht an meine Bestzeit ranlaufen kann. Mal schaun, wie die Bedingungen morgen sind. Es wird ziemlich heiß. Ich bin motiviert und das Finale morgen ist nochmal ein Ansporn. Ich hatte das Glück, in der Corona-Zeit auch am Olympiastützpunkt in Stuttgart trainieren zu können. Daneben habe ich im Wald meine Ausdauer verbessert. Ich habe jetzt hinten raus mehr Stehvermögen. Für mich war das Karriereende von Jackie Baumann auch total überraschend, ich wusste davon nichts. Ich hatte mich auf das Duell gefreut, es wäre ein schöner Lauf geworden. Ich hoffe, Jackie geht es gut. Es war eine sehr mutige Entscheidung, ich ziehe davor meinen Hut. Ich hoffe, sie irgendwann wiederzusehen.

Constantin Preis (VfL Sindelfingen)
Sieger zweites Halbfinale 400 Meter Hürden (51,99 sec)
Mein Lauf war ganz entspannt, nach der fünften Hürde habe ich ziemlich aufgehört zu rennen, weil mein Trainer meinte, dass ich meine Kräfte sparen soll, wenn ich vorne bin. Das wichtigste war, dass ich sicher als Erster über die Ziellinie laufe. Morgen möchte mich meine Saisonbestzeit angreifen. Aber es ist zuallererst ein Meisterschaftsfinale, da möchte ich meinen Titel verteidigen. Eine neue Bestzeit oder mal die 49 Sekunden angreifen, ist dann nur zweitranig. Während des Laufes war ich völlig bei meinem Rennen, ich habe nicht wahrgenommen, dass das Stadion leer ist. Ich habe meinen Trainer und den Moderator gehört.

DM 2020 Braunschweig

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