| DM Stabhochsprung

Anjuli Knäsche verteidigt am Rheinufer ihren deutschen Meistertitel

Der erste Wettkampf der Deutschen Meisterschaften 2023 endete mit einer erfolgreichen Titelverteidigung. Stabhochspringerin Anjuli Knäsche setzte sich mit 4,41 Metern durch. Auf dem Treppchen platzierte sich zwischen zwei erfahrenen Athletinnen eine junge Hoffnungsträgerin.
Svenja Sapper

DM 2023 Kassel

Das Rheinufer von Düsseldorf bot am Donnerstag eine prächtige Kulisse für die erste Entscheidung der Deutschen Meisterschaften. Nicht nur die Tribünen waren gut gefüllt, auch rund um die Stabhochsprung-Anlage säumten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Ränge. Bei strahlendem Sonnenschein begaben sich die Stabhochspringerinnen auf Titeljagd. Und am Ende behauptete sich in einem zehnköpfigen Feld die deutsche Jahresbeste Anjuli Knäsche. Der Athletin der LG Leinfelden-Echterdingen glückte mit 4,41 Metern die Titelverteidigung. 

An ihre beim Vorjahreserfolg aufgestellte Bestleistung (4,55 m) kam sie in Düsseldorf, wo die Stabhochsprung-Wettkämpfe in das Multi-Sport-Event "Die Finals" eingebettet sind, nicht heran. Dementsprechend war die 29-Jährige im Anschluss auch nicht hundertprozentig zufrieden. "Ich hatte viele abgebrochene Sprünge", gab sie sich im ZDF-Interview selbstkritisch, "das muss ich in den nächsten Wettkämpfen ändern." Mit ihrer Sieghöhe blieb sie vier Zentimeter unter ihrer deutschen Jahresbestleistung. 

Europäische U20-Jahresbestleistung für Chiara Sistermann

Auch wenn es nicht so hoch hinaus ging, wie sich die Deutsche Meisterin erhofft hatte, bekamen die Zuschauerinnen und Zuschauer einen spannenden Zweikampf zu sehen – und durften zudem eine junge Hoffnungsträgerin bejubeln. Denn U20-Vize-Weltmeisterin Chiara Sistermann präsentierte sich in Düsseldorf glänzend. Zuerst meisterte die Gräfelfingerin im dritten Versuch die neue Saisonbestmarke von 4,21 Metern. Und dann schwang sie sich, erneut im dritten Anlauf, über einen neuen Hausrekord von 4,31 Metern. Keine U20-Athletin aus Europa ist in diesem Sommer bislang so hoch gesprungen. 

Das Podium komplettierte eine Rückkehrerin ins Stabhochsprung-Geschäft: Annika Roloff (MTV 49 Holzminden). Seit 2017 war sie nicht mehr bei Deutschen Meisterschaften gestartet. Unter vier Athletinnen, die 4,11 Meter überquert hatten, gab die weiße Weste bis zu dieser Höhe den Ausschlag zugunsten der 32-Jährigen. An den 4,21 Metern, was eine neue Saisonbestmarke bedeutet hätte, scheiterte sie im zweiten Versuch hauchdünn. 

23 Jahre zwischen ältester und jüngster Starterin

Das zehn Athletinnen umfassende Stabhochsprung-Feld wartete mit einer Mischung aus erfahrenen Athletinnen und Nachwuchs-Springerinnen wie Chiara Sistermann, der U20-WM-Dritten Janne Ohrt (MTV Lübeck) und der Deutschen U23-Meisterin Luisa-Sophie Peck (1. LAV Rostock) auf. Ihr Einsatz als Co-Kommentatorin des ZDF-Livestreams entpuppte sich für die Deutsche Stabhochsprung-Rekordlerin Silke Spiegelburg als Wiedersehen mit einstigen Wegbegleiterinnen wie etwa Anjuli Knäsche, Annika Roloff – und Carolin Hingst (TG Nieder-Ingelheim). 

Die 42-Jährige, die 2004 gemeinsam mit Silke Spiegelburg bei den Olympischen Spielen in Athen (Griechenland) am Anlauf stand, hat in diesem Jahr wieder Spaß am Springen gefunden. In Düsseldorf überwand sie als Neunte 4,01 Meter. Dabei vertraute sie in puncto Betreuung auf zwei ehemalige Weggefährtinnen: Tipps holte sie sich zwischen ihren Sprüngen von der früheren Hallen-Weltmeisterin Nastja Steinbeck, geb. Ryzih. Deren Schwester, die einstige EM-Zweite Lisa Ryzih, die ihre Karriere vergangenes Jahr beendet hatte, filmte die Sprünge von Carolin Hingst mit.

Die Athletinnen genossen es sichtlich, am Rheinufer das Publikum ganz für sich zu haben. "Die Atmosphäre war spitze. Das Publikum hat es jedes Mal gefeiert, wenn die Latte oben blieb, und bei jedem Sprung mitgefiebert", schwärmte die Deutsche Meisterin Anjuli Knäsche im ZDF-Interview. Anschließend schickte die hauptamtliche Cheftrainerin ihres Vereins Grüße an ihre Schützlinge bei der LG Leinfelden-Echterdingen, die am Donnerstagabend ebenfalls einen Wettkampf bestreiten: "Haut rein! Ihr packt das auch ohne mich." 

DM 2023 Kassel

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