| Mehrkampf Ratingen

Ratingen, Doha – Tokio? DLV-Mehrkämpfer auf Punktejagd

Das Stadtwerke Ratingen Mehrkampf-Meeting soll am Wochenende zum Sprungbrett für internationale Höhepunkte werden. Kai Kazmirek, Mathias Brugger, Mareike Arndt & Co. wollen sich für den WM-Start in Doha empfehlen – und mit Weltklasse-Resultaten rücken sogar schon die Olympischen Spiele in Tokio näher.
Silke Bernhart

Fünf Wochen nach dem großen Mehrkampf-Auftakt in Götzis (Österreich) folgt am kommenden Wochenende (29./30. Juni) beim Stadtwerke Ratingen Mehrkampf-Meeting die Vorentscheidung in der Vergabe der drei deutschen Startplätze für den Zehnkampf und den Siebenkampf bei der WM in Doha (Katar; 27. September bis 6. Oktober). Die Ausgangslage verspricht einiges an Spannung, denn sicher sein können sich die meisten WM-Kandidaten noch lange nicht.

Im Zehnkampf haben in Götzis U23-Athlet Niklas Kaul (USC Mainz; 8.336 Pkt), Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied; 8.224 Pkt) und Tim Nowak (SSV Ulm 1846; 8.209 Pkt) vorgelegt. Nur einer von ihnen wird in Ratingen wieder auf Punktejagd gehen: Der WM-Dritte Kai Kazmirek ist im 18-köpfigen Zehnkampf-Feld – darunter sieben 8.000 Punkte-Athleten – der Favorit auf den Sieg.

Mit einer stolzen Bestleistung von 8.580 Punkten ausgestattet, die ihm 2016 Rang vier der Olympischen Spiele beschert hatte, kann Kai Kazmirek nach erfüllter WM-Norm direkt die nächste Marke ins Visier nehmen. Wer sich nicht auf eine vordere Platzierung in den neuen Weltranglisten verlassen will, braucht laut Weltverband IAAF 8.350 Punkte für die Teilnahme an den Olympischen Spiele 2020 in Tokio (Japan). Und da will Kai Kazmirek hin!

Mathias Brugger gefordert

Die weiteren DLV-Athleten im Feld werden sich zunächst an der WM-Norm von 8.200 Punkten orientieren. Zuzutrauen ist diese unter anderem WM- und EM-Teilnehmer Mathias Brugger (SSV Ulm 1846). Ihn könnte neben der Norm sogar ein weiterer Weg nach Doha führen: Mit dem dritten Zehnkampf der Saison und 7.991 Punkten würde er die Führung in der World Combined Events Challenge der IAAF übernehmen. Schiebt sich bis Anfang September niemand mehr an ihm vorbei, erhält er für die WM eine Wild Card.

Dennis Hutterer (ASC Darmstadt; PB: 8.032 Pkt) musste in den vergangenen Wochen aufgrund einer Fußverletzung kürzertreten. Glänzende Einzelleistungen zu Beginn der Saison deuteten aber bereits an, dass seine Zehnkampf-Bestmarke in diesem Jahr wieder wackeln könnte.

In der Ferne bangt Tim Nowak: Er kann aufgrund eines Bänderrisses in der Schulter, zugezogen beim Abfangen nach dem Speerwurf in Götzis, seine Position als derzeitige Nummer Drei in Deutschland nicht verteidigen und muss darauf hoffen, dass seine Punktzahl für die WM reicht. Eine Fußverletzung zwang zu Wochenbeginn auch Florian Obst (beide SSV Ulm 1846) zur Startabsage.

Saison-Einstieg von Ivona Dadic

Vorne mitmischen können in beiden Wettbewerben starke internationale Gäste. Im Zehnkampf komplettieren die Franzosen Gaël Querin und Basile Rolnin sowie Dominik Distelberger (Österreich) und Fredriech Pretorius (Südafrika) die Reihe der 8.000-Punkte-Athleten. Im Siebenkampf führen gar drei Athletinnen aus dem Ausland die Meldelisten an: Ivona Dadic (Österreich; 6.552 Pkt), Nadine Broersen (Niederlande; 6.539 Pkt) und Verena Preiner (Österreich), die als einzige Ratingen-Starterin schon in diesem Jahr mit 6.472 Punkten die Olympia-Norm für Tokio (6.420 Pkt) überboten hat.

Die Vize-Hallen-Weltmeisterin und EM-Dritte von 2016 Ivona Dadic steigt in Ratingen in die Saison ein und bringt als Teil ihres Betreuer-Teams zwei Olympiasieger mit: Andreas Thorkildsen (Norwegen) coacht sie im Speerwurf, Dwight Philips (USA) im Weitsprung. Nadine Broersen, Hallen-Weltmeisterin von 2014, will nach ihren 6.297 Punkten von Götzis den nächsten Schritt zurück in die Weltspitze machen.

Bernhausen oder Doha?

Die von den DLV-Athletinnen geforderten 6.300 Punkte für die WM-Qualifikation hat in diesem Jahr nur Carolin Schäfer (LG Eintracht Frankfurt) überboten. Die Vize-Weltmeisterin wird in Ratingen als Zuschauerin mitverfolgen, ob EM-Teilnehmerin Mareike Arndt (TSV Bayer 04 Leverkusen; PB 6.167 Pkt) oder Vereinskollegin Anna Maiwald (PB: 6.116 Pkt) zur rechten Zeit ein Leistungssprung in Richtung Doha gelingt.

Die dritte deutsche 6.000-Punkte-Athletin im Feld Caroline Klein (TSV Bayer 04 Leverkusen) ist bereits für die Universiade in Neapel (Italien) nominiert. Und auch die anderen deutschen Athleten haben die Chance auf einen Start im Nationaltrikot, selbst wenn es nicht mit der Norm für Doha klappt: Das Meeting in Ratingen ist zugleich Ausscheidungswettbewerb für den Thorpe Cup. Für den traditionsreichen Länderkampf gegen die USA, der in diesem Jahr am 14./15. September in Bernhausen stattfindet, werden sieben Zehnkämpfer und fünf Siebenkämpferinnen nominiert.

Sechs hoffnungsvolle deutsche Mehrkämpfer fehlen aus gutem Grund auf der Meldeliste für Ratingen. Sie bereiten sich zurzeit auf die U23-Europameisterschaften in Gävle (Schweden; 11. bis 14. Juli) vor. Und haben dort in Sachen WM-Qualifikation das letzte Wort. Nur sieben Punkte fehlten Sophie Weißenberg (SC Neubrandenburg) in Götzis zur WM-Norm, 72 waren es im Zehnkampf bei Manuel Eitel (SSV Ulm 1846). Nicht nur sie werden am Wochenende aufmerksam nach Ratingen schauen.

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Ratingen 2019 live

Die ARD überträgt die entscheidende Phase des Stadtwerke Ratingen Mehrkampf-Meetings 2019 am Sonntag (30. Juni) ab ca. 14:35 Uhr live im Rahmen der Sportschau. Die Sportschau-Sendung ist auch im <link https: www.sportschau.de weitere allgemein videostream-livestream---ironman-leichtathletik-und-beachvolleyball-100.html _blank>Livestream zu sehen. <link>Live-Ergebnisse und darüber hinaus eine umfangreiche Berichterstattung mit Videos, Bildern und Zusammenfassungen von Disziplin zu Disziplin finden Sie wie immer auf leichtathletik.de!

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