| R5K-Tour

Vanessa Mikitenko und Jakob Dieterich machen in Berlin U23-Gesamtsieg klar

Die deutsche Langstrecklerin Vanessa Mikitenko läuft lächeld durch einen Zielbogen ins Ziel. © SCC Events / Sebastian Wells
Am Vortag des BMW Berlin-Marathons ist die R5K-Tour 2026 in Berlin zu Ende gegangen. Vanessa Mikitenko krönte ihren zweiten Gesamtsieg in Folge am Samstag mit dem Tagessieg in 16:05 Minuten. Jakob Dieterich reichte trotz eines Ermüdungsbruchs im Sommer Rang drei zum U23-Triumph. In der U20 sicherten sich Luise Brzoska und Til Stephan die Gesamtwertung. Das Einzelrennen in der Hauptstadt konnte von den vier Gesamtsiegern nur Vanessa Mikitenko für sich entscheiden.
pm/mbn

Jakob Dieterich (Franconia Athletics) und Vanessa Mikitenko (Silvesterlauf Trier) haben sich die Siege in der U23-Gesamtwertung der vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und German Road Races (GRR) initiierten R5K-Rennserie gesichert. Während Vanessa Mikitenko auch das finale Rennen in Berlin gewann, reichte Jakob Dieterich ein dritter Platz in 14:08 Minuten hinter Anton Saar (Erfurter LAC; 14:02 min) und Jonas Kulgemeyer (Osnabrücker TB; 14:03 min), um am Ende ganz oben zu stehen.

In Berlin hatte Jonas Kulgemeyer versucht, die 16 Sekunden aufzuholen, mit denen Jakob Dieterich beim Start in der Gesamtwertung vor ihm gelegen hatte. Der Osnabrücker legte ein schnelles Tempo vor und versuchte, den Franken abzuhängen. Aber das gelang nicht, obwohl Jakob Dieterich im Sommer einen Ermüdungsbruch erlitten hatte und dementsprechend wenig trainieren konnte. „Ich bin ein bisschen überrascht, dass es doch noch so schnell ging“, sagte der Wirtschaftsmathematik-Student im Ziel, nachdem er sich mit dem Gesamtsieg einen Trainingslagerzuschuss in Höhe von 1.000 Euro gesichert hatte. Er trainiert in Erlangen in einer Trainingsgruppe mit dem 5.000-Meter-EM-Zweiten Florian Bremm

Anton Saar setzt sich durch

Gewonnen wurde das Rennen in Berlin von Anton Saar, der zuvor in der R5K-Serie noch nicht groß in Erscheinung getreten war. Der 21-Jährige vom Erfurter LAC setzte sich im Spurt knapp gegen Jonas Kulgemeyer durch. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir so schnell laufen“, sagte er im Ziel und war begeistert von der Stimmung an der Strecke. „Der Marathon ist ja erst am Sonntag, ich hätte nicht gedacht, dass heute schon so viel los ist.“

Zum zweiten Mal in Folge nutzte U23-Siegerin Vanessa Mikitenko die Berliner Stimmung, um sich den R5K-Gesamtsieg zu holen. Sie war bereits vor dem Finale uneinholbar vorn und gewann auch am Brandenburger Tor. In 16:05 Minuten triumphierte die Deutsche 5.000-Meter-Meisterin an der Stelle, wo ihre Mutter Irina Mikitenko 2008 in 2:19:19 Stunden den bis heute gültigen Deutschen Marathonrekord aufgestellt hatte. „Heute ging es nicht um die Zeit“, sagte Vanessa Mikitenko, „ich wollte nach der langen Bahnsaison noch mal auf der Straße laufen und natürlich den Gesamtsieg sichern. In mehreren Jahren werde ich sicher den Fokus auf die Straße legen, aber noch genieße ich die Bahn. Das bringt mir Schnelligkeit.“ Nach einem Urlaub wird sie die Vorbereitung auf die Saison 2027 beginnen, in der sie nach einer Medaille bei den U23-Europameisterschaften greifen will. 

Heimsieg für Ada Werner

In der weiblichen U20 gewann Luise Brzoska (Eintracht Frankfurt) die Gesamtwertung, obwohl sie in Berlin als Zweite in 17:00 Minuten weit weg von ihren eigenen Erwartungen war. „Ich wollte unter 16 Minuten laufen, aber ab Kilometer drei lief es gar nicht mehr, und ich habe mich ins Ziel gekämpft, um den Gesamtsieg zu sichern“, sagte die erst 16 Jahre alte Schülerin aus Frankfurt hinterher. Deutlich mehr Spaß hatte Siegerin Ada Werner (SCC Berlin), die nach 16:48 Minuten als umjubelte Lokalmatadorin auf der Geraden zwischen Brandenburger Tor und Original-Marathonziel finishte. „Ich habe mich sehr gut gefühlt und es war mein Hauptziel, zu gewinnen. Ab dem Brandenburger Tor konnte ich nochmal einen Gang hochschalten“, sagte die Berlinerin, die am Prenzlauer Berg aufgewachsen ist. 

Sie holte sich mit dem R5K-Rennen Motivation für die bevorstehende Cross- und Hallensaison, nachdem der Sommer 2026 so gar nicht nach ihrem Geschmack verlaufen war: Eine Woche vor den Deutschen Jugendmeisterschaften stürzte sie beim Training für die 3.000 Meter Hindernis in den Wassergraben und brach sich den Arm. Damit war auch der Traum von einem Start bei der U20-WM im US-amerikanischen Eugene geplatzt. „Nächstes Jahr will ich mich für die U20-EM qualifizieren, mal sehen, ob über 5.000 Meter, 3.000 Meter oder 3.000 Meter Hindernis“, sagte sie in Berlin.

Bei der männlichen U20 ging der R5K-Gesamtsieg an Til Stephan vom Erfurter LAC. In Berlin wurde er zwar in einem knappen Rennen mit 15:06 Minuten nur Vierter hinter Tom Stephan (TV Lilienthal; 15:02 min), Lennox Gyulai (Dresdner SC; 15:04 min) und Jonas Feldkamp (LAC Kronshagen; 15:05 min). Aber am Ende war ihm der Sieg in der Gesamtwertung nicht zu nehmen, weil sein ärgster Widersacher Fiete Timm, der vor Berlin nur sechs Sekunden Rückstand auf den Erfurter hatte, in Berlin mit 15:12 Minuten noch einen Platz hinter Til Stephan ins Ziel kam. So kommt der U20-Gesamtsieger 2026 aus Erfurt, wo Til Stephan in einer starken Trainingsgruppe bei Rico Aßmus und dem 800-Meter-Olympiasieger Nils Schumann trainiert

Gesamtergebnis R5K-Tour 2026 (Gesamtergebnis aus drei Rennen)

U23 männlich
1. Jakob Dieterich (Franconia Athletics) 42:49 min
2. Jonas Kulgemeyer (Osnabrücker TB) 43:00 min
3. Floyd Schnaars (TV Lilienthal) 44:55 min

U23 weiblich
1. Vanessa Mikitenko (Silvesterlauf Trier) 48:18 min

U20 männlich
1. Til Stephan (Erfurter LAC) 45:13 min
2. Fiete Timm (LC Paderborn) 45:25 min
3. David Bohr (SG Egelsbach) 45:51 min

U20 weiblich
1. Luise Brzoska (Eintracht Frankfurt) 50:04 min
2. Carlotta Schäfer (TG Schwalbach) 53:19 min
3. Tanya Schulz (SV Rosche) 53:23 min

Mehr Informationen, die Ergebnisse und die Gesamtwertung unter: www.r5k-tour.de

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