| Köln-Marathon

Esther Pfeiffer und Richard Ringer siegen mit Halbmarathon-Streckenrekorden

Richard Ringer hält bei der Siegerehrung des Halbmarathons in Köln lachend die Siegertrophäe hoch, neben ihm stehen der Zweit- und der Drittplatzierte. © Generali Köln-Marathon
Mit zwei neuen Kursrekorden ist der Halbmarathon im Rahmen des Köln-Marathons am Sonntag zu Ende gegangen. Bei den Frauen steigerte Esther Pfeiffer ihre eigene Bestmarke um vier Sekunden, bei den Männern war Richard Ringer eine Klasse für sich und drückte die Bestmarke gleich um mehr als eine Minute. Auch auf der Marathondistanz fielen beide Streckenrekorde.
Martin Neumann

Überraschungsstart der Streckenrekordlerin: Eine Woche nach ihrem Ausstieg beim Berlin-Marathon stand Esther Pfeiffer (Düsseldorf Athletics) am Sonntagmorgen an der Startlinie des Halbmarathonrennens mit mehr als 20.000 Starterinnen und Startern im Rahmen des Köln-Marathons. In ihrer früheren und nun wieder aktuellen Heimatstadt – sie war jahrelang für den ASV Köln gestartet – war die 29-Jährige als Streckenrekordlerin (67:28 min) damit natürlich direkt erste Siegesanwärterin.

Bei idealen Bedingungen – Windstille und etwa 12 Grad beim Start im rechtsrheinischen Deutz – ging Esther Pfeiffer in Begleitung ihres Ehemanns Hendrik das Rennen offensiv an. Die ersten fünf Kilometer absolvierte sie in 15:38 Minuten. Damit lag sie rechnerisch auf Kurs knapp über 66 Minuten. Auf den folgenden Fünf-Kilometer-Abschnitten wurde ihr Tempo zwar etwas langsamer. Doch mit 67:24 Minuten blieb sie vier Sekunden unter ihrem 2025 aufgestellten Kursrekord und eine Sekunde unter ihrer im April erzielten Bestzeit.

Ziel war unter 67 Minuten

Trotz Streckenrekord war Esther Pfeiffer nicht zufrieden. „Ich wollte eine 66er Zeit laufen, um noch meine Saison zu retten. Wir waren bei 10 Kilometern noch voll auf Kurs. Ich verstehe nicht, warum ich es nicht halten konnte. Bis dahin habe ich mich super gefühlt. Warum es nicht geklappt, weiß ich noch nicht. Auf jeden Fall konnte ich hinten heraus nicht mehr pushen“, sagte die 29-Jährige im Ziel.

Hinter der Siegerin lief Fabienne Königstein (Hannover 96) auf Rang zwei. Sieben Wochen nach dem Ausstieg beim EM-Marathon in Birmingham aufgrund von Hüftproblemen finishte die 33-Jährige nach 70:55 Minuten. Für Fabienne Königstein war es die drittbeste Halbmarathonzeit ihrer Karriere. „Ich bin froh, unter 71 Minuten gelaufen zu sein. Ich bin mitten in der Vorbereitung auf den New-York-Marathon. Darum waren die Beine heute nicht so frisch. Außerdem konnte ich nach der EM nur eingeschränkt trainieren. Darum bin ich glücklich und dankbar, da ich heute wieder so schnell laufen konnte“, sagte Fabienne Königstein im Ziel. Das Podium komplettierte Melina Wolf (LG Region Karlsruhe) mit 73:00 Minuten.

Richard Ringer nach Alleingang vorn

Bei den Männern zog Richard Ringer (LC Rehlingen) an der Spitze einsam seine Bahnen. Der Marathon-Europameister von 2022 verlor bei Kilometer elf mit dem britischen Tempomacher Andrew Fyfe seinen letzten Begleiter und absolvierte die zweite Streckenhälfte mit gleichmäßigen Kilometerabschnitten als Solist. In Vorbereitung auf den Frankfurt-Marathon in drei Wochen peilte der 37-Jährige in der größten Stadt Nordrhein-Westfalens einen neuen Streckenrekord an. 

Und das Unternehmen gelang. Mit 61:48 Minuten blieb Richard Ringer im Schatten des Kölner Doms 72 Sekunden unter dem 16 Jahre alten Streckenrekord des Kenianers Leonard Langat. „Ich bin direkt aus dem Trainingslager in den Pyrenäen gekommen. Das Rennen lief insgesamt besser als erwartet, wir waren sogar etwas schneller als geplant. Die Stimmung auf der Strecke war super, auch schon morgens nach dem Start. Es ist schön zu sehen, dass die Lauf-Events in Deutschland immer größer werden“, sagte Richard Ringer.

Das Rennen um Platz zwei entschied Jona Bodirsky (TSV Bayer 04 Leverkusen) für sich. Auf den letzten beiden Kilometern löste sich der 25-Jährige von seinem belgischen Begleiter Yohan Zaradzki. Mit 62:52 Minuten steigerte der Leverkusener seine Bestzeit um sieben Sekunden. Rang drei sicherte sich Yohan Zaradzki (63:17 min). Als drittbester deutscher Läufer belegte Jonathan Dahlke (TSV Bayer 04 Leverkusen), der früh mit Magenproblemen zu kämpfen hatte, mit 64:54 Minuten Rang vier hinter Eric Nzambimana (Burundi; Tracksrunner Bonn), der 64:04 Minuten lief.

Jackline Chepngeno unterbietet Kursrekord um vier Minuten

Auch beim zwei Stunden später gestarteten Marathon fielen beiden Streckenrekorde. Jackline Chepngeno verbesserte den 14 Jahre alten Kursrekord von Helena Kirop (Kenia; 2:25:34 h) um genau vier Minuten auf 2:21:34 Stunden. Mit dieser Zeit der erweiterten Weltklasse schob sich das Rennen in eine neue Leistungsebene. Auch Fantu Shugi blieb als Zweite mit 2:24:26 Stunden unter der alten Marke. Rang drei ging an Ayantu Kumela (beide Äthiopien; 2:25:53 h) vor Faith Chepkoech (Kenia; 2:26:18 h). Insgesamt blieben sieben Läuferinnen unter 2:28 Stunden.

Das Männerrennen entschied Bernard Kiprop Koech in2:06:10 Stunden für sich. Damit unterbot er die alte Bestmarke von Barnaba Kipkoech (beide Kenia; 2:06:53 h) aus dem Vorjahr um 43 Sekunden. Auch Habtamu Birlew (Äthiopien) lieb als Zweiter in 2:06:30 Stunden unter der bisherigen Rekordzeit. Raymond Choge (Kenia) komplettierte das Podest in 2:07:20 Stunden. Insgesamt verzeichnete die Marathondistanz mehr als 13.000 Starterinnen und Starter.

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

Foto: Richard Ringer durfte nach seinem Halbmarathonsieg das höchste Podium bei der Siegerehrung mit Moderator Tom Bartels erklimmen. Jona Bodirsky (li.) belegte Rang zwei, Dritter wurde Yohan Zaradzki (re.).

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