Mentale Stärke im Sport und im Ehrenamt, neue Wege für den Ganztag und die Frage, wie junge Menschen der Leichtathletik verbunden bleiben: Unter dem Motto „Lead the Track – Mental stark unsere Zukunft gestalten“ kamen am Wochenende Vertreter:innen aus Sportentwicklung und Jugend aus ganz Deutschland in Darmstadt zusammen, um sich in den Ständigen Konferenzen zu diesen richtungsweisenden Themen auszutauschen. Zeitgleich stellte die Ständige Konferenz Wettkampfwesen die Weichen für die Zukunft.
Die Ständige Konferenz Sportentwicklung und die Jahrestagung der Deutschen Leichtathletik-Jugend am vergangenen Wochenende in Darmstadt eröffnete Dr. Kristin Behrens mit einem Blick in die Zukunft: „Die Weltmeisterschaft 2031 in München ist unser gemeinsames Zukunftsziel. Ihre Strahlkraft wollen wir nutzen, um Menschen zu begeistern und unsere Landesverbände und Vereine nachhaltig zu stärken. Mentale Stärke wächst durch Vertrauen, Unterstützung und Raum zur Entwicklung. Dafür wollen wir gemeinsam die Voraussetzungen schaffen – für sportliche Leistung und ein starkes Miteinander“, so die DLV-Vorständin Verbandsentwicklung.
Im Mittelpunkt der beiden Konferenztage stand erneut die Vereinsbasis. Denn in den Vereinen finden Kinder und Jugendliche ihren Einstieg in die Leichtathletik, erleben Gemeinschaft und werden auf ihrem sportlichen Weg begleitet. Die Teilnehmenden tauschten sich darüber aus, wie Vereine und Landesverbände diese Angebote weiterentwickeln können.
Ein roter Faden des Wochenendes war die mentale Stärke. Sie spielt im Wettkampf eine Rolle, aber ebenso beim Umgang mit Veränderungen, im ehrenamtlichen Engagement und in der Begleitung junger Menschen. Zum Auftakt am Samstag berichtete Trailläuferin Ida-Sophie Hegemann in ihrer Keynote aus Athlet:innenperspektive. Anschließend diskutierten die Sportpsychologin Tabea Werner, Athletenvertreter Max Thorwirth, Bundestrainer Sven Lang und Pädagogin Yvonne Ripper darüber, was Menschen in herausfordernden Situationen stärkt und welchen Einfluss ihr Umfeld dabei hat. Auch die Teilnehmenden waren eingeladen, über ihre eigenen Stärken nachzudenken.
Ideen für Ganztag, Jugend und Lauf-Communities
Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmenden in drei Denk- und Dialogräumen weiter. Beim Thema Ganztag ging es um die Qualifizierung der Menschen, die Leichtathletik-AGs anleiten. Die Gruppe beschäftigte sich mit Qualitätskriterien und Kompetenzen, die solche Angebote brauchen. Auch der Übergang von der Kinderleichtathletik in die U14 stand im besonderen Fokus: Wie können Wettkampfangebote, Gemeinschaft und Mitsprache dazu beitragen, Jugendliche langfristig für die Leichtathletik zu begeistern?
Der dritte Denkraum widmete sich dem Laufen in der Community. Anknüpfend an die Entwicklungen rund um Running Crews und Lauftreffs diskutierten die Teilnehmenden, wie Vereine und offene Laufgruppen voneinander lernen und zusammenarbeiten können. „Community entsteht vor allem durch Gemeinschaft, Zugehörigkeit und gemeinsame Erlebnisse“, sagte Meike Billig, Managerin Laufen im DLV. „Niedrigschwellige Zugänge zu den Angeboten erleichtern den ersten Schritt“, erläuterte Meike Billig. Zum Abschluss des gemeinsamen Konferenztags wurden die Gespräche aus den Workshops zusammengeführt. „Die beste Idee entsteht selten alleine. Gerade der gemeinsame Austausch zeigt, wie viel Kraft und Innovationskraft in unserem Netzwerk steckt“, erklärte Benjamin Heller, Senior Manager Jugend im DLV.
Parallel tagte in Darmstadt die Ständige Konferenz Wettkampfwesen und stellte die Frage in den Mittelpunkt, wie Veranstaltungen künftig noch besser werden können. Vertreter des DLV, der Landesverbände sowie der Kommissionen und Arbeitsgruppen nutzten die beiden Tage für Austausch, Diskussion und konkrete Impulse. Im Jahr 2026 wurden bereits 18 Deutsche Meisterschaften durchgeführt, die Rückmeldungen der Athlet:innen, Ehrenamtlichen und Zuschauenden sind in vielen Bereichen positiv. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Veranstaltungen, Infrastruktur und Organisation. Mit der neu gegründeten Kommission Deutsche Meisterschaften wurden deshalb erste wichtige Schritte für einen moderneren Bewerbungs- und Vergabeprozess, klarere Anforderungsprofile und eine bessere Infrastrukturplanung angestoßen.
Nachwuchs im Wettkampfwesen stärken
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Team hinter den Wettkämpfen. Aktuell verfügt der DLV über 2 Gold-, 6 Silber- und 126 Bronze-Level-Judges. Um auch künftig ausreichend qualifizierte Wettkampfmitarbeitende zur Verfügung zu haben, soll die Entwicklung von Nachwuchs und neuen Mitarbeitenden weiter gestärkt werden. Dabei spielen auch eine moderne digitale Einsatzplanung sowie stärkere regionale Entwicklung eine wichtige Rolle.
Auch die Weiterentwicklung der Veranstaltungsbewertung war Thema der Konferenz. Die Erfassung soll künftig einfacher, digitaler und stärker auf die entscheidenden Qualitätsmerkmale ausgerichtet werden. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Menge der Daten, sondern die Frage: Was können wir aus jeder Veranstaltung für die nächste lernen? Zum Abschluss richtete sich der Blick auf die Landesverbände. Im Workshop „Gemeinsam zu mehr Einheitlichkeit bei Veranstaltungen innerhalb der Landesverbände“ wurden die unterschiedliche Modelle und Rahmenbedingungen von Landesmeisterschaften vorgestellt, Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsame Handlungsfelder diskutiert.
Mit dem Glitzerabend unter dem Motto „Time to shine“ fanden die drei Ständigen Konferenzen am Samstagabend einen würdigen Abschluss. Die 115 Teilnehmenden nutzten den Rahmen in der DLV-Geschäftstelle für den persönlichen Austausch und gute Gespräche.