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Hendrik Pfeiffer mittendrin im Weltklassefeld des Chicago-Marathons

Der deutsche Langstreckler Hendrik Pfeiffer läuft mit der Startnummer 20001 eine leere Stadtstraße entlang. Er trägt ein orangefarbenes Trägershirt, schwarze Shorts, Kompressionsstrümpfe und neongelbe Laufschuhe. Im Hintergrund stehen ein Backsteingebäude, Bäume und ein Radfahrer. © Theo Kiefner
Der Chicago-Marathon gehört traditionell zu den schnellsten Marathonläufen der Welt. Bereits 1984 lief der Waliser Steve Jones hier mit 2:08:05 Stunden eine Weltbestzeit. Am Sonntag ist der Chicago-Marathon einmal mehr hochkarätig besetzt: Sechs Läufer starten mit Bestzeiten von unter 2:04 Stunden, sieben Frauen liefen bereits unter 2:18 Stunden. Darunter sind die beiden Titelverteidiger: Jacob Kiplimo und Hawi Feysa. Mit Hendrik Pfeiffer ist auch ein deutscher Topläufer in Chicago dabei.
Jörg Wenig

Mit Jacob Kiplimo startet am Sonntag in Chicago der Titelverteidiger beim Traditionsmarathon. Der 25-Jährige aus Uganda versuchte im vergangenen Jahr auf der flachen Strecke zunächst, die Zwei-Stunden-Barriere zu unterbieten und dann den damaligen Weltrekord von 2:00:35 Stunden zu brechen. Doch er konnte das hohe Tempo nicht halten und lief am Ende 2:02:23 Stunden. In London war Kiplimo im April schneller und blieb mit 2:00:28 Stunden unter der vorhergehenden Weltrekordzeit. Aber damit wurde er bei diesem außergewöhnlichen Rennen nur Dritter. 

Vielleicht startet Kiplimo in Chicago einen neuen Weltrekordversuch. Die Marke des London-Siegers Sabastian Sawe steht inzwischen aber bei 1:59:30 Stunden. Der verstorbene Kelvin Kiptum (beide Kenia) hatte den vorherigen Weltrekord von 2:00:35 Stunden vor drei Jahren in Chicago aufgestellt. Dies ist nach wie vor der Streckenrekord. Die stärksten Konkurrenten von Jacob Kiplimo könnten der Vorjahres-Zweite Amos Kipruto (Kenia) und Tadese Takele sein. Der Äthiopier gewann im März in einem sehr starken Rennen zum zweiten Mal in Folge den Tokio-Marathon. (Alle Top-Läufer unten in der Übersicht.)

Acht Trainingswochen mit mehr als 210 Kilometern

Mit Hendrik Pfeiffer (Düsseldorf Athletics) ist ein deutscher Topläufer am Start, der sicherlich versuchen wird, seine persönliche Bestzeit von 2:06:45 Stunden zu unterbieten. Im Frühsommer erlitt der 33-Jährige einen Ermüdungsbruch im Fuß und konnte dadurch bei der EM im August nicht starten. „Ich musste natürlich wieder bei null anfangen, konnte mich aber mit Alternativtraining im Wasser fit halten“, sagte Hendrik Pfeiffer. „Meine Vorbereitung war sehr gut. Ich bin acht Wochen lang jeweils über 210 Kilometer gelaufen, so viel wie noch nie. Umfang und Qualität stimmten, sodass ich auf ein gutes Resultat hoffe.“ In Chicago ist sein Ziel, eine schnelle Gruppe zu erwischen und erneut unter 2:07 Stunden zu bleiben.

Mit Brigid Kosgei kehrt jene Läuferin nach Chicago zurück, die dort 2019 mit 2:14:04 Stunden den 16 Jahre bestehenden Weltrekord der Britin Paula Radcliffe unterboten hatte. Die Kenianerin kam bei ihrem Sieg in Tokio im März mit 2:14:29 Stunden so dicht an ihre Bestzeit heran wie noch nie in den vergangenen sechs Jahren. Während Brigid Kosgei als Favoritin an den Start geht, sind die Titelverteidigerin Hawi Feysa (Äthiopien), die sich im vergangenen Jahr in Chicago auf 2:14:57 Stunden verbesserte, und die aktuelle Boston-Marathon-Siegerin Sharon Lokedi (Kenia; 2:17:22 h) ihre voraussichtlich stärksten Konkurrentinnen.

Hinweis: Eurosport zeigt den Chicago-Marathon am Sonntag ab 22:00 Uhr in einer Aufzeichnung. Live wird das Rennen bei HBO Max ab 14:15 Uhr übertragen.

Topläufer mit persönlichen Bestzeiten

Männer:
Jacob Kiplimo (UGA) 2:00:28
Amos Kipruto (KEN) 2:01:39
Milkesa Mengesha (ETH) 2:03:17
Tadese Takele (ETH) 2:03:23
Daniel Mateiko (KEN) 2:03:44
Asrar Hiyrden (ETH) 2:03:59
Charles Hicks (USA) 2:04:35
Suguru Osako (JPN) 2:04:55
Mohamed El Aaraby (MAR) 2:05:18
Clayton Young (USA) 2:05:41
Sondre Moen (NOR) 2:05:48
Vincent Mauri (USA) 2:05:54
Hendrik Pfeiffer (GER) 2:06:45

Frauen:
Brigid Kosgei (KEN) 2:14:04
Hawi Feysa (ETH) 2:14:57
Sutume Kebede (ETH) 2:15:55
Megertu Alemu (ETH) 2:16:34
Brillian Kipkoech (KEN) 2:17:05
Sharon Lokedi (KEN) 2:17:22
Degitu Azimeraw (ETH) 2:17:58
Loice Chemnung (KEN) 2:18:24
Joan Kilimo (KEN) 2:18:40
Magdalyne Masai (KEN) 2:18:58
Fantu Worku (ETH) 2:19:08
Mary Ngugi Cooper (KEN) 2:19:26
Yuka Akasaki (JPN) 2:21:33

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