| Zagreb

Zwölf Medaillen: Deutsche Masters überzeugen bei Marathon-WM

Thomas Jäger (Mitte), Doppelweltmeister der M70, steht lachend zwischen seinen Teamkollegen Peter Massny (links) und Albert-Eugen Vetter (rechts). Alle drei tragen Deutschland-Trikots, Startnummern und Medaillen um den Hals. © DLV
Vier Gold-, vier Silber- und vier Bronzemedaillen haben die deutschen Läuferinnen und Läufer bei den Masters-Weltmeisterschaften im Marathon in Zagreb (Kroatien) gewonnen. Herausragend waren am Sonntag Martin Rapp und Thomas Jäger: Sie holten die Einzeltitel in der M65 und M70 und führten ihre Teams zu Silber und Gold. Auch die W60-Mannschaft um Christin Ehrke gewann Team-Gold.
rr/mbn

Bei idealen Bedingungen mit 15 Grad Celsius, Wolken und wenig Wind gingen am Sonntagmorgen um 9 Uhr mehr als 1.000 Masters-Marathonläuferinnen und -läufer aus einem separaten Startbereich in Zagreb ins WM-Rennen. Das Rennen war in den 34. Zagreb-Marathon mit mehr als 4.000 Teilnehmenden integriert. Von 28 deutschen Starterinnen und Startern – gemeldet waren 33 – erreichten 27 das Ziel, alle deutschen Teams landeten unter den besten fünf.

Den ersten Titel sicherte sich Martin Rapp (LAV Stadtwerke Tübingen) in der M65 gegen höher eingeschätzte Konkurrenz. In 2:54:16 Stunden lief er ein klug eingeteiltes Rennen und lief die zweite Hälfte deutlich schneller als die erste. Mit Paul Bückert (TG Neuss) und Hermann-Josef Belke (TV Refrath) holte er in 10:15:41 Stunden zudem Team-Silber.

Auch Thomas Jäger (LAC Essingen) ließ in der M70 die Favoriten hinter sich. Nach 2:09:44 Stunden bei Kilometer 30 stürmte er in 3:05:59 Stunden zu Gold. 8:12 Minuten später kam Peter Massny (TSV Neustadt) ins Ziel, der in 3:14:11 Stunden Bronze gewann. Gemeinsam mit Albert-Eugen Vetter (LAV Saale-Rennsteig; 3:23:07 h) krönten die beiden den Tag mit dem Mannschaftstitel in 9:43:17 Stunden.

Team-Gold für die W60 

Christin Ehrke (GuthsMuths Rennsteiglaufverein) gewann in der W60 in 3:25:33 Stunden Bronze. Im Vorjahr war sie bei den Masters-Europameisterschaften im Marathon in Jyväskylä (Finnland) bereits Masters-Europameisterin der W60 geworden. Mit ihrer Bronzemedaille legte sie zugleich den Grundstein für den zweiten deutschen Mannschaftstitel. Mit Belinda Wilke (TG Neuss), die in der W65 in 3:51:50 Stunden Vierte wurde, und Sylvia Steinke-Gräfe (TSG Markkleeberg; 4:00:33 h), Siebte der W60, kam das Trio auf 11:17:56 Stunden.

Auch die ältesten deutschen Starter liefen aufs Podest. Walter Johnen (LAV Stadtwerke Tübingen), Jahrgang 1945, sicherte sich in der M80 mit einem gleichmäßigen Rennen in 4:31:52 Stunden Silber. Julia Suwelack (LSF Münster), Jahrgang 1947, holte in der W75 in 5:19:12 Stunden ebenfalls Rang zwei – gegen eine Konkurrentin, die sich unterwegs mehrfach regelwidrig coachen ließ. Die siebte Einzelmedaille steuerte Kay-Uwe Mueller (TSG Schwäbisch Hall) bei, der in der M45 in 2:32:01 Stunden Dritter wurde.

Unerlaubte Hilfe war in Zagreb leider kein Einzelfall: Viele WM-Starterinnen und -Starter liefen mit Knopf im Ohr oder trugen Trikots ohne Nationalitätsangabe, sodass die direkte Konkurrenz oft nicht zu erkennen war. Der starken deutschen Bilanz tat das keinen Abbruch. Zu den Ergebnissen.

Foto: Thomas Jäger (Mi) krönte sich in der M70 zum Doppelweltmeister. Den Team-Titel gewann er zusammen mit Peter Massny (li.) und Albert-Eugen Vetter.

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