Mit dem besten Marathon-Debüt einer deutschen Läuferin überhaupt hat am Sonntag in Frankfurt Blanka Dörfel für Staunen gesorgt. Die 24-Jährige rannte in 2:20:46 Stunden auf Rang zwei und reihte sich damit in der ewigen deutschen Bestenliste direkt hinter der Deutschen Rekordhalterin Irina Mikitenko ein. Ebenfalls auf Platz zwei lief nach einem spannenden Duell Amanal Petros. Richard Ringer und Samuel Fitwi komplettierten auf den Rängen fünf und sieben ein starkes deutsches Trio.
Frankfurt empfing die Marathon-Läuferinnen und -Läufer am Sonntag mit kühlem Regenwetter. Blanka Dörfel (Berlin Athletics) hatte sich für ihr Marathon-Debüt Sonnenschein gewünscht. Doch die 24-Jährige kam auch mit den gegenteiligen Bedingungen gut zurecht. Von Anfang an schlug sie ein flottes Tempo an und sortierte sich, unterstützt von ihren Tempomachern, unter den besten Frauen ein.
Die Halbmarathon-Distanz passierte sie in 1:10:29 Stunden – und wurde anschließend noch schneller. Zeitweise lag sie sogar auf Kurs für eine Zeit unter 2:20 Stunden. Der Deutsche Rekord, gehalten von Irina Mikitenko, steht bereits seit 18 Jahren bei 2:19:19 Stunden.
Ohne Uhr auf Platz zwei der ewigen deutschen Bestenliste
Fünf Kilometer vor dem Ziel hatte sich die Berlinerin auf Platz zwei vorgearbeitet. Die Führungsposition hatte Favoritin Zeineba Yimer Worku inne. Auf den abschließenden Kilometern hatte Blanka Dörfel, die das Rennen ohne Uhr bestritt, sichtlich zu kämpfen. Dennoch blieb sie auf Kurs für eine Zeit, die ihr auf Anhieb Rang zwei der ewigen deutschen Bestenliste bescherte: In 2:20:46 Stunden wurde sie Zweite des Rennens und schob sich in der Statistik an Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg) vorbei, die im Frühjahr bei den Deutschen Marathon-Meisterschaften 2:21:26 Stunden gelaufen war. In Europas ewiger Bestenliste reihte sie sich auf Platz acht ein.
"Die letzten fünf Kilometer bin ich fast gestorben, das war sehr hart. Ich bin einfach froh, gefinisht zu haben! Ich bin ohne Uhr gelaufen und hatte keine Ahnung, wie schnell ich gelaufen bin", sagte Blanka Dörfel, die sich für die Zukunft noch stärkere Zeiten zutraut. In Frankfurt lief sie die zweite Hälfte des Rennens zwölf Sekunden schneller als die erste.
Amanal Petros in spannendem Duell Zweiter
Die schnellsten Männer, darunter das deutsche Trio Amanal Petros (Hannover 96), Richard Ringer (LC Rehlingen) und Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier), absolvierten die ersten 30 Kilometer in einem gleichmäßigen Tempo von drei Minuten pro Kilometer. Ein wenig Chaos an der Verpflegungsstation nutzte Amanal Petros, um sich vom restlichen Feld zu lösen. Einzig der Kenianer Benard Kipkurui Biwott konnte folgen, auch Richard Ringer hielt zunächst noch den Anschluss, ehe er sich in einer vierköpfigen Verfolgergruppe einreihte. Samuel Fitwi dagegen musste etwas abreißen lassen.
Bei Kilometer 35 hatte Jirata Lelisa Denki aus Äthiopien die Lücke zu den beiden Führenden wieder geschlossen. Als das Trio an der Alten Oper Frankfurt 38 Kilometer fast vollendet hatte, setzte Amanal Petros die nächste Attacke. Doch während Benard Biwott ihn diesmal ziehen lassen musste, gab Denki nicht auf und übernahm bei Kilometer 40 die Führung. In 2:05:26 Stunden holte er sich den Sieg. Amanal Petros jubelte nach 2:05:46 Stunden, seiner drittbesten Marathonzeit überhaupt, über Rang zwei. Biwott sicherte sich in 2:06:23 Stunden den dritten Podiumsplatz.
"Das Wetter war nicht optimal. Wir haben es versucht mit dem Deutschen und Europarekord. Irgendwann habe ich mich entschieden, einfach Spaß zu haben. Ich habe alles gegeben. Es war einfach schön, die ganze Atmosphäre zu haben. Obwohl es geregnet hat, standen die Leute auf der Straße, um uns zu unterstützen", sagte Amanal Petros anschließend im Hessischen Rundfunk. Hinter Haimro Alame aus Israel (2:06:58 h) kam Richard Ringer in 2:07:07 Minuten als Fünfter ins Ziel. Samuel Fitwi folgte mit 2:08:57 Stunden auf Rang sieben.
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