| NRW-Gala

Mateusz Przybylko steigert sich in Bottrop auf 2,35 Meter

Hochspringer Mateusz Przybylko hat sich am Sonntag in Bottrop auf 2,35 Meter verbessert. Lars Hamann steigerte bei der in ein internationales Meeting eingebetteten NRW-Meisterschaft den Speerwurf-Stadionrekord auf 82,29 Meter. Tatjana Pinto gewann über 100 Meter in windunterstützten 11,21 Sekunden und war auch über 200 Meter unangefochten.
Harald Koken

Vier Tage nach seinem 2,30-Meter-Sprung in Ramstein stieg Mateusz Przybylko (TSV Bayer 04 Leverkusen) am Sonntag in Bottrop bei 2,15 Meter ein und hatte erwartungsgemäß viel Luft zur Latte. Allein im Wettbewerb, ließ er dann schon 2,30 Meter auflegen, haderte zunächst mit dem wechselnd stark wehenden Schiebewind, überflog die Höhe im dritten Anlauf dann aber deutlich. Euphorisiert nahm der 25-Jährige die Herausforderung an und holte 2,32 Meter direkt im ersten Versuch.

Beim ersten Herantasten an 2,35 Meter touchierte er die Latte nur minimal mit der Wade. Der zweite Versuch gelang dann aber mit Bravour – Meetingrekord. Anschließend ließ der Athlet von Hans-Jörg Thomaskampf zwar 2,38 Meter – ein Zentimeter über dem deutschen Rekord – auflegen, trat aber nicht mehr an. „Der Oberschenkel hat zugemacht, schon bei 2,32 Meter habe ich ein Kribbeln gespürt“, erklärte Mateusz Przybylko. „Ich werde auch den geplanten Start am Mittwoch in Ostrava absagen“, erklärte er.

Lars Hamann „heiß auf Ostrava“

Erst bei den <link>Deutschen Meisterschaften am übernächsten Wochenende in Erfurt (8./9. Juli) will Mateusz Przybylko die Wettkampfschuhe wieder schnüren. Nur vier deutsche Hochspringer sprangen jemals höher als er, in diesem Jahrtausend lediglich Martin Buß (TSV Bayer 04 Leverkusen) bei seinem Weltmeistertitel 2001 in Edmonton (Kanada).

Lars Hamann (Dresdner SC 1898) steigerte den Speerwurf-Stadionrekord auf 82,29 Meter. „Der recht böige Wind hat mir zugesetzt. Aber für die Bedingungen war die Weite okay. Jetzt bin ich natürlich heiß auf Ostrava, wo die vier deutschen WM-Kandidaten gegen vier Tschechen antreten“, sagte der 28-Jährige, der zwar die Norm für London (Großbritannien; 4. bis 13. August) erfüllt hat, aber im Moment noch auf Rang vier der DLV-Saisonrangliste steht.

Ryan Shields vor Kim Collins

Ryan Shields (Jamaika) behielt über 100 Meter bei 2,2 Metern pro Sekunde Gegenwind in 10,51 Sekunden die Oberhand. „Schade, dass das Wetter nicht mitgespielt hat“, meinte der 24-Jährige, der zuletzt in Stockholm (Schweden) 10,19 Sekunden geschafft hatte. Kim Collins (St. Kitts und Nevis) folgte in 10,56 Sekunden. „Gesund bleiben und so schnell wie möglich rennen“, formulierte der Weltmeister von 2003 als Saisonziele. Peter Emelieze (ASV Köln; 10,74 sec) wurde Vierter.

Tatjana Pinto (LC Paderborn) trommelte schon im Vorlauf 11,30 Sekunden auf die Bahn. Eine Stunde später fügte sie dann als Siegerin bei etwas zu viel Rückenwind 11,21 Sekunden hinzu, um dann auch noch über 200 Meter vorne weg zu eilen. Hier blieb die Uhr nach 23,88 Sekunden stehen – bei 3,5 Metern pro Sekunde Gegenwind. „Ich war krank und habe flachgelegen, bin nun aber nun wieder voll belastbar und habe eine harte Traningswoche hinter mir“, sagte die 24-Jährige.

Matthis-Leon Wilhelm verblüfft

Matthis-Leon Wilhelm (SC Preußen Münster) überraschte als Weitsprung-Sieger mit allerdings windunterstützten 7,50 Metern. Der Haus- und Saisonrekord des 20-Jährigen steht bei 7,44 Metern. „Lange hat er Probleme mit dem Beuger gehabt, sich aber nach einer Trainingsumstellung wieder herangetraut“, erklärte Trainerin Elke Bartschat. Schon in der U18 war Matthis-Leon Wilhelm 7,37 Meter gesprungen.

Ein Zentimeter trennte die Weitspringerinnen Samantha Pretorious (Südafrika; 6,05 m) und Jovanna Klaczynski (BV Teutonia Lanstrop; 6,04 m). Jan Josef Jeuschede (TSV Bayer 04 Leverkusen) setzte sich im Kugelstoßen mit 18,34 Metern sicher durch. „In der Vorbereitung auf die DM haben wir in dieser Woche das Training intensiviert. Hinzu kommt, dass mir hintenheraus heute der Elan gefehlt hat“, erklärte der 24-Jährige, der sich drei Wochen zuvor auf 18,91 Meter gesteigert hatte.

Der Hammerwurf war fest in Leverkusener Hand: Bei den Männer gewann Jack Dalton mit der persönlichen Bestweite von 67,58 Metern, bei den Frauen lag Michelle Döpke mit 60,30 Meter vorn. Susana Costa (Portugal; 13,68 m) und Aina Griksaite (Litauen; 13,61 m) waren beste Dreispringerinnen. Auf der Stadionrunde holte Jonas Hanßen (SC Myhl LA; 47,87 sec) Platz drei hinter Zakithi Nene (Südafrika; 47,08 sec) und Jochem Dobber (Niederlande; 47,34 sec). Lena Naumann (LT DSHS Köln; 55,34 sec) preschte bei den Frauen vorneweg. Abraham Rotich (Bahrain; 3:39,86 min) setzte sich über 1.500 Meter gegen Rabii Doukkana (Marokko; 3:39,96 min) durch. 

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer <link>Ergebnisrubrik...

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