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Deutsche Masters gewinnen Vergleichskampf in Halberstedt

Gruppenfoto des deutschen Masters-Teams mit Deutschlandfahnen und Mannschaftskleidung © Vera Sunke
Bei den Interlands 2026 in Halberstadt hat die deutsche Masters-Mannschaft am Samstag in überzeugender Manier ihren Vorjahressieg vor den Niederlanden wiederholt. Viele sehr gute Einzelleistungen, Saisonbestleistungen, eine Deutsche Bestleistung von Iris Opitz und am Ende sogar ein Weltrekord der 4x400-Meter Mixed Staffel X45 legten den Grundstein für die starke Mannschaftsleistung.
Bettina Schardt

Nach der Neuauflage im vergangenen Jahr fand der Masters-Vergleichskampf „Interlands“ nun zum zweiten Mal im neuen Format statt. In Halberstadt in Sachsen-Anhalt trafen sich die Mannschaften der Niederlande, Frankreichs, Belgiens und des Gastgebers Deutschland. Der Modus – pro Disziplin kommen für jede Mannschaft zwei Frauen und zwei Männer in die Wertung, die Leistungen werden per Altersklassenfaktor bewertet.

Die deutsche Mannschaft bestand aus vielen international erfahrenen Masters-Athletinnen und -Athleten und einigen Neulingen im Nationaltrikot, koordiniert und organisiert von Jan-Boyke Seemann und Urte Zinke.  In insgesamt zwölf Disziplinen – fünf Lauf-, vier Wurf- und zwei Sprungdisziplinen sowie in der 4x400-Meter-Mixed-Staffel – ging es um Punkte fürs Team. Am Ende eines achtstündigen Wettkampftages mit vielen starken Leistungen konnte die deutsche Mannschaft ihren Sieg aus Den Haag 2025 verteidigen. Sie siegte vor den Niederländern und den Franzosen, die ebenso wie die Belgier nur mit einer kleinen Mannschaft am Start waren.

Getragen von der tollen Stimmung sammelten die 4x400 Meter-Mixed-Staffeln die letzten Punkte für das deutsche Konto. Beim Warten auf die Siegerehrung sah man viele zufriedene und glückliche Gesichter – die Meinung war einhellig: „Es war ein großartiger Wettkampf.“ Möglich gemacht hatten das Team-Organisator Jan-Boyke Seemann und Wettkampf-Organisator Steffen Fricke, der mit seinem Team des VfB Halberstadt, ein fantastisches Leichtathletik-Wochenende auf die Beine gestellt hat.

Start mit Weltklasse-Stabhochsprung-Meeting

Los ging es bereits am Freitag mit dem 1. Internationalen Stabhochsprung-Meeting auf dem Domplatz in Halberstadt, das Weltklasse-Springer Ernest Obiena (Philippinen) mit 5,76 Meter für sich entschied. Nach dem Stabhochsprung-Meeting bekamen die Masters mit ihrer Eröffnungsfeier auf der Stabhochsprung-Anlage eine schöne Bühne vor vielen Zuschauern. „Die Organisation der beiden Wettkämpfe war nur im Team möglich. Viele Helfer im Hintergrund einschließlich unserer Jugendlichen haben einen Super-Job gemacht. Einige haben dafür sogar Urlaub genommen. Wir sind in diesen Wochen der Vorbereitung nochmal mehr zusammen gewachsen“, so Steffen Fricke.

Für den ersten Höhepunkt sorgte Iris Opitz (LAV Elstertal Bad Köstritz) – sie steigerte ihre Deutsche 100-Meter-Bestleistung, aufgestellt bei den Deutschen Meisterschaften in Mönchengladbach, um zwei Hundertstel Sekunden auf 13,36 Sekunden. Über 400 Meter stellte sie sich in den Dienst der Mannschaft und rannte 68,16 Sekunden. Nun liegt ihr Fokus auf der Vorbereitung für die Weltmeisterschaften der Masters in Daegu (Südkorea; 22. August bis 3. September), wo wieder ihre Spezialstrecken 100 und 200 Meter im Mittelpunkt stehen. Team-Kapitänin Daniela Kliche (LG Neiße/W45) lief 63,98 Sekunden.

Andy Dittmar (BIG Basketball in Gotha) ließ es sich nicht nehmen, nach Halberstadt zu kommen und im Kugelstoß der M50 mit 17,40 Meter viele Punkte zu sammeln. Er gewann den Wettbewerb ebenso wie Ralf Mordhorst (Kieler TB), der in der M50 den Diskus auf 51,48 Meter warf. Über 100 Meter Hürden kam Markus Paquée (Eintracht Frankfurt) in 14,87 Sekunden als Schnellster ins Ziel. Bei den Frauen überzeugten Dana Prada (TSV 1885 Friedberg-Fauerbach) in 12,35 und Mehrkämpferin Martina Meissner (LAC Essingen) in 12,76 Sekunden.

Eva Trost und Roland Gröger überzeugen

Bei den Mittel- und Langstrecken stand Eva Trost (ASV Piding) im Mittelpunkt, die über 800 Meter der W55 in 2:28,73 Minuten eine internationale Top-Zeit lief. Über 3.000 Meter kämpfte sich Angelika Albrecht (LTV Lippstadt/W65) trotz eines Sturzes durch und brachte mit schmerzender Hand das Rennen in 13:55,66 Minuten ins Ziel. Mareike Ressing (TSV Penzberg) war in 11:07,70 Minuten die schnellste Frau des Tages.

Teamkapitän Michael Lang (Skivereinigung Amberg/M45) rannte als Gesamt-Zweiter starke 9:04,25 Minuten. Der M60-Hallen-Weltrekordler über 400 Meter Roland Gröger (TopFit Berlin) verbesserte sein Saisonbestleistung um eine halbe Sekunde auf 56,31 Sekunden und zeigte sich damit bestens vorbereitet auf die WM in Daegu.

Bei den Werferinnen überzeugten Jeannette Denz (Greifenpower e.V./W50) mit 13,10 Metern mit der Kugel, Bettina Schardt (MTG Mannheim/W50) mit 39,28 Meter mit dem Diskus, Elke Herzig (LG Kurpfalz/W65)  mit 34,97 Metern mit dem Hammer und Dagmar Suhling (LG Kreis Verden/W55) mit 37,01 Metern mit dem Speer. Ihr Ehemann Sven Suhling (LG Kreis Verden/M60) warf den Hammer auf 48,59 Meter.

Weltrekord rundet Wettkampf ab

Marc Gogol (LG Bremen-Nord/M55) brachte als einziger deutscher Hochspringer 1,55 Meter in die Team-Wertung ein. Marion Stedefeld (SV Concordia Großengottern/W60) übersprang 1,35 Meter. Julia Dreilig (Magdeburger LV Einheit/W40) landete im Weitsprung bei 5,17 Metern (+2,2 m/s), Holger Geweke (TV Lohnde /M50) sprang 5,84 Meter.

In der abschließenden 4x400 Meter-Mixed-Staffel siegte Deutschland 1 mit Tobias Schulz, Dana Prada, Felix Trogisch und Anne Schwedler in 3:56,07 Minuten vor Deutschland 2 mit Bernd Lachmann, Martina Meissner, Holger Geweke und Daniela Kliche in 4:02,92 Minuten. Die Zeit von Deutschland 2 – alle Staffelmitglieder sind älter als 45 Jahre – bedeutet zugleich neuen Weltrekord für die noch junge Disziplin 4x400-Meter Mixed Staffel X45.

Jan-Boyke Seemann war hochzufrieden: „Wir haben den Titel verteidigt! Das ist ein großartiges Gefühl und ich bin megastolz auf die Mannschaft. Ein Riesendank an die Ausrichter um Steffen Fricke und den VfB Germania Halberstadt. Grandios, was sie für uns Masters hingezaubert haben.“

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