Das 1.500-Meter-Rennen bei den World Athletics Ultimate Championships am Sonntagabend in Budapest war eines WM-Finals würdig. Auf der ersten Streckenhälfte bestimmte Robert Farken das Rennen. Ein Strauchler 200 Meter vor Schluss brachte den Leipziger womöglich um eine bessere Platzierung, während an der Spitze der britische Meilen-Weltrekordler Josh Kerr das Rennen nach Hause lief.
Das 1.500-Meter-Rennen der Männer sollte ein Höhepunkt der World Athletics Ultimate Championships in Budapest werden. Denn die Rennen in den vergangenen Monaten über die „lange Mittelstrecke“ waren stets extrem eng und hochklassig. Entsprechend hatten die Ausrichter das Rennen fast ganz ans Ende der Premiere der Drei-Tages-Veranstaltung in Ungarns Hauptstadt platziert. Und mittendrin in diesem Mittelstrecken-Spektakel: Robert Farken (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig).
Der WM-Sechste hatte sich vorgenommen, das Rennen offensiv zu gestalten. So führte der Leipziger das Feld in einem schnellen Tempo über die ersten beiden Runden. Nach 900 Metern übernahm sein Trainingspartner Yared Nuguse (USA) die Führung. Als die Glocke zur letzten Runde erklang, hatte sich Josh Kerr an der Schulter des US-Amerikaners in eine optimale Ausgangsposition. Und diese nutzte der Meilen-Weltrekordler. Mit 3:29,35 Minuten lief der Brite souverän zum Sieg. Robert Farken musste nach einem Strauchler 200 Meter vor Schluss etwas abreißen lassen. Trotzdem lief er immer noch 3:32,90 Minuten und belegte Rang elf.
Rang zwei schnappte sich Diamond-League-Gesamtsieger Cameron Myers. Der Australier blieb mit 3:29,68 Minuten ebenfalls unter der 3:30-Minuten-Marke. Auf den Plätzen drei bis fünf folgte innerhalb weniger Hundertstel das US-Trio Hobbs Kessler (3:30,73 min), Olympiasieger Cole Hocker (3:30,74 min) und Yared Nuguse (3:30,76 min). Nach seinem Sieg über 5.000 Meter am Freitagabend hatte Jakob Ingebrigtsen (Norwegen) auf einen Start über 1.500 Meter verzichtet.
Stimme zum Wettbewerb
Robert Farken (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig):
„Auf der letzten Runde habe ich viele Sterne gesehen. Ich hatte mir vorgenommen, anders als zuletzt mutig anzulaufen. So bin ich in diesem Jahr meine besten Rennen gelaufen. Gegen so ein Feld sieht es dann ganz am Ende der Saison etwas anders aus. Das ist die Realität, der man dann auch in die Augen schauen muss. Mein Trainer hat mir vor dem Rennen gesagt: Das ist deine Konkurrenz, gegen die du in den kommenden Jahren in großen Finals hoffentlich antreten wirst. So bin ich auch in das Rennen gegangen und nehme viel Öl für das Feuer mit. Wenn man zu den Großen zählen will, gehört es auch dazu, eine solch lange Saison zu bestreiten und regelmäßig gegen diese schnelle Konkurrenz zu laufen.“