| Dortmund 2021

Hallen-DM Tag 2 | Frauen: Gesa Krause triumphiert, Corinna Schwab dominiert

In der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle werden am Sonntag sechs neue Deutsche Hallenmeisterinnen gekürt. Wir berichten von Disziplin zu Disziplin von den Entscheidungen der Hallen-DM 2021.
Jan-Henner Reitze

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400 Meter

Corinna Schwab kratzt an 52-Sekunden-Marke

Einige Favoriten sind am zweiten Tag der Wettkämpfe in Dortmund gestrauchelt und haben den erhofften Titel verpasst. Corinna Schwab (LAC Erdgas Chemnitz) konnte ihre Vorleistungen dagegen bestätigen und sogar noch eins draufsetzen. Sie bog nicht nur als Führende auf die Innenbahn ein, sondern konnte auch bis ins Ziel weiter Druck machen. Nur die 52-Sekunden-Marke wollte noch nicht ganz fallen. Mit 52,01 Sekunden steht aber eine neue Hallenbestleistung zu Buche, gleichbedeutend mit Rang fünf in der Jahresbestenliste des Winters in Europa. Mit einer schnelleren Zeit ging der DM-Titel über diese Strecke in der Halle zuletzt im Jahr 2002 weg, als Grit Breuer 51,49 Sekunden lief.

Mutig begann auch Laura Müller (SV GO! Saar 05 Saarbrücken) das Rennen und wurde dafür endlich einmal belohnt. In 52,60 Sekunden schaffte die 25-Jährige auch die Norm (53,00 sec) für die Hallen-EM. Die Bronzemedaille blieb in Dortmund. Brenda Cataria-Byll (53,69 sec) steigerte ihre Hallen-PB dabei um eine Zehntel.

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800 Meter

Tanja Spill beendet Münchner Titel-Abo

Seit 2015 ist der Hallen-Titel über diese Distanz immer an die LG Stadtwerke München gegangen. Mit einem schnellen Tempo versuchte Christina Hering, dieses Abo zu verlängern. Nach schnellen 400 Metern (60,29 sec) schwanden die Kräfte aber in der Schlussrunde und gleich vier Athletinnen zogen vorbei, so dass sich die Titelverteidigerin am Ende mit Rang fünf (2:06,40 min) begnügen musste.

Die als Herausforderin gehandelte Tanja Spill (LAV Bayer Uerdingen Dormagen) hatte keine Probleme mitzugehen, im entscheidenden Moment vorbeizugehen und sich abzusetzen. Bei ihrem ersten DM-Gold bei den Frauen stellte die 25-Jährige in 2:03,06 Minuten auch noch eine Bestzeit auf und kratzte an der Hallen-EM-Norm (2:03,00 min). So schnell wie noch nie in der Halle waren auch die beiden weiteren Athletinnen auf dem Podium. Sarah Schmidt (TSV Bayer 04 Leverkusen; 2:04,07 min) sicherte sich Silber vor Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweiler; 2:04,35 min). Als Vierte auch noch vor Christina Hering lief Nele Weßel (Königsteiner LV; 2:05,87 min) ins Ziel.

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1.500 Meter

Gesa Felicitas Krause hat den besten Kick

Einen DM-Titel in der Halle hatte Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) schon im Vorfeld dieser Meisterschaften gewonnen. 2015 stand sie über 3.000 Meter ganz oben. In Dortmund sicherte sich die Hindernisspezialistin ihren ersten nationalen Titel überhaupt über die 1.500-Meter-Strecke und bewies, dass sie nach Rückschlägen im vergangenen Jahr auf einem guten Weg ist. Selbstbewusst brachte sich die 28-Jährige zwei Runden vor Schluss in Angriffsposition und schob sich an die zweite Stelle, vorbei an Katharina Trost (LG Stadtwerke München), die sich bis dahin hinter „Lokomotive“ Caterina Granz (LG Nord Berlin) gehalten hatte.

Trotz eines flotten Tempos konnte Gesa Felicitas Krause in der Schlussrunde die meisten Reserven mobilisieren und ging ganz nach vorn. In 4:12,84 Minuten wehrte sie alle Gegenangriffe der Mittelstreckenspezialistinnen ab. Catarina Granz holte sich in 4:13,26 Minuten die Silbermedaille vor Katharina Trost (4:13,48 min). Das Rennen war der spannende Schlusspunkt der Titelkämpfe von Dortmund.

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3.000 Meter

Trio unter neun Minuten, Hanna Klein spurtet unwiderstehlich

Ein Quartett sorgte für ein spannendes und auch schnelles Meisterschaftsrennen. Nachdem zuerst Triathletin Laura Lindemann (SC Potsdam) die Initiative ergriff, setzte sich Hindernisspezialistin Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald) an die Spitze und schlug ein Drei-Minuten-Tempo an. Titelverteidigerin Hanna Klein (LAV Stadtwerke Tübingen) lief locker mit und auch die jüngste im Feld, Lea Meyer (VfL Löningen), konnte mit dieser Gruppe mitgehen.

Die Entscheidung fiel auf den abschließenden beiden Runden. Wieder war es Laura Lindemann, die zuerst angriff und nach vorn ging. Spielerisch folgte Hanna Klein und zündete 250 Meter vor Schluss ihren Endspurt. Dank einer Schlussrunde von unter 30 Sekunden kam eine Siegerzeit von deutlich unter neun Minuten zu Stande. In 8:54,37 Minuten blieb die Tübingerin bei ihrer erfolgreichen Titelverteidigung auch klar unter der Norm für die Hallen-EM (9:03,00 min).

Diese Marke unterboten auch die drei folgenden Athletinnen. Als Vizemeisterin blieb die Uhr für Laura Lindemann bei 8:57,82 Minuten stehen, so schnell war sie noch nie. Bronze-Medaillengewinnerin Elena Burkard (8:59,02 min) unterbot erstmals in der Halle die neun Minuten. Als Vierte nur um sechs Hundertstel an dieser Barriere vorbei lief Lea Meyer (9:00,05 min).

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Hochsprung

Alexandra Plaza lässt Favoritin Christina Honsel hinter sich

Im Jahr 2017 hatte Alexandra Plaza (LT DSHS Köln) ihre Hochsprung-Karriere schon für beendet erklärt, nachdem es nach großen Erfolgen in der Jugend nicht mehr weiter nach oben gehen wollte. Vor allem die Freude an ihrer Disziplin brachte die 26-Jährige dann aber doch zurück an die Anlage und Stück für Stück ging es wieder weiter nach oben. In Dortmund führte dieser ungewöhnliche Weg zum ersten DM-Titel bei den Aktiven. Gereicht hätten dafür schon 1,83 Meter, bis zu denen sich die Vierte der U20-WM 2012 keinen Fehlversuch leistete. Im dritten Versuch egalisierte die Siegerin dann auch noch ihre Hallenbestleistung aus dem Jahr 2015 von 1,86 Metern.

Dreimal an dieser Höhe scheiterte Christina Honsel (TV Wattenscheid 01), die als Favoritin in den Wettkampf gegangen war. Mit 1,83 Metern musste sich die Freiluft-Titelträgerin mit Silber zufrieden geben. Ebenfalls 1,83 Meter übersprang Lea Halmans (SV Sonsbeck) und freute sich über Bronze.

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Weitsprung

Malaika Mihambo sammelt nächsten Titel ein

Zum vierten Mal nacheinander heißt die Deutsche Hallenmeisterin Malaika Mihambo. Die Weltmeisterin von der LG Kurpfalz machte mit einem Satz auf 6,70 Meter im zweiten Durchgang den Sieg klar. Die 27-Jährige traf keinen ihrer Sprünge wirklich perfekt. Ein paar Zentimeter mehr wären sicherlich drin gewesen. An gleicher Stelle war die Schwedin Khaddi Sagnia vor zwei Wochen 6,82 Meter gesprungen, die am Samstag an der Spitze der europäischen Bestenliste dieses Winters von der 18 Jahre jungen Italienerin Larissa Iapichino (6,91 m) abgelöst worden ist. Bei der Hallen-EM werden diese beiden Athletinnen zur Konkurrenz gehören, bei der die DLV-Athletin ihre erste internationale Hallen-Medaille gewinnen könnte.

Auf nationaler Ebene wächst mit Merle Homeier (LG Göttingen) eine potenzielle Konkurrentin von internationalem Format heran. Im sechsten Durchgang steigerte die 21-Jährige ihre Hallenbestleistung auf 6,55 Meter und schob sich noch auf den Silberrang nach vorn. Maryse Luzolo (Königsteiner LV; 6,51 m) blieb Bronze und immerhin eine konstante Serie, in der aber ein Ausreißer nach oben fehlte.

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Hallen-DM 2021 Dortmund

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