| Sparkassen-Meeting

Starke Sprints von Marvin Schulte und Robin Erewa in Jena

Marvin Schulte so schnell wie nie: Beim Sparkassen-Meeting am Samstag in Jena ließ er über 100 Meter die versammelte nationale Konkurrenz hinter sich. Über 200 Meter war Robin Erewa so schnell wie seit drei Jahren nicht. Bei den Frauen gingen die Sprintsiege an Keshia Kwadwo und Sophia Junk. Zuvor hatten die U20-Sprintstaffeln des DLV für einen glänzenden Auftakt gesorgt.
Sandra Arm

Schon seit Donnerstag haben sich die Sprintstaffeln des DLV (U23/U20) auf das Meeting in Jena vorbereitet. Vor ihrem Start beschwörten die Nachwuchssprinter den Teamgeist: Sie kamen auf dem Rasen des Ernst-Abbe-Sportfelds zusammen, bildeten einen Kreis und stimmten sich lautstark ein.

Die an eins gesetzte U20-Staffel mit Daniel Regenfuß (Sprintteam Wetzlar), Fabian Linne (SV Werder Bremen), Elias Goer (Sprintteam Wetzlar) und Luis Brandner (LAC Erfurt Top Team) ging erstmals in dieser Besetzung an den Start. Schlussläufer Luis Brandner brachte das schnelle Quartett mit einer starken Zeit von 39,20 Sekunden ins Ziel. Mit dieser Leistung blieb das Quartett nur sieben Hundertstel vom U20-Europarekord entfernt, den die deutsche Staffel 2016 bei der U20-WM in Bydgoszcz (Polen) aufgestellt hatte.

"Die Zeit war mega, das Team war top eingestimmt", sagte Luis Brandner. Zudem blieb der DLV-Express natürlich deutlich unter dem Richtwert für die U20-EM in Boras (Schweden; 18. bis 21. Juli). Ebenso wie die zweite und dritte Vertretung des DLV (39,56 sec/40,00 sec).

Marvin Schulte mit starkem Schlussspurt

Beim Thema Wind zeigte sich der Veranstalter sehr flexibel, er verlegte den Start über 100 Meter einfach auf die Gegengerade. Die schnellste Vorlaufzeit von 10,24 Sekunden brachte Marvin Schulte (SC DHfK Leipzig) auf die Bahn, allerdings mit etwas zu viel Wind (+2,2 m/s). Den besten Start im Endlauf erwischte Julian Reus (LAC Erfurt Top Team). Bis 80 Meter lag er in Führung, dann kam Marvin Schulte angerauscht und holte sich bei regulärem Wind in neuer Bestzeit von 10,23 Sekunden den Sieg.

Aufgrund der starken Leistungen in Weinheim (10,28 sec) und jetzt in Jena muss er sein Saisonziel neu ausrichten. "Ich hätte nicht gedacht, dass es gleich am Anfang der Saison so schnell wird. Vorgenommen hatte ich mir als Saisonziel eine Zeit unter 10,30 Sekunden." Nun soll es noch schneller werden, er will angreifen. "Mein Kumpel Joshua Hartmann hat in Weinheim mit 10,16 Sekunden stark vorgelegt. Jetzt muss ich nachziehen und die Zeit toppen." Zweiter wurde Julian Reus, der sich auf 10,30 Sekunden steigerte. 200-Meter-Spezialist Robin Erewa (TV Wattenscheid 01) wurde in 10,39 Sekunden Dritter.

Robin Erewa schnell wie lange nicht

Warum die halbe Stadionrunde seine Paradedisziplin ist, das zeigte Robin Erewa am späten Nachmittag. Der 27-Jährige setzte sich mit 20,48 Sekunden an die Spitze der nationalen Bestenliste, es war sein bestes 200-Meter-Rennen seit Juli 2016. "Im ersten Moment ist man schon ein wenig traurig, weil die WM-Norm [20,40 sec] in Schlagdistanz liegt. Ich hoffe, dass es in den nächsten Rennen noch schneller wird", sagte er.

Im Vergleich zur Vorwoche konnte sich Felix Straub (SC DHfK Leipzig) weiter steigern, er unterbot die U23-Norm für Gävle (Schweden; 11. bis 14. Juli) in 20,79 Sekunden. Dritter wurde Julian Reus (20,86 sec), der sich mit seinen beiden Leistungen zufrieden zeigte. "Ich habe die letzten anderthalb Jahre mehr mit meinem Körper gekämpft. Ich bin jetzt glücklich, dass soweit alles hält."

Bestzeit für Luna Bulmahn

Den Sprinttitel bei den Frauen holte Keshia Kwadwo (TV Wattenscheid 01) in 11,49 Sekunden. Damit blieb die 19-Jährige eine Hundertstel unter dem geforderten Richtwert für Gävle. Amelie-Sophie Lederer (LAC Quelle Fürth; 11,52 sec) und Sophia Junk (LG Rhein-Wied; 11,57 sec) folgten auf den weiteren Plätzen. Über 200 Meter siegte Sophia Junk (23,49 sec) vor Jessica-Bianca Wessoly (MTG Mannheim; 23,67 sec) und Neele Schuten (TV Gladbeck; 24,02 sec).

Auf der Stadionrunde legte Luna Bulmahn ein schnelles Rennen hin. Die 19-Jährige, die in der Halle überraschend Deutsche Vizemeisterin geworden war, schraubte ihre Bestmarke auf 53,04 Sekunden. Marvin Schlegel (LAC Erdgas Chemnitz) blieb bei den Männern in 46,95 Sekunden als dritter deutscher Langsprinter in diesem Jahr unter der 47-Sekunden-Marke.

Sprintnachwuchs macht sich schnelle Bahn zunutze

Die schnelle Bahn in Jena machte sich der Sprintnachwuchs zunutze. So blieben die drei Erstplatzierten über 100 Meter alle unter der EM-Norm (10,60 sec). In der männlichen Jugend U20 siegte Lucas Ansah-Peprah (Hamburger SV; 10,44 sec) vor Fabian Olbert (LG Stadtwerke München; 10,47 sec) und Simon Wulff (Dresdner SC; 10,53 sec).

Über 200 Meter trommelte Elias Goer (Sprintteam Wetzlar) eine Spitzenzeit auf die Bahn. Er siegte in 20,96 Sekunden und unterbot die EM-Norm für Boras deutlich. In Schlagdistanz lagen der Zweit- und Drittplatzierte Fabian Linne (SV Werder Bremen; 21,34 sec) und Moritz Isola (TSG Niefern; 21,39 sec). "Der Sprint-Nachwuchs ist dieses Jahr enorm stark. Das war ein sehr erfolgreiches Wochenende", bilanzierte DLV-Trainer David Corell mit Blick auf die Zahl der Normerfüller und die Staffeln.

Gute Zeiten über 400 Meter Hürden

In der weiblichen Jugend U20 gewann Charlotte Fromm (Dresdner SC; 11,84 sec) vor Vivien Hitzler (LAC Berlin; 11,86 sec) und Laura Seidel (LG Vogtland; 12,02 sec). Über die halbe Stadionrunde holte sich Lara-Noelle Steinbrecher (SC Magdeburg; 24,48 sec) den Sieg. Auf den weiteren Plätze folgten Lea Katzmarski (Erfurter LAC; 25,01 sec) und Waris-Isabelle Dodoh (SCC Berlin; 25,11 sec).

Knapp unter und knapp über der U20-EM-Norm über 400 Meter Hürden (59,75 sec) blieben in Jena Viviane Heilmann (TV DJK Hammelburg; 59,71 sec) und Lara-Noelle Steinbrecher (SC Magdeburg; 59,76 sec). Die 16 Jahre junge Magdeburgerin durfte sich dafür aber über den deutlich erfüllten Richtwert für das Europäische Olympische Jugendfestival in Baku (Ascherbaidschan; 20. bis 28. Juli) freuen.

Eine weitere Bestzeit gab es im Männer-Wettbewerb, den Joshua Abuaku (LG Eintracht Frankfurt; 50,42 sec) klar vor seinem Vereinskollegen Georg Fleischhauer (51,86 sec anführte). Der Vize-Europameister der U20 von 2015 steigerte seinen Hausrekord und fast vier Zehntel und führt damit nun die deutsche Bestenliste über 400 Meter Hürden an.

Weitspringer Kevin Brucha mit EYOF-Normerfüllung

Was lange währt, wird endlich gut: Dieses Sprichwort trifft sehr gut auf Weitspringer Kevin Brucha (LC Jena) zu. Schon zweimal - in Dresden und Berlin - nahm der U18-Athlet Anlauf, um die Norm für das EYOF bzuhaken. Zweimal blies der Wind zu kräftig. Beim Heim-Meeting passte nun alles zusammen: der Wind und die Weite.

Der Schützling von Trainer Rico May deutete schon im zweiten Versuch an, was an diesem Tag möglich ist. Nachdem dieser noch ungültig gegeben wurde, standen im vierten Versuch trotz Gegenwind 7,30 Meter auf der Anzeigetafel. "Das Meeting in Jena war für mich ein kleines Highlight in der Saison. Das erklärte Ziel war die Norm", sagte Kevin Brucha erleichtert.

Im Dreisprung festigte Max-Ole Klobasa (LC Jena) seinen Spitzenplatz in der Bestenliste. Im zweiten Durchgang steigerte sich der U20-Athlet auf 15,13 Meter. Es sollte sein einziger Versuch über die 15-Meter-Marke bleiben.

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer <link>Ergebnisrubrik...

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