Am dritten Tag der Deutschen U16- und U20-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid hat Hürdensprinter Marc Leonard Hildebrand den Deutschen U20-Rekord von Gregor Traber unterboten. In der weiblichen Jugend U20 setzte sich Daryl Ndasi durch. Der Abschluss-Tag bot außerdem viele spannende Entscheidungen.
| WEIBLICHE U20 |
Auffällig war bei Daryl Ndasi (Munich Athletics) nicht nur die Spitzenzeit aus dem Halbfinale über 100 Meter Hürden, sondern auch ihre Frisur. Mit bunter Perücke erinnerte der Style ein wenig an die jamaikanische Sprinterin Shelly-Ann Fraser-Pryce – und scheint der richtige Glücksbringer gewesen zu sein. Denn nachdem die 13,08 Sekunden aus dem Halbfinale aufgrund von zu viel Rückenwind (+2,2 m/sec) nicht rekordlistenfähig gewesen waren, passten die Bedingungen im Finale wieder und die Münchnerin konnte sich nicht nur über Gold, sondern auch über eine neue Bestzeit freuen. In 13,11 Sekunden lief sie mit beachtlichem Vorsprung zum Feld als Erste über die Ziellinie und jubelte ausgelassen über ihren deutschen Meistertitel sowie das sichere Ticket für die U20-WM in Eugene (5. bis 9. August).
Begleiten wird sie auf der Reise zum internationalen Höhepunkt in den USA Shira Kurzawa (LAC Erdgas Chemnitz), die als eine von vier Athletinnen mit der Norm ausgestattet war und Silber (13,32 sec) gewann. Mit persönlicher Bestzeit auf Rang drei nickte die Siebenkämpferin Maria Schnemilich (1. LAV Rostock; 13,70 sec) ein. Auch sie wird mit nach Eugene fliegen – an den Start geht sie dann allerdings wieder im Mehrkampf. Früh geplatzt ist der WM-Traum hingegen für Mitfavoritin Amalia Pannach (Dresdner SC 1898), die im Finale zu Sturz kam.
„Das Halbfinale hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Ich wusste, dass ich eine schnelle Zeit drin habe und das einfach nur auf die Bahn bringen muss. Die Umstellung auf die hohen Hürden ist richtig gut gelungen. Bei der WM möchte ich – wie heute auch – wieder mein eigenes Ding machen und schauen, dass ich eine perfekte Zeit auf die Bahn bringe. Passend zur blauen Bahn hier in Bochum-Wattenscheid habe ich mich heute für hellblaue Haare entschieden, weil das gut matcht und ich das voll schön finde", sagte die Siegerin Daryl Ndasi.
Rebekka Feirle glänzt mit nächster Bestzeit
Im Finale über 400 Meter Hürden nahm die Jahresschnellste gleich die Beine in die Hand: Rebekka Feirle (LG Östl. Bodenseekreis) stürmte vorneweg. Doch als die Athletinnen von der Gegengeraden in die Kurve einbogen, holte Lynn Pöppelmann (TuS Köln rrh.), auf dem Papier die Nummer zwei, ordentlich auf. Schulter an Schulter bogen die beiden auf die Zielgerade ein – und dann hatte doch die Favoritin die schnellsten Beine.
In 57,43 Sekunden drückte sie ihre Bestzeit um zwölf Hundertstel. Gleich um eine halbe Sekunde pulverisierte Lynn Pöppelmann (58,30 sec) ihren Hausrekord. Und auch die drittplatzierte Janette Busch (TSV Bayer 04 Leverkusen; 59,65 sec) konnte ihre erst eine Woche alte Bestzeit, mit der sie bei der U23-DM Vierte geworden war, noch einmal um zwölf Hundertstel nach unten schrauben. Damit blieb auch sie unterhalb der U20-WM-Norm von 59,75 Sekunden. Jedoch sind die Tickets nach Eugene für die Top Zwei reserviert. Rebekka Feirle und Lynn Pöppelmann waren bereits vor zwei Jahren gemeinsam bei der U18-EM in Banskà Bystrica (Slowakei) am Start.
„Das freut mich sehr!“, sagte Rebekka Feirle. „Wir sind ein gutes Team, pushen uns gegenseitig und verstehen uns auch sehr gut. Heute hat es auf jeden Fall geholfen, dass ich Lynn links von mir gespürt habe, dann konnte ich noch mal Druck machen. Das Rennen hat sich sehr gut angefühlt.“
Start-Ziel-Sieg für Lena Anochili
Über 100 Meter musste sie sich noch knapp geschlagen geben, über die doppelte Distanz präsentierte sich Lena Anochili (Hamburger SV) umso dominanter. Mit einem Start-Ziel-Sieg im 200-Meter-Finale in 23,46 Sekunden sammelte die 18-Jährige ihre zweite DM-Medaille an diesem Wochenende ein, auf Silber folgte Gold. Auf Platz zwei sprintete Mia Besser (SC DHfK Leipzig; 23,63 sec), Bronze ging an die Siegerin über 400 Meter, Luna Fischer (VfL Eintracht Hannover; 23,65 sec). Alle drei Athletinnen waren nie zuvor schneller unterwegs und verbuchten jeweils eine „PB“.
Schon die Leistungen aus dem Halbfinale über 800 Meter am Samstag ließen auf ein spannendes Finale am Sonntagnachmittag schließen, lagen doch die Favoritinnen alle eng beieinander. So richtig eng wurde es dann allerdings erst im Zielspurt, als Leni Hirt (LG Farbtex Nordschwarzwald) noch einmal einen Angriff auf die bis dahin führende Helena Guttke (RACE Erfurt) versuchte. Und weil diese nichts mehr entgegenzusetzen hatte, ging der Titel inklusive U20-WM-Ticket in 2:08,39 Minuten an Leni Hirt. Für Helena Guttke (2:08,43 min) gab es Silber, zudem darf auch sie sich über eine Teilnahme bei der U20-WM freuen. Das Podium als Dritte komplettierte Viktoria Kamml (Berlin Track Club; 2:09,18 min).
„Dass ich jetzt zur WM fahren darf, fühlt sich sehr gut an. Darauf freue ich mich jetzt so richtig und bin froh, dass ich es geschafft habe. Mein Ziel war es, einfach mitzulaufen und schauen, was geht. Mit der Saison bin ich bisher sehr zufrieden und hätte nicht gedacht, dass ich solch gute Zeiten über 800 Meter laufen kann. Da habe ich mich schon sehr gesteigert. Die WM war immer ein Ziel. Zu wissen, dass ich dort jetzt starten darf, ist schon richtig toll", sagte Leni Hirt.
Anna Hiesinger fliegt zur Bestleistung
23 Stabhochspringerinnen nahmen am Sonntagvormittag Anlauf. Die Größe des Feldes sorgte dafür, dass der Wettkampf parallel auf zwei Anlagen in unterschiedlichen Gruppen ausgetragen wurde. So zog sich der Wettkampf auch lange hin, bis bei der Vier-Meter-Marke noch sieben Athletinnen Anlauf nahmen. Drei von ihnen mussten bei dieser Höhe die Segel streichen, darunter mit Naya Füllers (TSV Bayer 04 Leverkusen) auch eine U20-WM-Norm-Erfüllerin. Mit übersprungenen vier Metern verabschiedeten sich die U18-Athletinnen Eva Marie Weisbrodt (MTG Mannheim) und Josefin Fischer (SC Potsdam) aus dem Wettkampf. Für die Mannheimerin gab es dank weniger Fehlversuche die Bronzemedaille – eine gute Generalprobe für die U18-EM in Rieti (Italien) in der kommenden Woche.
Den Sieg machten Anna Hiesinger (LAZ Ludwigsburg) und Lotte Gretzler (USC Mainz) unter sich aus. Beide meisterten 4,10 Meter im zweiten und 4,15 Meter im dritten Anlauf. Anna Hiesinger schwang sich dann auch noch über 4,20 Meter und stellte damit ihre Bestleistung aus der Hallensaison 2024 ein. Nach zwei Knie-Operationen hat die 18-Jährige, die am vergangenen Wochenende im Lohrheidestadion als Deutsche U23-Meisterin die U20-WM-Norm abgehakt hatte, nun zurück zu alter Stärke gefunden.
„Das hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben“, resümierte sie anschließend. „Nachdem ich ein Jahr raus war, bin ich mega zufrieden. Ich traue mir auch Höhen von 4,30 oder 4,40 Metern zu.“ Die Ludwigsburgerin, die bereits vor zwei Jahren bei der U20-WM dabei war, hat sich für Eugene den Finaleinzug vorgenommen. „Ich freue mich vor allem auf das Stadion und die Atmosphäre.“
Erster Sechs-Meter-Sprung wird mit Gold belohnt
Zum Saisonhöhepunkt auf den Punkt fit zu sein, das wünschen sich alle Athletinnen und Athleten. Zu denen, der genau dies gelungen ist, zählt Maja Lindenmaier (TuS Höllstein). Mit ihrem ersten Sprung über sechs Meter war sie die einzige Springerin mit „PB“ im Feld und sicherte sie sich am Sonntagnachmittag überraschend den Titel im Weitsprung. Dahinter war es dann eine Zentimeterentscheidung um die Medaillen. Während es mit 5,97 Meter Silber für Carlotta Loewenthal (LG Nord Berlin) und mit einem Zentimeter weniger Bronze für Lara Allien (SCC Berlin; 5,96 m) gab, gingen Matilda Leowald (ART Düsseldorf; 5,95 m) und Siebenkämpferin Maria Schnemilich (1. LAV Rostock; 5,94 m) leer aus.
Als sogenannter Underdog in der Speerwurf-Konkurrenz nach Bochum-Wattenscheid angereist, überraschte Martha Seidel (1. LAV Rostock) direkt im ersten Versuch. Stand ihre Bestweite bislang bei 42,45 Meter, sollte der Speer im Lohrheidestadion mehr als drei Meter weiter fliegen: 45,82 Meter wurden für sie gemessen. Und dass dies kein einmaliger Ausrutscher war, zeigte etwa auch ihr letzter Wurf, bei dem sie ihr Arbeitsgerät noch einmal auf 45,47 Meter beförderte. Beide Weiten hätten für den Titel gereicht. Die deutsche Jahresbeste ihrer Altersklasse ließ hingegen einige Meter liegen und konnte nicht an die im Mai geworfenen 49,74 Meter anknüpfen. So wurde es für Lena Benne (LC Jena; 45,55 m) am Sonntag Silber, Bronze ging an Savanna-Sara Wölfer (TK zu Hannover; 44,78 m).
| Männliche U20 |
Fachlich richtig formuliert heißt es Hürdensprint, doch was Marc Leonard Hildebrand (Dresdner SC 1898) am Sonntag im Lohrheidestadion gezeigt hat, erinnerte eher an Fliegen. Mit einer exzellenten Technik überwand er die knapp ein Meter hohen Hürden so geschmeidig und rasant wie kaum ein anderer Athlet. Bereits im Halbfinale setzte er mehr als ein Ausrufezeichen und verbesserte den deutschen U20-Rekord über 110 Meter Hürden von Gregor Traber (13,31 sec) aus dem Jahr 2011 mal eben auf starke 13,29 Sekunden. Für große Jubelstürme war es angesichts des bevorstehenden Finallaufes allerdings noch zu früh.
Umso ausgelassener konnte er sich dann nach dem Medaillenrennen freuen. Nach einem guten Start schien er Meter um Meter besser in das Rennen zu finden und stetig das Tempo zu erhöhen, ab der Hälfte der Strecke zog er der Konkurrenz dann auf und davon. Und dann kam der große Moment: Der Blick auf die Anzeigetafel. Mit 13,22 Sekunden konnte sich der 18-Jährige, der sogar noch ein U20-Jahr vor sich hat, nochmals steigern. Mit dem deutschen Meistertitel, dem deutschen U20-Rekord und einer großen Portion Selbstvertrauen geht es für den Dresdner nun zur U20-WM nach Eugene.
Freudentränen nach dem Halbfinale
„Ich weiß noch gar nicht, was ich dazu sagen soll“, fehlten Marc Leonard Hildebrand unmittelbar nach seinem Hürden-Coup noch die Worte. Und weiter: „Die Saison war schwierig. Letzte Saison war ich verletzt und auch dieses Jahr hatte ich ein Knochenödem im Schienenbein, mit dem ich kämpfen musste. Aber wir haben das super hinbekommen, das über die Saison zu kompensieren. Nach Mannheim habe ich noch mal super trainieren können und dass es heute so gut klappt, das ist einfach nur unglaublich. Schon nach dem Halbfinale sind mir ein bisschen die Tränen gekommen, aber ich habe mich wieder runter gefahren und meinen Rhythmus gemacht, wie zwischen jedem Lauf. Das Ziel vor der Saison war die WM. Dass ich allerdings in solche Zeitbereiche laufen kann, das haben wir nicht kommen sehen, das planst du nicht.“
Für Vorjahressieger Arne Döring (LAC Erdgas Chemnitz; 13,86 sec) gab es in Saisonbestzeit Silber sowie ebenfalls das Ticket in die USA. Über Platz drei sowie eine neue „PB“ durfte sich Daniel Hehn (USC Mainz; 13,88 sec) freuen, der ebenfalls unter der U20-WM-Norm von 13,90 Sekunden blieb. Jedoch stehen pro Nation und Disziplin nur zwei Startplätze zur Verfügung.
Nikolas Raeth jubelt erstmals über den Titel
Nach dem Finale über 400 Meter Hürden rissen gleich zwei Athleten die Arme hoch: Nikolas Raeth (SV Union Salzgitter), der sich in 51,59 Sekunden den Titel gesichert hatte. Und Magnus Skupin-Alfa (LG Offenburg), der in 51,75 Sekunden seine Bestzeit von 52,48 Sekunden pulverisiert und erstmals die U20-WM-Norm (52,25 sec) erfüllt hatte. Beide lösten damit auch das Ticket zur U20-WM. Das Podium komplettierte Jannis Gartmann (VfL Sindelfingen; 52,31 sec), der die Norm im Vorfeld ebenfalls unterboten hatte.
Für Nikolas Raeth war der Titel nach einer schwierigen Vorbereitung keine Selbstverständlichkeit. „Klar bin ich als Jahresbester reingegangen, da hat man schon die Ambition, den Titel zu holen. Aber in den letzten Jahren hat es nie ganz gereicht“, erklärte er. „Unbeschreiblich, dass es jetzt geklappt hat und ich zur U20-WM fahren darf.“ Dabei war die Vorbereitung für ihn nicht nach Plan verlaufen: Sein Trainer Georgi Kamenezki ist zurzeit krank, auf dem Weg zur U20-DM unterstützten den Nachwuchsathleten seine älteren Disziplinkollegen Jordan Gordon und Samuel Malte Thömmes (beide Hannover 96). „Ohne die beiden hätte ich das nicht geschafft“, bedankte sich Nikolas Raeth. „Auch meinem Trainer gebührt natürlich der Dank, er hat die Trainingspläne geschrieben, die mich so weit gebracht haben.“
Dank Teamwork noch zur Norm gelaufen
Was für ein Finale über 800 Meter! Nicht nur wurde im Verlauf des Rennens klar, dass auf der Bahn der Teamgedanke im Vordergrund stand, auch führte die Team-Taktik der Kölner dazu, dass es drei Athleten tatsächlich noch gelungen ist, die U20-WM-Norm zu unterbieten. Doch von vorn: Es war Lasse Block (TuS Köln rrh.), der als Erster nach innen scherte und das Feld in rasantem Tempo anführte. Mit einer Durchgangszeit von 51,5 Sekunden nach der ersten Stadionrunde zeichnete sich bereits ab, dass dies kein taktisches Meisterschaftsfinale ist, sondern eine Jagd nach der WM-Norm (1:50,00 min), die bis dato keiner der Finalisten zu Protokoll gebracht hatte.
Eingangs der Schlusskurve wich Lasse Block einen Schritt nach links – er selbst konnte das Rennen nicht zu Ende bringen, hatte aber seinen Vereinskollegen Jan Emanuel Merheim auf der Normjagd unterstützt. Dieser setzte sich schließlich auf den letzten 200 Metern an die Spitze und mobilisierte noch einmal alle Kräfte – mit Erfolg. Mit 1:49,59 Minuten sicherte er sich nicht nur den Titel, sondern auch das Ticket nach Eugene. Über das zweite entschied ein Fotofinish, mit dem Vorteil für Theo Hielscher (TSV 1860 Stralsund), der in 1:49,63 Minuten ebenfalls unter dem Richtwert blieb. Paul Johann Weber (Berlin Athletics; 1:49,64 min) hatte als Dritter trotz Norm das Nachsehen und nahm wie auch die beiden Erstplatzierten sowie Aik Straub (LG Olympia Dortmund; 1:50,04 min) auf Rang vier eine Bestzeit mit nach Hause.
„Erst kurz vor dem Rennen haben wir entschieden, dass mein Teamkollege Lasse Block nach vorn geht und dann nach 500 Metern das Tempo ein bisschen rausnimmt und das Rennen selbst noch gut nach Hause läuft. Das hat er dann leider nicht ganz geschafft, aber ich dann schon. Die beiden anderen hinter mir hatte ich gar nicht bemerkt, aber gewonnen ist gewonnen. Jetzt freue ich mich natürlich sehr auf die U20-WM und werde versuchen, mich von meiner besten Seite zu präsentieren. Besonders schön ist auch, dass ich gemeinsam mit meinem Zwillingsbruder nach Eugene fliegen darf, Finn Jakob hat sich über 1.500 Meter qualifiziert. Gestern habe ich mit meiner Familie und Freunden für ihn geschrien und er heute für mich", sagte Jan Emanuel Merheim.
Heimsieg für Alvin Mawumba über 200 Meter
Noch einmal spannend wurde es beim Zieleinlauf im Finale über 200 Meter. Denn während die Top Drei nur wenige Meter vor der Ziellinie noch eng beieinander lagen und Alvin Mawumba (TV Wattenscheid 01) noch einen winzigen Vorsprung hatte, blickte sich dieser plötzlich nach der Konkurrenz rechts neben ihm um und riskierte damit sogar den fast schon sicher geglaubten Sieg. Erst die Auswertung des Zielfotos brachte dann Erleichterung: In 21,32 Sekunden gewann der Lokalmatador den Titel knapp vor Jakob Bauerschlag (Kieler TB; 21,33 sec) und Jonathan Deppe (BTW Bünde; 21,40 sec). Alle drei durften sich nicht nur über Edelmetall, sondern auch jeweils eine neue Bestzeit freuen.
Lange sah es so aus, als ob Niklas Könnemann (Sportclub Magdeburg) nicht nur den Titel im Speerwurf gewinnt, sondern in seiner Disziplin auch als Einziger zur U20-WM fliegt. Gleich im ersten Versuch hatte er mit 68,79 Meter gut vorgelegt. Eine Weite, die er im Laufe des Wettkampfes auch nicht mehr überbieten konnte. Ein anderer Athlet hingegen schon: In seinem letzten Versuch packte Vereinsollege Mogens Braun plötzlich 69,45 Meter aus. Damit steigerte er nicht nur seine Bestweite um gut anderthalb Meter, sondern sicherte sich mit erfüllter Norm als Deutscher U20-Meister auch in letzter Minute das Ticket nach Eugene. Platz zwei blieb für Niklas Könnemann, Dritter wurde Emil Wydmuch (64,95 m), womit der Sportclub Magdeburg einen Dreifacherfolg feiern durfte.
„Im letzten Versuch noch einmal so weit zu werfen, das ist eigentlich untypisch für mich. Weil ich sonst hintenraus immer lockerer werde und nicht mehr solch einen guten Wurf habe. Dass das heute so geklappt hat, ist wirklich super. Nachdem der vorletzte Versuch schon recht gut war, habe ich im letzten noch mal alles reingehauen und es war krass, dass der so weit geflogen ist. Ich habe dann meine Eltern schreien gehört und wusste, dass der weit ist. Da habe ich nur noch gehofft, dass er über 69 Meter weit ist. Jetzt darf ich mit zur WM – das war mein Ziel, hier heute noch die Norm zu werfen", sagte Mogens Braun.
Pokerspiel um die Medaillen
Wer im Stabhochsprung eine Medaille wollte, der musste am Sonntag die fünf Meter knacken. So viel stand nach erfolgreich übersprungenen 5,02 Meter von Lukas Brauc (TSV Bayer 04 Leverkusen), Ben Silas Kribelbauer (LAZ Zweibrücken) und Nikolas Tietze (SV Halle) bereits fest. Entsprechend begann bereits bei 5,12 Meter das Pokern – nach einem Fehlversuch ließ der Hallenser seine weiteren zwei Versuche aus und probierte sich stattdessen zweimal an 5, 17 Meter. Vergebens.
Ben Silas Kribelbauer hingegen meisterte diese Höhe – zugleich „PB“ – im ersten Versuch, Lukas Brauc entschied sich wie zuvor Nikolas Tietze, nach einem Fehlversuch die verbleibenden zwei Versuche für die 5,22 Meter aufzusparen. Mit Erfolg, gleich im ersten Anlauf schwang er sich über die Latte. Anders der Athlet aus Zweibrücken, der nun ebenfalls mit dem Pokern begann und sich zwei Versuche für 5,27 Meter aufhob. Diese Höhe war dann allerdings für beide Springer noch zu hoch. Gold ging entsprechend an Lukas Brauc (5,22 m), Silber an Ben Silas Kribelbauer (5,17 m) und Bronze gewann Nikolas Tietze (5,02 m).