| Bochum-Wattenscheid

DM am Samstag | Meisterschaftsrekord! Franziska Schuster führt pfeilschnelles Hürden-Feld an

© Theo Kiefner
Hürdensprinterin Franziska Schuster hat am Samstagabend bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid für einen Paukenschlag gesorgt. Mit 12,69 Sekunden pulverisierte die 24-Jährige nicht nur ihre Bestzeit, sondern stellte auch den Meisterschaftsrekord von Pamela Dutkiewicz ein. Auch die Zeiten dahinter konnten sich sehen lassen.
Svenja Sapper

DM 2026

Schon lange war klar: Die Generation der jungen deutschen Hürdensprinterinnen der Jahrgänge 2002 bis 2004 hat das Zeug dazu, die Disziplin in Deutschland wieder entscheidend nach vorne zu bringen. Und so war nach einer Saison, in der bereits vier DLV-Athletinnen unter 13 Sekunden geblieben waren, der Weg bereitet für ein schnelles DM-Finale im Lohrheidestadion von Bochum-Wattenscheid. Doch was dann passierte, überraschte am Samstagabend selbst die Protagonistinnen. 

Allen voran die überraschende Deutsche Meisterin Franziska Schuster (TSV Bayer 04 Leverkusen). Mit 12,91 Sekunden war sie als nationale Nummer drei angereist und hatte schon im Halbfinale mit 12,92 Sekunden einen starken Eindruck hinterlassen. Im Finale legte sie noch eine ordentliche Schippe drauf. 12,69 Sekunden leuchteten auf der Anzeigetafel auf! Damit pulverisierte sie nicht nur ihren Hausrekord, sondern egalisierte auch den Meisterschaftsrekord von Pamela Dutkiewicz. Die frühere EM-Zweite und WM-Dritte hatte die Marke 2018 in Nürnberg aufgestellt. Seither war keine deutsche Hürdensprinterin schneller gewesen. 

"Ich zittere immer noch!", fasste Franziska Schuster kurz danach in der Mixed Zone ihre Gefühlslage zusammen. "Über eine 12,80er-Zeit hätte ich mich gefreut. Aber das hätte ich nicht für möglich gehalten!" Mit ihrer neuen Bestzeit hat die 24-Jährige nun den Anschluss an die europäische Spitze hergestellt. Zehn Hürdensprinterinnen waren in Europa in diesem Jahr schneller, die Hälfte davon ist ebenfalls 12,60er-Zeiten gelaufen. 

Fünf Hürdensprinterinnen unter 13

Neben der neuen Deutschen Meisterin trumpften noch weitere Hürdensprinterinnen im Lohrheidestadion auf. Die bisherige Jahresbeste Rosina Schneider (TV Sulz) holte mit 12,81 Sekunden, nur vier Hundertstel über Bestzeit, Silber. Beide können damit auch schon für die Europameisterschaften in Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August) planen.

Lia Flotow (1. LAV Rostock) vergoss Freudentränen über 12,83 Sekunden und Bronze, damit hakte die 21-Jährige erstmals die EM-Direktnorm ab. Vierte wurde Titelverteidigerin Ricarda Lobe (MTG Mannheim; 12,86 sec), die sogar sieben Hundertstel schneller war als im Vorjahr bei ihrem Titelgewinn. Auch Marlene Meier (TSV Bayer 04 Leverkusen; 12,95 sec) blieb noch unter 13 Sekunden. 

"Ohne die Mädels wäre das nicht möglich gewesen", sagte Franziska Schuster. "Wir wussten alle, dass wir den deutschen Hürdensprint wieder nach vorn bringen können. Ich hätte aber nicht gedacht, dass ich dann diejenige bin, die vorangeht. Ich bin sprachlos." 

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