| Bochum-Wattenscheid

DM am Sonntag | Die Stimmen der Sieger:innen und Stars

© Theo Kiefner
Zwei Meisterschaftsrekorde, einige Überraschungen und jede Menge Top-Leistungen. Was die neuen Deutschen Meister:innen sowie weitere Medaillengewinner:innen nach ihren Erfolgen im Lohrheidestadion am Sonntag gesagt haben, lesen Sie hier!
Birte Grote / Sophie Ritter

DM 2026

Judith Bilepo Mokebe (USC Mainz) | Siegerin 200 Meter (22,78 sec)
Es fühlt sich einfach richtig gut an. Ich habe ehrlich gesagt nicht unbedingt damit gerechnet, heute Deutsche Meisterin zu werden. Ich wusste aber, dass ich auf jeden Fall noch einmal eine richtig schnelle Zeit laufen kann. Nach dem Vorlauf waren die Bedingungen nicht optimal, aber ich habe mir gesagt: Im Finale haben wir alle die gleichen Voraussetzungen. Also wollte ich einfach voll angreifen. Ich wusste, dass die Zeit in mir steckt. Umso glücklicher bin ich, dass es ausgerechnet hier bei den Deutschen Meisterschaften geklappt hat. Ich habe schon beim Warm-Up gemerkt, dass heute jede Bewegung passt. Ich hatte viel Power und einfach ein gutes Gefühl. Da wusste ich schon, dass heute ein richtig guter Tag werden wird.

Talea Prepens (TV Cloppenburg) | Zweite 200 Meter (22,89 sec)
Ich bin tatsächlich super happy. Wenn ich mich richtig erinnere, war das die drittschnellste Zeit, die ich jemals gelaufen bin. Ich konnte damit die Leistung von vor zwei Wochen noch einmal bestätigen, und darüber freue ich mich riesig. Gerade bei Meisterschaftsrennen ist das überhaupt nicht selbstverständlich. Wenn man schon den Vorlauf in den Beinen hat und dann im Finale noch einmal so eine Zeit laufen kann, macht mich das umso glücklicher. Ich hoffe natürlich, dass es so weitergeht. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, dann sollte die Zeit für die Qualifikation zu den Europameisterschaften reichen. Ich bin einfach rundum zufrieden.

Owen Ansah (Hamburger SV) | Sieger 200 Meter (20,13 sec)
Ich bin super happy, ich bin Bestzeit gelaufen. Ich bin sehr zufrieden. So kann es weitergehen. Ich glaube, nach dem heutigen Rennen über 200 Meter werde ich mich niemals nur für die 100 Meter entscheiden, sondern immer für beides. Vielleicht wäre auch noch mehr drin gewesen, wenn ich nicht gestern schon die drei Läufe in den Beinen gehabt hätte. Das kann man nicht herausfinden, denn Meisterschaftstage sehen nun mal so aus. Wenn man sich gut fühlt, geht man auch an den Start. Und ich habe mich heute wirklich gut gefühlt. Die Rennen haben Spaß gemacht.

Kameron Horton (Cologne Athletics) | Zweiter 200 Meter (20,40 sec)
Das war das beste Rennen meiner Saison. Ich konnte dem Wettkampfplan gut folgen. Ich möchte meinen Coaches, meiner Familie und meiner Freundin danken, dass sie mich unterstützt haben. Und natürlich bedanke ich mich bei Cologne Athletics, dass ich in ihrem Team laufen darf. Ich war sehr nervös und aufgeregt vor dem Rennen. Es war mein erstes Rennen in Deutschland. Ich habe vorher gedacht, ob ich das wirklich machen sollte, so nervös war ich. Aber jetzt bin ich begeistert. Das Stadion war das beste Stadion, in dem ich je gelaufen bin. Es ist neu und die Atmosphäre war großartig.

Joshua Hartmann (ASV Köln) | Dritter 200 Meter (20,43 sec)
Es war eine Saisonbestleistung. Wenn man das bei Deutschen Meisterschaften schafft, kann man zufrieden sein. Dazu bin ich die EM-Norm gelaufen. Deswegen bin ich happy. Es war ein gutes Rennen und es hat Spaß gemacht. Ich habe mich vorher nicht zu sehr unter Druck gesetzt, weil ich wusste, was ich kann. Vor dem Finale habe ich mich nicht ganz so gut gefühlt, es war ein langer Tag. Aber im Rennen ging es mir dann doch gut. Ich hoffe, dass ich nun für die EM nominiert werde.

Johanna Martin (1. LAV Rostock)│Siegerin 400 Meter (51,28 sec)
Ich freue mich total. Es ist mein erster Deutscher Meistertitel im Freien und es sind überhaupt erst meine zweiten Deutschen Meisterschaften draußen. Deshalb bedeutet mir dieser Erfolg unglaublich viel. Das ist noch einmal etwas ganz anderes als ein Titel in der Halle. Der Lauf heute ging überraschend schnell vorbei und ich hatte überhaupt keine Probleme. Tatsächlich mochte ich den Wind und den Regen. Die Zeit war dafür auch in Ordnung, aber vor allem hat sich der Lauf insgesamt einfach gut angefühlt. Ich werde auf jeden Fall weiter hart arbeiten und immer mein Bestes geben.

Jana Lakner (LG Telis Finanz Regensburg)│Zweite 400 Meter (51,60 sec)
Silber fühlt sich richtig gut an. Vor allem, dass ich die Saison noch einmal mit einer persönlichen Bestleistung abschließen konnte – und das ausgerechnet bei den Deutschen Meisterschaften. Das ist eigentlich genau der Traum: Zum Saisonhöhepunkt seine beste Leistung abzurufen. Deshalb bin ich mit dem Rennen sehr zufrieden. Natürlich wäre Gold der Traum gewesen. Aber mit der persönlichen Bestleistung und der Silbermedaille kann ich trotzdem sehr zufrieden sein. Wir sind von Anfang an sehr schnell angelaufen. Schon bei 200 Metern war ein ordentlichen Tempo drin. Ich war deshalb froh, dass ich hinten raus meinen Rhythmus und meinen Schritt gut halten konnte. Ich werde mir das Rennen später noch einmal im Video anschauen.

Jean-Paul Bredau (VfL Wolfsburg)│Sieger 400 Meter (44,72 sec)
Die Zeit bedeutet mir enorm viel. Ich wäre natürlich noch zwei Hundertstel schneller gerannt, um den Meisterschaftsrekord zu knacken. Aber am Ende ist es bei den Bedingungen richtig gut gewesen. Und wir schauen einfach, was bei der EM passieren kann. Ich habe mich gestern schon im Vorlauf sehr gut gefühlt. Heute habe ich dann richtig durchgezogen und dann ist diese Zeit dabei herausgekommen. Bei der EM kann viel passieren, würde ich sagen. Wenn ich so ein Ding im Halbfinale laufe, wäre das stark und dann kann ich gucken, was im Finale noch drin ist.

Thorben Finke (SG Sigiltra Sögel)│Zweiter 400 Meter (45,08 sec)
Das bedeutet mir unglaublich viel. Ich habe im Leben nicht mit der Zeit gerechnet. Es waren nicht die einfachsten Meisterschaften für mich. Das Loch für die Schnürsenkel an meinen Spikes ist gestern gerissen. Da musste ich mir über Nacht noch etwas überlegen. Ich habe ein neues Loch getackert, aber es hat nicht ganz so gut funktioniert. In den vergangenen drei Wochen hatte ich mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen. Mein einziges Ziel war es heute, mich für die EM-Staffel zu qualifizieren. Ich habe vorher ein bisschen damit geliebäugelt, dass Jean-Paul Bredau vor mir auf der Bahn ist. So konnte ich mich von ihm ziehen lassen. Mit Birmingham beschäftige ich mich erst ab heute. Ich muss erst einmal realisieren, dass ich auch die Einzel-Norm habe.

Thilo Traue (LG Stadtwerke München)│Dritter 400 Meter (45,30 sec)
Man träumt natürlich immer, was möglich wäre. Aber ich glaube, es war am Ende voll in Ordnung. Ich bin sehr happy, wenn ich auch darüber nachdenke, dass ich letztes Jahr noch 47 Sekunden gelaufen bin und im Winter noch eine Schambeinentzündung hatte. Es ist meine erste Einzelmedaille bei den Aktiven. Ich habe mein Studium abgeschlossen und meine Eltern unterstützen mich, sodass ich mich auf den Sport konzentrieren kann. Es ist schön, wenn sich das nun auszahlt. In den letzten Monaten und Wochen ist so viel passiert, quasi von 'zero to hero'. Ich genieße das nun wirklich.

Smilla Kolbe (Eintracht Frankfurt) | Siegerin 800 Meter (2:02,20 min)
Ich habe eben schon gesagt, dass die Rolle der „Underdogin“ mental vielleicht ein bisschen einfacher ist. Auf der anderen Seite ist es aber auch schön, mit den Erwartungen umzugehen, weil ich mir die Ausgangslage in dieser Saison erarbeitet habe. Das ist auf jeden Fall ein anderer Druck, aber ich habe gelernt, damit umzugehen. Ich glaube, dass ich dafür inzwischen ganz gute Strategien gefunden habe. Heute ist das auf jeden Fall aufgegangen – und hat einfach richtig Spaß gemacht. Obwohl die Woche nicht ganz so gelaufen ist, wie ich mir das gewünscht hätte – ich hatte gesundheitlich ein paar Probleme –, war es umso schöner, dass heute trotzdem alles geklappt hat.

Jana Marie Becker (Königsteiner LV) | Zweite 800 Meter (2:02,72 min)
Ich bin natürlich hierher gefahren, um den Titel zu holen – das ist kein Geheimnis. Ich wollte Smilla [Kolbe] auf der Zielgeraden auch noch ein bisschen mehr ärgern, als mir das heute gelungen ist. Das Rennen lief leider etwas anders als geplant. Ich war ziemlich weit hinten und habe mich am Anfang nicht offensiv genug einsortiert. Das geht auf jeden Fall auf meine Kappe. Aber es waren meine ersten Deutschen Meisterschaften bei den Aktiven draußen, und ich kann definitiv noch einiges an Erfahrung mitnehmen. Ich bin trotzdem dankbar, dass ich das Rennen noch zum Guten wenden konnte und am Ende Silber gewonnen habe. Ich nehme eine Menge Erfahrung mit. Ich weiß jetzt noch besser, worauf es in solchen Meisterschaftsrennen ankommt und dass ich mich von Anfang an mutiger positionieren muss. Darauf kann ich aufbauen.

Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen) | Sieger 800 Meter (1:48,44 min)
Ich habe mich sehr gefreut, dass das Rennen so angegangen wurde. Das war optimal für mich und meine Endspurtfähigkeit. Ich bin stolz darauf, dass ich an der Startlinie stehen konnte, weil ich eine schwere Zeit hatte. Letzte Woche hatte ich zwei Lebensmittelvergiftungen und vorher Pfeiffersches Drüsenfieber. Dass ich heute wieder so souverän gewinnen konnte, überrascht mich selbst. Jetzt bin ich wieder auf dem Weg der Besserung. Ich habe auch schon lange nicht mehr in Manchester trainiert, weil ich mich nach dieser schwierigen Zeit erst einmal selbst finden musste. Aber das wird auch wieder kommen, dass ich wieder mit den Engländern trainieren werde. In Birmingham ist mein Ziel, dass ich es besser machen möchte als letztes Jahr.

Adrian Engstler (TV Villingen) | Zweiter 800 Meter (1:48,95 min)
Es war der Plan, von Anfang an vorn zu laufen. Natürlich hat der Wind auch eine Rolle gespielt. Es war ganz klar, dass Alex [Stepanov] irgendwann anzieht und da muss man auch so ehrlich sein, dass keiner von uns mithalten kann. Aber ich glaube, dass ich ganz gut hinterher gekommen bin. Ich habe auf den letzten 100 Metern gezeigt, dass diese Saison alles da ist und ich hoffe, dass die nächste Saison auch so gut läuft. Ich bin mit Silber super zufrieden. Mit meinem Physiotherapeuten, der mich immer gut vor den Wettkämpfen in Form bringt, habe ich vorher gesagt, dass es eine Belohnung gibt, wenn ich es aufs Podium schaffe. Deswegen haben wir eben schon kurz angestoßen.

Jolanda Kalabis (FT 1844 Freiburg)│Siegerin 1.500 Meter (4:21,15 min)
Es ist mega! Gerade wenn man als Titelverteidigerin an den Start geht, ist der Druck natürlich noch einmal größer. Umso mehr freut es mich, dass ich den Titel heute so souverän verteidigen konnte. Das macht mich ein bisschen stolz. Das Rennen ist mir, glaube ich, sehr entgegengekommen, weil es auf den ersten 800 Metern wirklich ein Bummelrennen war. Genau so hatte ich mir das auch erhofft, weil ich weiß, dass ich mich auf einen Endspurt verlassen kann. Am Ende konnte ich auf meinen Schlussspurt vertrauen. Nachdem ich die EM-Norm leider verpasst habe, geht es jetzt erst einmal zurück ins Training. Ich hoffe, dass ich in der zweiten Saisonhälfte noch ein paar richtig schnelle Zeiten auf die Bahn bringen kann.

Verena Meisl (TV Wattenscheid 01)│Zweite 1.500 Meter (4:21,93 min)
Nach den Leistungen in den vergangenen Jahren hatte ich damit geliebäugelt, vielleicht einmal Platz eins oder zumindest Platz zwei angreifen zu können. Dass ich jetzt mit der Silbermedaille nach Hause gehe, damit bin ich sehr glücklich. Ich glaube, es war ein typisches Meisterschaftsrennen. Am Anfang war das Tempo noch etwas verhalten. Ich war sogar ein bisschen überrascht, dass ich nach den ersten 100 Metern plötzlich so weit vorne war. Zwischendurch wurde es ein bisschen rangelig. Insgesamt habe ich es einfach sehr genossen, hier vor heimischer Kulisse laufen zu können. Es war ein schönes Rennen und ein wunderschönes Gefühl.

Robert Farken (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig)│Sieger 1.500 Meter (3:35,33 min)
Ich habe mir vorher keine großen Gedanken über die Taktik gemacht, weil ich wusste, dass ich mich – egal bei welchem Rennverlauf – eigentlich nur selbst schlagen kann. Deswegen war es nur wichtig, selbstbewusst den Sieg nach Hause zu laufen. Die Saison hat relativ holprig angefangen und dann musste ich meine lange Erfahrung nutzen und einfach die Füße still halten und ruhig bleiben und auf mein Training vertrauen. Und es hat sich ausgezahlt, dass ich das gemacht habe. Jetzt bin ich in der besten Form meines Lebens. Und ich hoffe, dass ich da noch etwas bis zu den Europameisterschaften drauflegen kann. Ich gehöre dort sicherlich zum Kreis der Medaillenkandidaten. Und das ist auch das Ziel. Ich weiß aber auch, dass erst einmal die Hausaufgaben erledigt werden müssen und ich das Final-Ticket erst einmal lösen muss. Dann kann man von allem Weiteren träumen und das motiviert angehen.

Marc Tortell (Athletics Team Karben)│Zweiter 1.500 Meter (3:38,69 min)
Ich bin schon zufrieden mit dem Rennen. Erst einmal ein dickes Dankeschön an meinen Teamkollegen Lasse Funck, der sich die ersten 800 Meter für uns in den Wind gestellt hat. Es war absehbar, dass Robert [Farken] dann nach vorn geht. Ich hätte mich dranhängen können und dann wäre das Risiko gewesen, dass ich die letzten 200 Meter komplett stehe. Deswegen bin ich mein eigenes Rennen gelaufen. Es war ein bisschen zu windig dafür, als dass es eine schnelle Zeit geworden wäre. Aber mit dem zweiten Platz bei einer DM kann man nicht meckern. Ich muss jetzt noch ein Wochenende abwarten, wie ich im Ranking für die EM stehe. Im Moment sieht es noch ganz gut aus. Ich bin jetzt auch schon lange genug dabei und habe gelernt, dass man nicht mehr als 100 Prozent geben kann. Das kann ich auch an jüngere Athleten als Ratschlag weitergeben. Wenn man sein Bestes gegeben hat, kann man sich nicht beschweren.

Eileen Demes (TV 1861 Neu-Isenburg) | Siegerin 400 Meter Hürden (55,71 sec)
Aller guten Dinge sind drei. Der dritte Titel ist schon etwas Besonderes. Ich habe damals hier in Wattenscheid schon in der U18 meinen ersten Deutschen Meistertitel über die Hürden gewonnen. Deshalb hat dieser Ort für mich eine ganz besondere Bedeutung. Bis zur achten Hürde hat sich das Rennen eigentlich richtig gut angefühlt. Erst an der neunten Hürde hatte ich wieder Probleme. Das ist im Moment einfach ein Punkt, der mich schon seit den letzten Rennen begleitet. In dieser Saison habe ich das schon deutlich besser hinbekommen, deshalb weiß ich, dass da noch Potenzial steckt. Aber das Wichtigste ist natürlich, dass ich meinen Titel verteidigen konnte. Das war mein Ziel und darüber freue ich mich sehr. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass noch mehr möglich ist.

Sabrina Heil (VfL Sindelfingen) | Zweite 400 Meter Hürden (56,07 sec)
Das bedeutet mir sehr, sehr viel. Es war klar, dass ich um die Medaillen mitlaufen kann, aber vorne war es unglaublich eng. Am Ende mit einer persönlichen Bestleistung Zweite zu werden – besser hätte es kaum laufen können. Die Leistung ist eine Belohnung für den ganzen Aufbau in den vergangenen Monaten. Seit der letzten Saison ist viel passiert – mit dem Trainerwechsel und dem neuen Umfeld. Deshalb ist das heute auch eine schöne Bestätigung, dass dieser Schritt genau der richtige war. Das gibt mir viel Vertrauen und ich freue mich auf alles, was jetzt noch kommt. Ich glaube, das war noch längst nicht alles. Da geht auf jeden Fall noch mehr und ich bin überzeugt, dass es noch schneller werden kann.

Emil Agyekum (SCC Berlin) | Sieger 400m Hürden (47,65 sec)
Ich bin super drauf. Die Konkurrenz war auch da. Und da war ich natürlich sehr motiviert, auch mein Bestes zu geben. Es hat hier sehr viel Spaß gemacht, das Publikum war super und das Stadion auch. Normalerweise laufen wir im Training in unserer Trainingsgruppe nicht gegeneinander über die Hürden, höchstens bis zur siebten Hürde. Deswegen ist ein Wettkampf auch immer eine besondere Situation. Volker Beck, der auch seit vielen Jahren wie ein Mentor für mich ist, war auch hier. Das bedeutet mir sehr viel. Ich habe mich damals seiner Trainingsgruppe angeschlossen – das war die beste Entscheidung meines Lebens. Er hat mir gezeigt, was Disziplin ist. Ich bin ihm sehr dankbar und freue mich, dass er mit dabei ist und wir einfach Spaß haben können.

Owe Fischer-Breiholz (Königsteiner LV) | Zweiter 400 Meter Hürden (48,08 sec)
Ich bin nicht so ganz zufrieden. Ich habe eigentlich schon seit Wochen das Gefühl, dass ich richtig gut drauf bin, aber der Knoten will nicht platzen. Ich meine, dass ich heute trotzdem keine schlechte Zeit gelaufen bin. Aber es ist nicht das, was ich kann. Ich hoffe, dass ich das bei der EM dann endlich zeigen kann. Ich hatte heute ein paar Probleme mit den Abständen. Ich war ein paar Mal zu weit von der Hürde weg. Ich möchte es aber nicht darauf schieben und keine Ausreden suchen, sondern Lösungen finden. Wir werden den Lauf auf jeden Fall gut analysieren. Ich bin mir sicher, dass wir aktuell so gut sind, weil wir eine so starke Trainingsgruppe haben und auf so hohem Niveau trainieren können.

Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier)│Siegerin 3.000 Meter Hindernis (9:24,40 min)
Ich bin sehr, sehr froh, dass ich nach vier Jahren endlich wieder Deutsche Meisterin werden konnte. Es war schon ein schwieriges Rennen, gerade im Vorfeld. Ich habe viel darüber nachgedacht, wie ich das Rennen am besten angehe. Ich hatte aber gehofft, meine Stärken vor allem auf dem letzten Kilometer ausspielen zu können. Außerdem war es ziemlich windig. Das Rennen gibt mir natürlich viel Zuversicht für die EM in zwei Wochen. Die Zeit heute war für mich tatsächlich zweitrangig. Viel wichtiger war es, den Titel zu holen – genau das ist mir gelungen.

Olivia Gürth (Silvesterlauf Trier)│Zweite 3.000 Meter Hindernis (9:27,08 min)
Ich war mir vorher nicht sicher, wie das Rennen verlaufen würde. Eigentlich hatte ich mich auf ein schnelles Rennen eingestellt. Im Laufe des Rennens musste ich mich dann auf ein anderes Szenario einstellen. Ich wusste aber, dass Gesa früher oder später ihren Antritt setzen würde. Ich bin stolz darauf, dass ich versucht habe, mitzugehen. Gesa ist einfach unglaublich stark. Dass ich jetzt mit der EM planen kann, ist eine große Erleichterung. Dort heißt es zunächst einmal, den Vorlauf zu überstehen.

Dorothea Gantert (SpVg Laatzen) | Siegerin Hochsprung (1,89 m)
Ich glaube, ich habe es noch gar nicht richtig realisiert. Im ersten Moment wusste ich natürlich, dass ich gewonnen habe, aber es ist noch nicht ganz angekommen. Ich brauchte erst einen Moment, um wirklich zu verstehen: Warte mal, ich bin jetzt Deutsche Meisterin. Der Titel ist etwas, wovon ich geträumt habe. Und eine Goldmedaille bei den Aktiven zu gewinnen, ist einfach noch einmal etwas Besonderes. Dazu kommt noch die EM-Norm – deshalb ist das heute einfach ein rundum perfektes Gesamtpaket. Ich nehme von heute mit, dass ein Wettkampf, der schwierig angefangen hat, auch noch gut ausgehen kann. Die ersten Sprünge waren nicht besonders gut. Zwischendurch dachte ich sogar schon: Okay, das war es jetzt wahrscheinlich bei 1,80 Metern. Aber ein Wettkampf ist eben erst vorbei, wenn er wirklich vorbei ist.

Johanna Göring (SV Salamander Kornwestheim) | Zweite Hochsprung (1,86 m)
Die Vorleistungen in dieser Saison waren noch nicht so vielversprechend. Ich bin in der Halle und auch draußen schon oft um die 1,80 Meter gesprungen. Deshalb wusste ich schon, dass grundsätzlich etwas möglich ist. Gleichzeitig habe ich im Moment aber noch große Probleme damit, mein Gefühl für den Hochsprung wiederzufinden – also das Gefühl dafür, wie ich springen möchte. Heute habe ich dieses Gefühl spontan wieder ein Stück weit gefunden. Und ich merke einfach: Wenn ich dieses Gefühl habe, dann geht auch etwas. Dann steckt dieses Talent immer noch in mir und ich kann wieder solche Höhen springen. Ich bin so dankbar, dass es funktioniert hat. Hochsprung ist einerseits eine sehr technische Disziplin, gleichzeitig aber auch unglaublich gefühlsabhängig.

Mikaelle Assani (Karlsruher SC) | Siegerin Weitsprung (6,67 m)
Es ist einfach unglaublich. Ich kann das kaum in Worte fassen, weil während des Wettkampfs so viele Emotionen zusammengekommen sind. Ich bin einfach nur dankbar und unglaublich glücklich. Es ist ein ganz besonderes Gefühl und ich freue mich riesig über diesen Titel. Ich merke einfach, dass mir nach der 15-monatigen Pause noch ein bisschen Wettkampfroutine fehlt. Deshalb bin ich sehr froh, dass ich meinen Trainer Uli an meiner Seite hatte. Am Ende habe ich einfach versucht, mir nicht zu viele Gedanken zu machen und den Wettkampf auf mich zukommen zu lassen. Nicht zu viel nachdenken, sondern einfach machen – das hat heute richtig gut funktioniert.

Maiaika Mihambo Zweite Weitsprung (6,63 m)
Ich hatte heute einfach nicht so viel Glück mit dem Wind. Dadurch war es sehr schwierig, einen passenden Anlauf zu finden. Wir mussten die Anlaufmarke ständig vor- und zurücksetzen. Beim ersten Sprung war ich zum Beispiel viel zu nah am Brett, habe den Versuch aber irgendwie noch gültig hinbekommen. Danach war ich teilweise wieder zu weit weg, weil der Gegenwind stärker wurde. Bei einem Versuch bin ich sogar durchgelaufen, weil ich gar nicht mehr ans Brett gekommen wäre. Dazu kamen noch zwei richtig gute Sprünge, die leider knapp übertreten waren. So ist das im Weitsprung manchmal. Ich glaube, dass ich heute mental nicht ganz auf dem Niveau war, auf dem ich eigentlich sein möchte. Trotzdem war es insgesamt ein solider Wettkampf, auch wenn natürlich mehr möglich gewesen wäre.

Mohammad Amin Alsalami (LAC Berlin) | Sieger Dreisprung (15,67 m)
Das ist nach elf Jahren mein erster Deutscher Meistertitel. Das ist unglaublich. Ich bin so dankbar für diesen einen Zentimeter. Ich bin so, so dankbar. Das Publikum war wirklich der Hammer. Der Wind und Regen haben es mir etwas schwer gemacht. Die Weite war nicht das, was ich wollte. Ich glaube, das ging vielen im Wettkampf so, dass sie nicht ganz zufrieden waren. Aber eigentlich ist mir die Weite auch egal. Für mich zählt nur der Titel.

Benedikt von Hardenberg (LC Quelle Fürth) | Zweiter Dreisprung (15,66 m)
Ich habe sehr lange geführt, aber ich wusste, dass Mohammad [Alsalami] über 16 Meter springen kann. Deswegen war ich nicht überrascht, dass er mich von Gold verdrängt hat. Aber als ich gesehen habe, dass es nur ein Zentimeter war, habe ich mich schon ein wenig geärgert. Den einen Zentimeter kann man in der Analyse überall finden: Ich habe bei der Landung vielleicht zu viel Vorlage bekommen, das war am Brett nicht ganz optimal. Aber das gehört dazu. Letztendlich war er der Jahresbeste und hat absolut verdient gewonnen. Das ist meine allererste Medaille bei den Aktiven, deswegen bin ich super happy. Dazu bin ich noch Bestleistung gesprungen, gleich zweimal auf den Punkt. Die Form ist da.

Yemisi Mabry (MTG Mannheim)│Siegerin Kugelstoßen (19,04 m)
Es ist ein richtig schönes Gefühl. Dass ich heute meinen dritten Deutschen Meistertitel feiern darf, bedeutet mir sehr viel. Ich muss sagen, der Wettkampf hat sich extrem gezogen. Vom Einstoßen bis zum eigentlichen Wettkampfbeginn ist sehr viel Zeit vergangen. Ich glaube wir Mädels sind dadurch auch ein bisschen eingeschlafen. Das war natürlich nicht optimal, aber ich finde, wir sind insgesamt gut damit umgegangen.

Katharina Maisch (LV 90 Erzgebirge)│Zweite Kugelstoßen (18,57 m)
Ich bin auf jeden Fall zufrieden. Natürlich hatte ich mir ein bisschen mehr erhofft, gerade nach dem Saisonstart. Im Moment habe ich mich bei Weiten um die 18,50 bis 18,60 Meter eingependelt. Ich hoffe jetzt einfach, dass ich bis zur EM noch einmal einen Schritt nach vorne machen kann und dann wieder konstant die 19 Meter werfe. Es war ein schwieriger Wettkampf. Ich hatte das Gefühl, dass wir alle etwas schwer reingekommen sind – schon beim Einstoßen hat alles ein bisschen träge gewirkt. Die Stimmung mussten wir teilweise selbst machen. Es war ein bisschen schade, dass das Publikum nicht ganz so mitgegangen ist. Trotzdem haben wir das Beste daraus gemacht.

Nina Ndubuisi (SG Schorndorf 1846)│Dritte Kugelstoßen (18,32 m)
Mir bedeutet die Medaille unglaublich viel. Ich versuche jetzt schon seit etwa drei Jahren, bei den Erwachsenen mitzumischen und den Sprung aus dem Jugendbereich zu schaffen. Dass es jetzt endlich mit einer Medaille geklappt hat, macht mich wirklich richtig glücklich. Es war einfach ein schöner Wettkampf. Besonders freut mich, dass meine Familie und Freunde vor Ort waren und mich angefeuert haben.

Julia Ulbricht (1. LAV Rostock) | Siegerin Speerwerfen (61,58 m)
61,58 Meter hören sich großartig an. Persönliche Bestleistung, Deutsche Meisterin und dazu noch die EM-Norm – besser hätte es wirklich nicht laufen können. Der Erfolg gibt mir unglaublich viel Motivation für die EM und auch für die nächsten Jahre. Ich habe mir jetzt endlich selbst bewiesen, dass ich richtig weit werfen kann. Darauf möchte ich aufbauen und natürlich noch weitere, noch bessere Würfe zeigen.

Victoria Krause (Düsseldorf Athletics) | Zweite Speerwerfen (57,11 m)
Die Silbermedaille fühlt sich natürlich gut an. Trotzdem muss ich sagen, dass ich mit der Weite nicht ganz zufrieden bin. Ich wollte gern die Bestätigungsnorm für Birmingham angreifen. Ich muss sagen, dass die Bedingungen heute nicht ganz einfach waren. Der Wind war sehr wechselhaft und wir hatten zwischendurch auch immer wieder Gegenwind. Technisch hat es ein bisschen gehapert. Über die Silbermedaille freue ich mich natürlich trotzdem sehr. Jetzt heißt es: Weiterarbeiten. Ich werde wahrscheinlich noch ein oder zwei Wettkämpfe machen und dann im Winter intensiv an meiner Technik arbeiten.

Steven Richter (LV 90 Erzgebirge)│Sieger Diskuswerfen (66,27 m)
Ich bin mega happy. Ich bin mit dem Ziel angereist, heute zu gewinnen. Die Bedingungen haben es uns nicht leicht gemacht. Es war schwierig, aber umso zufriedener bin ich mit der Weite. Mein Trainer hat mir vor dem Versuch noch eine Anweisung gegeben, dass ich die Mitte länger halten soll. Ich habe das gut umsetzen können. Ich habe vorher eine gute Ausgangsposition gehabt, sodass mit der Qualifikation für Birmingham nicht viel hätte schiefgehen können. Und ich hatte auch eine sehr gute Vorbereitung. Ich bin in richtig guter Form und daher hatte ich auch das Ziel, hier zu gewinnen. Bei der EM wird es deutlich schwieriger. Diskuswerfen in Europa ist so stark besetzt. Erst einmal ist es wichtig, die Qualifikation zu überstehen, dann schaue ich, was im Finale passiert.

Henrik Janssen (Sportclub Magdeburg)│Zweiter Diskuswerfen (64,64 m)
Ich bin Zweiter geworden und das ist bei den Bedingungen in Ordnung. Steven [Richter] hatte einen weiten Versuch, den er rausgehauen hat. Bei mir ist der leider ausgeblieben. Es waren schwierige Bedingungen. Es war wohl die Kombination aus Wind und Regen. Aber ich habe auch einfach nicht gut gedreht. Eigentlich kann ich mich nicht beschweren, ich bin direkt für Birmingham qualifiziert. Das war heute das Wichtigste. Es hat technisch nicht gut geklappt, aber das war mein eigenes Unvermögen.

Mika Sosna (TSG Bergedorf)│Dritter Diskuswerfen (63,57 m)
Super gelaufen ist mein Wettkampf nicht. Es wäre super gelaufen, wenn ich das sichere Ticket für die EM gelöst hätte. Nichtsdestotrotz muss ich mir vor Augen halten, dass es erst neun Wochen nach der Operation sind und das ist nicht zu unterschätzen. Das merke ich auch. Ich bin weit davon entfernt, dass ich mich wieder fit fühle. Es sind etliche Trainingsstunden, die mir fehlen. Dafür ist ein dritter Platz gut. Ich habe nach der OP erst gar nicht gedacht, dass ich überhaupt noch eine Saison machen kann. Aber ich hätte trotzdem noch gern mehr gezeigt. Vielleicht reicht es ja, dass ich mit nach Birmingham fahren darf.

Merlin Hummel (Eintracht Frakfurt) | Sieger Hammerwerfen (79,18 m)
Die Bedingungen waren heute perfekt. Ich habe mir zwei Sachen gewünscht: Sören [Klose] wirft die EM-Norm und es regnet. Meine Wünsche wurden erhöht. Man kann den nassen Ring für die Geschwindigkeit nutzen. Eine Herausforderung war, dass ich vor einer Woche umgeknickt bin. Ich habe heute davon nichts mehr gemerkt, aber ich konnte die Woche über nicht gut trainieren und war natürlich erst einmal vorsichtiger. Ich bin froh, dass ich mit einem blauen Auge davon gekommen bin. Ansonsten habe ich den Wettkampf genossen. Ich freue mich, dass Sören und ich zu zweit zur EM fahren. Dort möchte ich mein Niveau abrufen und dann um die Medaillen kämpfen. Ich möchte auch der medialen Erwartungshaltung gerecht werden und einen guten Wettkampf zeigen – ganz egal, ob die Sonne scheint oder es regnet.

Sören Klose (Eintracht Frankfurt) | Zweiter Hammerwerfen (78,18 m)
Ich bin sehr begeistert. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, ich bin völlig sprachlos und überwältigt. Ich wusste, dass ich gut in Form bin und dass ich 77 Meter werfen kann, wenn ich einen Versuch gut treffe. Aber mit 78 Metern habe ich nicht gerechnet. Es ist umso schöner, weil dieses Jahr mein Comeback ist. Ich war nach Olympia 2024 raus, weil ich wegen starken Rückenproblemen lange pausieren musste. Ich hatte einen Bandscheibenvorfall und eine Entzündung im Rücken. Und dann habe ich mir auch noch meine Außenbänder gerissen. Seit vier Monaten bin ich wieder dabei und enorm glücklich, dass ich nun diese Weite werfen konnte. Das zeigt, dass ich hart trainiert habe. Bei meinem letzten DM-Titel hatten wir auch Starkregen. Ich denke, die Bedingungen liegen mir. In Birmingham würde ich natürlich gern an diese Weiten anknüpfen.

Dr. Jörg Bügner | DLV-Vorstand Leistungssport
Wir haben hier in Wattenscheid eine volle Hütte, packende Leichtathletikwettbewerbe und sehr starke Leistungen an beiden Tagen erlebt. Die Deutschen Meisterschaften haben begeistert und unterstreichen den deutlichen Aufwärtstrend. Sie waren ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu den Europameisterschaften in Birmingham. Die Stimmung im Team ist gut - und wir sind sehr optimistisch, dass wir auch in Großbritannien erfolgreich sein werden.

DM 2026

Teilen
#TrueAthletes – TrueTalk

Hier finden Sie alle Folgen des Podcasts des Deutschen Leichtathletik-Verbandes!

Zum Podcast
Jetzt Downloaden
DM-Tickets