| IFAM Oordegem

Eileen Demes mit Saison-Bestzeit Richtung Birmingham, DLV-U18-Bestzeit für Maximilian Rath

Eileen Demes läuft über die Ziellinie und blickt auf die Anzeigetafel © Theo Kiefner
400-Meter-Hürden-Spezialistin Eileen Demes kommt kurz vor der EM in Birmingham immer besser in Form. Mit 54,67 Sekunden erzielte sie am Samstag beim IFAM in Oordegem eine neue Saison-Bestzeit. Eine Reihe Läuferinnen und Läufer nahm aus Belgien neue Hausrekorde mit. Einer davon brach sogar eine mehr als 50 Jahre alte DLV-U18-Bestzeit
Svenja Sapper

Pünktlich zum Saison-Höhepunkt nähert sich Eileen Demes (TV 1861 Neu-Isenburg) ihrer Bestleistung. Am Samstag überzeugte die 400-Meter-Hürden-Spezialistin beim IFAM in Oordegem (Belgien) in 54,67 Sekunden. Es war die drittschnellste Zeit ihrer Karriere und eine deutliche Saison-Bestmarke. In diesem Jahr war die 28-Jährige bislang nur beim Diamond-League-Meeting in Doha (Katar) Mitte Juni mit 54,91 Sekunden unter 55 Sekunden geblieben, vor einer Woche reichten 55,71 Sekunden zu ihrem dritten DM-Titel in Serie.

Eine Klasse für sich war bei dem Traditionsmeeting in Belgien eine Lokalmatadorin: Paulien Couckuyt brachte 53,90 Sekunden auf die Bahn. Die DM-Zweite Sabrina Heil (VfL Sindelfingen) blieb als Achte in 56,82 Sekunden ein Stück hinter ihrer Bestzeit (56,07 sec) aus Bochum zurück. Allerdings konnte sie nur eine Stunde später auftrumpfen: In neuer PB von 52,63 Sekunden gewann sie die 400 Meter flach – eine bemerkenswerte Leistung insbesondere nach der kurzen Regenerationszeit.

Über eine neue Bestzeit durfte sich auch Adrian Engstler freuen. Der 800-Meter-Läufer vom TV Villingen, in diesem Jahr ohnehin schnell wie nie, wurde in 1:45,46 Minuten Vierter. Damit schraubte er seinen Hausrekord von 1:46,23 Minuten, den er im Juni in Pfungstadt nach drei Jahren ohne Bestzeit aufgestellt hatte, deutlich nach unten. In das Jahr gestartet war er mit einer Bestmarke von 1:47,77 Minuten aus dem Jahr 2023, den er mittlerweile um mehr als zwei Sekunden verbessert hat. In Oordegem war auch der Sieger Tom Dradriga aus Uganda mit 1:45,23 Minuten nicht weit entfernt.

Bestzeiten über 800 Meter und die Hindernisse

Ebenfalls Grund zur Freude hatte Disziplinkollegin Jennifer Hauke (Hamburg Athletics). Die 33-Jährige lief in 2:01,61 Minuten neue Bestzeit und war damit fünf Hundertstel schneller als Mitte Juli in Tampere (Finnland). In einem starken Feld, das die Kroatin Nina Vukovic in 1:59,05 Minuten anführte, reichte das zu Rang fünf. Die dritte Bestzeit im deutschen Läuferlager ging auf das Konto von Robin Müller (LG Ohra Energie). Der Hindernisläufer drückte als Viertplatzierter in 8:25,36 Minuten seine Bestzeit aus Dessau noch einmal um zwei Sekunden nach unten.

Das bisher schnellste Rennen ihrer Karriere gelang auch Hindernisläuferin Carolin Hinrichs (VfL Löningen). Die DM-Fünfte war in 9:49,35 Minuten rund vier Sekunden schneller denn je und rannte damit auf Platz drei. Ebenfalls Rang drei belegte Ricarda Lobe (MTG Mannheim). Über 100 Meter Hürden kam die DM-Vierte in 13,13 Sekunden nur zwei Hundertstel hinter Sidonie Fiadanantsoa (Madagaskar) ins Ziel. Unangefochten war in 12,85 Sekunden Siegerin Jyothi Yarraji aus Indien.

Maximilian Rath glänzt mit DLV-U18-Bestzeit

Kurioses ereignete sich im längsten Rennen des Tages: Über 5.000 Meter musste nach zwölfeinhalb Runden auf der Bahn zwischen Abdihamid Nur (USA) und Laban Kosgei (Kenia) die Tausendstel-Auswertung her. Beide wurden mit 12:57,32 Minuten in den Ergebnislisten geführt, dem US-Amerikaner wurde schließlich der Sieg zugesprochen. Bei den Frauen hielt die Australierin Georgia Griffith in 14:44,64 Minuten Diane van Es (Niederlande; 14:48,61 min) in Schach.

Sogar noch schneller als der Sieger der Männer war der beste U20-Läufer über 5.000 Meter: Wabari Hossian aus Katar (bei World Athletics jedoch noch als Eritreer geführt) siegte in 12:56,12 Minuten – neue Weltjahresbestleistung für die Altersklasse U20. Auch ein deutscher Läufer konnte in dem Rennen glänzen: Maximilian Rath (LG Stadtwerke München), U18-Vize-Europameister über 3.000 Meter, pulverisierte in 13:57,37 Minuten die DLV-U18-Bestzeit. 

Damit war er sage und schreibe 23 Sekunden schneller als Hansjörg Kunze (SC Empor Rostock), dessen Bestmarke von 14:20,2 Minuten in sechs Tagen 51. Geburtstag gefeiert hätte. Für den 17-Jährigen war es erst das vierte 5.000-Meter-Rennen seiner Karriere, zuvor war er im Mai mit 14:36,86 Minuten Deutscher U20-Meister geworden. Mit dem Rennen von Oordegem hat Maximilian Rath nun ein weiteres Mal bewiesen, dass er europaweit zu den vielversprechendsten Lauftalenten seiner Altersklasse zählt. 

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

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