| EM 2026

Lisa Merkel belohnt sich mit Platz neun, Eva Dieterich 22.

Die deutsche Langstrecklerin Lisa Merkel läuft im Feld mit anderen Läuferinnen. © Paul Grünewald
Bei der längsten Bahn-Distanz wollte Lisa Merkel das Rennen offensiv mitgestalten. Das gelang der Tübingerin, sie lief im 10.000-Meter-Finale der EM auf Platz neun, ihre Teampartnerin Eva Dieterich wurde 22. An der Spitze stürmte Nadia Battocletti in Birmingham zum nächsten EM-Gold.
Martin Neumann

EM 2026 Birmingham  Zeitplan LIve-Ergebnisse 

Lisa Merkel und Eva Dieterich (beide LAV Stadtwerke Tübingen) starteten im ersten Finale am Freitagabend über die längste Bahn-Distanz. Lisa Merkel sorgte wie einige weitere Läuferinnen über die 25 Runden dafür, dass das Tempo nicht zu langsam wurde. Damit schüttelten sie einige Konkurrentinnen ab, darunter auch Eva Dieterich. Etwa acht Runden vor Schluss folgte dann eine weitere Beschleinigung. Unter dem Applaus der britischen Fans ging Lokalmatadorin Megan Keith nach vorn, nur Jana van Lent (Belgien), Titelverteidigerin Nadia Battocletii (Italien) und Maureen Koster (Niederlande) konnten folgen.

Lisa Merkel verfolgte das Spitzen-Quartett zusammen mit sechs weiteren Läuferinnen, die zusammen auf den letzten Kilometer gingen. Vier von ihnen musste Lisa Merkel ziehen lassen und lief am Ende mit 32:09,07 Minuten auf Rang neun. Eva Dieterich lief die zweite Streckenhälfte fast komplett allein und wurde am Ende mit 33:32,38 Minuten 22. Anfang März in Uelzen hatte sie die 10-Kilometer-DM noch mit 31:58 Minuten gegen starke Konkurrenz für sich entschieden und damit ihr Potenzial unter Beweis gestellt.

An der Spitze entwickelte sich dasselbe Bild wie am Dienstag im 5.000-Meter-Finale: Nadia Battocletti zog der Konkurrenz 250 Meter vor Schluss unwiderstehlich davon und machte wie in Rom das Langstrecken-Double perfekt. In 31:41,17 Minuten gewann sie vor Maureen Koster (31:45,76 min) und Jana van Lent (31:47,81 min), die wie die Siegerin jubelnd ins Ziel liefen. Megan Keith, die nach sieben Kilometern die Initiative ergriffen hatte, lief knapp vor Lisa Merkel als Achte nach 32:04,81 Minuten ins Ziel.

Stimmen zum Wettbewerb:

Lisa Merkel (LAV Stadtwerke Tübingen):
„Ich wollte mich nicht verstecken, sondern ein Rennen bestreiten, auf das ich stolz sein kann. Ich bin nicht hier, um in einem langsamen Rennen nur mitzulaufen. Zwar war ich mir nicht ganz sicher, aber ich habe auf mich selbst vertraut. Die Beschleunigung drei Kilometer vor Schluss konnte ich dann nicht mehr mitgehen. Jetzt freue ich mich darauf, zwei Tage noch vor Ort die EM zu verfolgen. Danach geht es langsam in die Vorbereitung für die Rennen im Herbst.“

Eva Dieterich (LAV Stadtwerke Tübingen):
„Ich bin nach dieser schwierigen Saison froh, mich qualifiziert zu haben. Natürlich wollte ich mich nicht so präsentieren. Aber es ging einfach nicht mehr, trotzdem habe ich mich durchgebissen. Wir müssen jetzt schauen, woran es gelegen hat. Denn im Frühjahr lief es noch deutlich besser.“

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