| EM 2026

Leo Köpp in guter Ausgangsposition disqualifiziert, Frederick Weigel 18.

Der Geher Fredrick Weigel bei der EM 2026 in Birmingham auf der Strecke. © Jan Papenfuß
Erstmals standen in Birmingham bei einer EM die Geher-Distanzen Halbmarathon und Marathon auf dem Programm. Leo Köpp ging das Rennen mutig an und tummelte sich an der Spitze, wurde aber nach knapp zwei Dritteln des Halbmarathon disqualifiziert. Frederick Weigel belegte bei seiner Premiere auf internationaler Bühne Rang 18.
Martin Neumann

EM 2026 Birmingham  Zeitplan LIve-Ergebnisse 

Am frühen Samstagmorgen fiel in der City von Birmingham der Startschuss für die vier Geher-Entscheidungen. Im Halbmarathon vertraten Leo Köpp (LG Nord Berlin) und Frederick Weigel (OSC Potsdam) die deutschen Farben. Der Berliner ging das Rennen offensiv an und hielt sich die gesamte Zeit in der Spitzengruppe auf, immer an den Fersen des Spaniers Paul McGrath. Allerdings war das Rennen für die Team-WM-Vierten nach knapp zwei Dritteln des Rennens vorbei. Der 28-Jährige wurde aufgrund fehlender Kniestreckung auf dem Silberplatz liegend disqualifiziert.

Auch bei Frederick Weigel lief es nicht nach Wunsch. Ein offener Schuh zwang ihm zum Zwischenstopp. Auf dem ersten Drittel der Distanz hatte sich der Potsdamer in etwa auf Rang 14 einsortiert. Auf der zweiten Hälfte verlor Fredrick Weigel einige Positionen, arbeitete sich aber auf den zwei finalen Ein-Kilometern-Runden, pro Runde waren knapp zehn Höhenmeter zu überwinden, noch zwei Plätze nach vorn und ging nach 1:30:04 Stunden als 18. ins Ziel.

Zweimal Gold für Spanien

Den Sieg sicherte sich Paul McGrath mit 1:23:23 Stunden. Der Spanier setzte sich nach seinem Vorstoß und der Disqualifikation von Leo Köpp deutlich ab. Die beiden weiteren Medaillen gingen nach Italien. Francesco Fortunato sicherte mit 1:23:36 Stunden Silber vor seinem Landsmann Andrea Cosi (1:23:49 h).

Bei der parallel ausgetragenen Entscheidung der Frauen war keine deutsche Geherin am Start. Über EM-Gold jubelte die Spanierin Maria Perez, die mit 1:30:06 Stunden die bis dato schnellste Halbmarathonzeit überhaupt ging. Dahinter folgten Alexandrina Mihai (Italien; 1:31:04 h) und Lyudmila Olyanovska (Ukraine; 1:31:07 h).

Stimmen zum Wettbewerb

Leo Köpp (LG Nord Berlin):
„Die Roten Karten kamen schon sehr überraschend. Auf der Anzeigetafel wurden die Namen durcheinander angezeigt, nicht nach den vier Rennen sortiert. In den vergangenen drei, vier Tagen hatte ich gesundheitliche Probleme und lag im Bett. Heute habe ich mich wieder besser gefühlt und habe die ärztliche Freigabe für den Start bekommen. Auch der Angriff von Paul McGrath mit einem Kilometer von 3:42 Minuten hat mich nicht fertig gemacht. Ich habe mich fit gefühlt. Ich habe ihn dann ziehen lassen, weil ich mir gedacht habe, dass er das Tempo nicht halten kann. Das war dann auch so, er ist mir nach einer Runde wieder entgegengekommen. Ich habe mir schon große Chancen ausgerechnet. Das heißt, dass ich vorn mitgegangen bin, war die richtige strategische Entscheidung. Und ich hätte auch eigentlich die Kraft gehabt, um sauber durchzugehen. So gibt mir die Leistung Zuversicht und Selbstbewusstsein auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2028.“

Frederick Weigel (OSC Potsdam):
„Die Stimmung in der City war super, leider war es mein Rennen nicht. Nach sechs Kilometern ist mein Schnürsenkel aufgegangen. Zwei Kilometer später habe ich dann gestoppt und musste die Schnürsenkel neu binden. Da waren die Konkurrenten dann natürlich weg. Ich habe aber trotzdem durchgezogen und die Stimmung bei meiner ersten großen Meisterschaft genossen. Die Strecke war mit dem Auf und Ab auf jeder Runde etwas Besonderes, davon lernt man. Genauso wie vom Problem mit den Schnürsenkeln. Das wird mir nicht noch einmal passieren.“

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