| EM 2026

DLV-Quartett veredelt blitzsauberen Staffel-Auftritt mit Silber

© Jan Papenfuß
Nach der Bronzemedaille bei der EM in Rom 2024 schob sich die deutsche Sprintstaffel über 4x100 Meter bei den diesjährigen Titelkämpfen in Birmingham einen Platz nach vorn und gewann Silber. Mit sauberen Wechseln und starken Sprintleistungen mussten sich Kranz, Schulte, Gussmann und Ansah-Peprah lediglich den Lokalmatadoren aus Großbritannien geschlagen geben.
Jane Sichting

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Wie eng Freud und Leid bei Staffelwettbewerben beieinander liegen, mussten am sechsten Tag der Europameisterschaften von Birmingham (Großbritannien) die deutschen Teams in den Vorläufen über 4x100 Meter erleben. Während das mitfavorisierte DLV-Quartett der Frauen nach einer missglückten Stabübergabe beim letzten Wechsel ausschied, lief die deutsche Männer-Staffel souverän ins Finale. Mit 38,57 Sekunden brachten Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar), Marvin Schulte (ASV Köln), Heiko Gussmann (Sprintteam Wetzlar) und Lucas Ansah-Peprah (Hamburger SV) die drittschnellste Zeit aller Qualifikanten auf die Bahn – das große „Q“ war sicher. Und Lucas Ansah-Peprah kündigte an: „Im Finale können wir auf jeden Fall noch einiges herausholen. Wir wollen noch eine Schippe drauflegen und um eine Medaille kämpfen.“ 

Diese Mission ging das deutsche Quartett im Finale in derselben Besetzung wie im Vorlauf auf Bahn fünf an, die Briten auf Bahn sechs stets im Blick. Mit einem guten Start ins Rollen gebracht, wechselte Kevin Kranz aus der Kurve kommend sauber auf Marvin Schulte, der die Gegengerade absolvierte und den Stab ebenfalls sicher auf Heiko Gussmann übergab. Der 22-Jährige stürmte durch die Kurve auf Schlussläufer Lucas Ansah-Peprah zu und schickte ihn auf Position zwei liegend auf die Zielgerade. Während die Briten dem Feld bereits ein Stück enteilt waren, zogen auch Belgien und die Niederlande noch einmal das Tempo an. Davon ließ sich Lucas Ansah-Peprah allerdings nicht beeidrucken: In Schlagdistanz zu 100-Meter-Europameister Romell Glave, der in 38,45 Sekunden das Staffel-Gold für sein Team sicherte, überquerte er nach 38,64 Sekunden als Zweiter die Ziellinie. Bronze ging an Belgien (38,70 sec). Titelverteidiger Italien gingen nach einer Disqualifikation leer aus.

Zwar kam das deutsche Quartett ohne Owen Ansah (Hamburger SV), der in Birmingham Gold und Silber über 200 und 100 Meter gewonnen hatte, nicht an seinen deutschen Rekord (37,67 sec) heran, bestätigte aber sein konstant starkes Niveau im internationalen Staffelgeschehen. Bereits im Frühjahr hatten die deutschen Sprinter bei den World Relays in Botswana Bronze gewonnen – die gleiche Farbe, die es 2024 bei der EM in Rom gab. Nun glänzte die Medaille bei den kontinentalen Titelkämpfen silbern.

Stimmen zum Wettbewerb:

Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar):
„Es war sehr kalt. Vor allem im Vergleich zu heute Vormittag. Deswegen musste man versuchen, sich warm zu halten. Ich denke, dass wir das gut hinbekommen haben und ein ultra gutes Race hingelegt haben. Ich kann den Jungs nur meinen Dank aussprechen, dass wir als Team hier stehen. Wir können uns immer gegenseitig aufeinander verlassen – jetzt haben wir Silber geholt. Das ist grandios. Vor allem bei den Bedingungen, es war sehr windig und kalt. Wir haben unser Bestes gegeben und uns mit Silber belohnt.“

Marvin Schulte (ASV Köln):
„Das war eine super Teamleistung. Alle gehören zum Team und wir sind dankbar für jeden Einzelnen, auch unsere Ersatzläufer Jan-Eric Frehe und Robin Ganter. Wir sind immer alle bereit, falls mal etwas passiert. Einfach ein großes Dankeschön an das gesamte deutsche Team. Was hier alle leisten und wie gut das Team zusammenhält, das stimmt mich einfach froh – vor allem auch für die Zukunft.“

Heiko Gussmann (Sprintteam Wetzlar):
„Ich bin froh, das erste Mal bei den Erwachsenen mit dabei sein zu dürfen. Ich habe einfach mein Bestes gegeben und gemerkt, dass ich dem Briten vom Gefühl her immer näher gekommen bin.“

Lucas Ansah-Peprah (Hamburger SV):
„Ich wollte einfach um mein Leben laufen. Ich habe gesehen, dass so viele Läufer gleichauf waren. Mein Job war es, alle einzusammeln und das habe ich – denke ich – auch gut gemacht. Ich habe erst etwas später realisiert, dass wir Vize-Europameister sind. Unser Ziel war es, eine Medaille zu holen. Ich bin mega stolz auf die ganze Truppe hier.“

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